Haushalt in Burggen

Die günstigen Kredite ausnutzen

Burggen - Die Gemeinde Burggen setzt weiterhin auf eine sparsame Haushaltspolitik. Für heuer sind Ausgaben und Einnahmen in Höhe von insgesamt 3,4 Millionen Euro eingeplant – aber auch eine Kreditaufnahme über 700.000 Euro.

„Wir müssen diesen Kredit nicht aufnehmen, der dient nur zur Absicherung unserer Handlungsfähigkeit“, erklärte Bürgermeister Joseph Schuster. Einige Gemeinderäte sahen eine weitere Verschuldung mit Skepsis, denn immerhin hat die Gemeinde noch Rücklagen in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro in der Hinterhand.

Vom gemeindlichen Finanzausschuss, der den Haushalt 2016 in zwei Sitzungen eingehend vorberaten hatte, war diese Kreditaufnahme empfohlen worden. Die Höhe hatte Kämmerer Florian Budschied so berechnet, „dass der Haushalt genehmigungsfähig bleibt“, teilte Bürgermeister Joseph Schuster mit.

„So günstig kriegen wir nie wieder einen Kredit“, hatte Gemeinderat Dr. Stefan Schnack argumentiert. Auch er wies daraufhin, dass die Gemeinde diese 700 000 Euro nicht ausgeben müsse. Der Vorteil sei aber, dass man dieses Geld sofort abrufen könne, wenn es benötigt werde.

Während der Verwaltungshaushalt heuer mit 2,37 Millionen Euro in etwa konstant bleibt, sinkt der Vermögenshaushalt in den Einnahmen und Ausgaben von 2,6 Millionen Euro (im Vorjahr) auf 1,03 Millionen Euro.

Gleich bleiben dagegen die Steuerhebesätze

Sowohl die Grundsteuer A und B sowie die Gewerbesteuer liegen unverändert jeweils bei 380 Punkten.

Kämmerer Florian Budschied geht in seinem Zahlenwerk davon aus, dass die Kreisumlage weiter steigt. Mit 750 000 Euro wird Burggen heuer voraussichtlich 75 000 Euro mehr an den Landkreis abführen müssen als im vergangenen Jahr. Bei der Schlüsselzuweisung kann die Gemeinde mit 40 000 Euro mehr rechnen als 2015.

Erhebliche Abstriche muss Burggen bei der Zuführung vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt machen. Statt bei 476 000 Euro (im Jahr 2015) liegt dieser Betrag heuer nur noch bei 176 000 Euro, aber das sei immer noch beachtlich, so Bürgermeister Schuster.

Sparsames Wirtschaften – das hat die Gemeinde auch schon im vergangenen Jahr bewiesen. Eine geplante Kreditaufnahme in Höhe von 450 000 Euro ist gar nicht in Anspruch genommen worden. Stattdessen konnten Kredite in beträchtlicher Höhe getilgt werden.

Die Verschuldung Burggens beträgt derzeit 1,2 Millionen Euro. Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 713 Euro – also niedriger als der Landesdurchschnitt (bei 980 Euro).

Geld wird die Gemeinde in den nächsten Jahren noch jede Menge benötigen

Schließlich will man das geplante Haus der Vereine auf die Reihe bringen. Hierzu soll das ehemalige Gemeindehaus an der Füssener Straße saniert und erweitert werden. Die Planung ist bereits weit vorangeschritten. Derzeit werden noch Änderungswünsche von den Vereinen eingearbeitet. Architekt Dietmar Hörner geht von Kosten im Bereich von einer bis bis eineinhalb Millionen Euro aus.

Laut Finanzplanung für die Jahre 2017 und 2018 sind für das Haus der Vereine jeweils 300 000 Euro eingeplant. Wobei Gemeinderat Hans Baumer bei der Haushaltsdebatte anklingen ließ, sich nicht zu sehr auf das Haus der Vereine zu versteifen. Eventuell werde das Geld auch anderweitig benötigt. Denn auch der geplante Regenwasserkanal ist ein teures Projekt. Allein schon die Planungskosten sind in den kommenden beiden Jahren mit jeweils 50 000 Euro angesetzt. Das Projekt selber kostet über eine Million Euro.

Gemeinderat Stephan Jocher schlug vor, auszuloten, ob heuer nicht weitere Sondertilgungen geleistet werden könnten. Bei der Abstimmung über die Haushaltssatzung verweigerte Jocher seine Zustimmung, weil ihm vorab nicht alle Haushaltsunterlagen vorgelegt worden sind, sondern nur dem Finanzausschuss. Künftig erhalten aber alle Räte die Unterlagen.

Michael Gretschmann

Rubriklistenbild: © dpa

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