+
Bilder, Lieder und viele Geschenke hat Burggens scheidende Schulleiterin Brigitte Kees (hinten rechts) von ihren Schülern und Kollegen zum Abschied bekommen.

Abschied an der Grundschule Burggen

Schulleiterin Brigitte Kees: Nach 37 Jahren in Ruhestand

Vor 37 Jahren kam sie an die Grundschule Burggen – und ist ihr das ganze Berufsleben lang treu geblieben: Mit einer fröhlichen Feier ist Rektorin Brigitte Kees gestern in den Ruhestand verabschiedet worden. Sie hinterlässt eine „wohlgeordnete Schule“.

Burggen – „Jeder Lehrer muss lernen, mit dem Lehren aufzuhören, wenn es an der Zeit ist. Das ist schwer.“ Mit diesem Zitat von Berthold Brecht dankte Burggens Bürgermeister Joseph Schuster Brigitte Kees für ihren „Einsatz und all’ das Gute“, das sie für die Schule in all’ den Jahren getan hat. Er lobte die gute Zusammenarbeit mit der Rektorin, „schnell und bündige Kommunikation, bei der nie langer Diskussionsbedarf bestanden hat“.

Aber nicht nur einen „guten Draht zur Gemeinde“ zeichnete die Arbeit von Brigitte Kees aus. „Na klar, machen wir doch gerne“, sei ein immer wiederkehrender Satz der Schulleiterin bei Anliegen des Schulamtes gewesen, wie dessen Direktorin Ingrid Hartmann-Kugelmann bei ihrer Verabschiedungsrede betonte. „Solche Schulleiter sind Gold wert.“

In ihrer ruhigen Art, geprägt von Optimismus und offener Ehrlichkeit, habe Kees auch zur rechten Zeit immer klare Worte gefunden. Dafür wurde sie von einem Gremium kürzlich mit der „Kecken Lippe“ ausgezeichnet.

Der Name Brigitte Kees hat die Geschichte der Grundschule Burggen maßgeblich geprägt. So begleitete sie intensiv den Umbau der Schule. Das Motto „Kleinschule – starke Gemeinschaft“ habe sie erfolgreich umgesetzt, so Hartmann-Kugelmann. Sie habe Kindern und Lehrern ermöglicht, diese Gemeinschaft zu leben – und zu erleben: Die Schule als Ort der sozialen Begegnung, der Kreativität, der Lebens-und Lernbereitschaft.

Besonders der Start in jede neue Schulwoche sei bereits „legendär“: Denn an jedem Montagmorgen beginnen die Schüler mit gemeinsamen Liedern, Gedichten und Gebeten, worauf Kees immer großen Wert legte. Seien es bunte Abende, Schwimmkurse, Fußballturniere oder die Landkreisfahrt der Viertklässler, bei der die Rektorin den Schülern die Besonderheiten ihrer Heimat näher brachte: „Sie hinterlässt eine wohlgeordnete Schule, in der wir uns immer wohlgefühlt haben“, sagte Lehrerin Ruth Kulot, die durch das Programm führte.

Von Ingenrieds Bürgermeister Xaver Fichtl erhielt Kees ein Hinterglasgemälde und eine Ikone der Heiligen Brigitte.

Nie habe Kees Entscheidungen über die Köpfe hinweg getroffen, sondern immer die Meinung ihres Lehrerkollegiums eingeholt. Ebenfalls „legendär“ ist auch Kees´ Ordnungssinn, wie die Lehrer in einem humorvollen Lied verrieten. „Regale, Regale, überall Regale“ – da habe sie noch wenige Tage vor ihrem Ausscheiden den Lehrmittelraum aufräumen wollen, obwohl doch die ganze Schule bereits mehr als aufgeräumt sei.

„Seit ich an der Schule bin räumt Brigitte auf“, schmunzelte dabei einer der Lehrer, und eine Pädagogin tat kund, wie sehr sie die selbstgemachte Marmelade und die süßen Teilchen an Freitagen vermissen werde, mit denen Kees das Kollegium versorgte. Ebenso habe die Rektorin gerne Geschenke verteilt, ob zu Ostern, Weihnachten oder Geburtstagen.

Am gestrigen Verabschiedungstag war es aber nun an Brigitte Kees, Geschenke entgegenzunehmen. Neben zahlreichen Blumensträußen, Gutscheinen, Selbstgefertigtem der Schüler und der Urkunde vom Schulamt, freute sich die scheidende Schulleiterin auch über ein Hinterglasgemälde und eine Ikone der Heiligen Brigitte, das Ingenrieds Bürgermeister Xaver Fichtl hat anfertigen lassen.

Und dann natürlich über die Darbietungen der Schüler: Die 1. Klasse führte das Theaterstück „Die Goldene Gans auf“, die Zweitklässler sangen „Schön, ist es auf der Welt zu sein“. Und nachdem sich die 3. Klasse Gedanken über den Ruhestand gemacht hatte – wobei das „lange Ausschlafen“ sich für die Schüler als überwiegender Vorteil entpuppte – präsentierten sich die Viertklässler mit einem Tanz.

Zwei Stunden dauerte das bunte Programm in der Turnhalle. Kinder und Lehrer hatten über das Schuljahr hinweg Stillschweigen gehalten, was für die Verabschiedungsfeier vorbereitet wurde. „Und ich habe absolut nichts mitbekommen, es ist eine wunderbare Überraschung. Ich danke Euch allen dafür“, sagte Brigitte Kees gerührt. Ebenso galt ihr Dank den langjährigen Kollegen und allen Mitarbeitern der Schule.

Myriam C. Trunk

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Mitten in Peiting: Plötzlich war eine Schildkröte im Teich
Nur zwei auf zwei Meter ist der kleine Gartenteich des Peitinger Ehepaars Kehrer groß, doch seit einigen Wochen fühlt sich dort eine Schildkröte pudelwohl. Nur: Sie …
Mitten in Peiting: Plötzlich war eine Schildkröte im Teich
Burggener Bürgermeister zeigt Verdienstmedaillenträger an
In Burggen lässt es sich gut leben. Die Leute kennen sich, man versteht sich – doch diese Idylle ist getrübt: Zwischen Bürgermeister Joseph Schuster und Bruno Faller, …
Burggener Bürgermeister zeigt Verdienstmedaillenträger an
Schongauer CSU will Expressbus nach Augsburg
Die Schongauer CSU will beim geplanten Neubaugebiet Schongau-Nord am Ball bleiben und fordert von der Stadt einen Projektbeauftragten, der sich des Themas besonders …
Schongauer CSU will Expressbus nach Augsburg
Schreiben ist für Simon Schmitt ein schöner Ausgleich
Als Schwabniederhofener Entertainer  Nr. 1 wurde  Simon Schmitt  schon betitelt. Mit einem Programm „Schmitt happens“ und seinen aberwitzigen Geschichten hat er die …
Schreiben ist für Simon Schmitt ein schöner Ausgleich

Kommentare