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Kiesaufschüttung im Bereich der Litzauer Schleife. Damit soll der Lebensraum für Fische verbessert werden.

An der Litzauer Schleife

Mit Kiesaufschüttung  den Lebensraum für Fische verbessern

Burggen  - Kies für die Litzauer Schleife: Um den Fischen genügend Raum zum Laichen zu geben, sind in dieser Woche rund 85 Lkw-Ladungen Kies unterhalb der Staustufe Dessau in den Lech eingebracht worden. Denn hier fehlt das feine Material für die Vermehrung der typischen Flussfische wie Äschen, Bachforelle und Huchen.

 Der Lech gilt durch sein starkes Gefälle und seinen Ursprung im Gebirge geradezu als Kiesförderband. Vor dem Bau der Staustufen transportierte der Fluss jährlich rund 30 000 Kubikmeter dieses Materials, in Hochwasserjahren waren es sogar über 100 000 Kubikmeter.

Jetzt aber fehlt der Kies an vielen Stellen, wie beispielsweise an der Litzauer Schleife bei Dessau. Die Flussfische, von denen viele bereits auf der „Roten Liste“ stehen, finden nur ungenügend Platz zum Laichen. Jetzt hat der Verein Lebensraum Lechtal in Kooperation mit den Wasserwirtschaftsämtern Kempten und Weilheim sowie dem Sportfischerverein „Die Gesplißten“ erneut Maßnahmen zur Abhilfe ergriffen.

Bereits in den Jahren 2010, 2014 und 2016 wurde Kies an dieser Stelle aufgeschüttet. „Untersuchungen zeigten, dass diese Hilfestellung für die Fische sehr erfolgreich ist“, sagte Bernhard Müller vom Wasserwirtschaftsamt Weilheim bei einem Pressetermin vor Ort. Zudem profitieren auch Kleintiere wie Fliegenlarven oder Flöhe von der Maßnahme. Der in diesem Bereich einfließende Türkenbach sorgt für zusätzliche Optimierung. Deshalb wird heuer noch einmal das bereits bestehende Areal um zusätzliche 40 bis 40 Zentimeter aufgeschüttet und noch erweitert.

1250 Kubikmeter Kiesmaterial werden vor der Mündung des Halblechs entnommen, auf rund 13 Kilometer Landweg in rund 85 Lkw-Ladungen abtransportiert und weiter nördlich der Staustufe Dessau wieder eingebracht. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 25 000 Euro, die sich die Beteiligten aufteilen, unter Zuhilfenahme von Fördergeldern des Hotspots-Projektes „Alpenflusslandschaften – Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze“.

Mit 5000 Euro beteiligen sich „Die Gesplißten“. „Wir fühlen uns auch verpflichtet, den Lech als Lebensraum für Flussfischarten ökologisch auszuwerten. Außerdem sind solche Maßnahmen oft effektiver als der künstliche Besatz mit Jungfischen“, begründet Heinz Höfler das Engagement des Fischervereins.

Die Kiesentnahme an der Mündung aus dem Halblech sei ohnehin notwenig, um dort wieder die Dynamik anzustoßen, so die Erklärung des Wasserwirtschaftsamtes Kempten.

Die rund 200 Meter lange Aufschüttung an der Litzauer Schleife lässt einen Durchstich-Bereich zum Ufer hin frei, in dem sich unter umgefallenen Bäumen und zusätzlich eingebrachten Baumstümpfen Jungfische Schutz vor Feinden suchen können. „Dadurch wird erfolgreich eine Art Natürlichkeit und Ganzheitlichkeit geschaffen“, so Müller.

Myrjam D. Trunk

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