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Wer in seiner Freizeit baggern will, hat in Burggen Gelegenheit dazu. Der große gelbe Bagger wird vor allem von Frauen gerne benutzt.

Gemeinderat Burggen stimmt Antrag zu

Auch an Sonn- und Feiertagen baggern

Als im Juni 2016 der Baggerpark in Burggen eröffnet worden ist, war nicht abzusehen, wie dieses Projekt bei der Bevölkerung ankommen würde. Eineinhalb Jahre später zieht Betreiber Stefan Zech eine positive Bilanz. Wegen der großen Nachfrage soll der Park jetzt sogar an einigen Sonn- und Feiertagen geöffnet werden.

Burggen – „Von den Leuten, die sich in den großen Bagger setzen, sind 60 Prozent Frauen“, berichtet Stefan Zech. Das schwache Geschlecht zeigt also gerne Stärke. „Wir haben aber auch viele Urlauber, die mal was Außergewöhnliches ausprobieren wollen“, ergänzt der Betreiber. Seiner Schätzung nach haben im vergangenen Jahr rund 300 bis 400 Besucher dem Baggerpark einen Besuch abgestattet. „Es ist besser gelaufen, als ich erwartet habe“, sagt Zech. Die älteste Dame, die bisher in den Bagger eingestiegen ist und die schwere Schaufel per Hebel auf- und abschwenkte, war 72 Jahre alt.

„Schaut man sich die Besucher im Baggerpark an, dann sind alle Altersschichten vertreten“, erzählt Stefan Zech. Zu runden Geburtstagen, zur Kommunion oder Firmung – es gibt die verschiedensten Anlässe, sich einmal in einen Bagger zu setzen und im Erdreich herumzugraben.

„Am außergewöhnlichsten war bisher ein Junggesellenabschied aus Barcelona“, erinnert sich Stefan Zech. Dazu waren zwei Spanier, ein Mann aus New York und ein Grieche angereist sowie der Organisator aus Deutschland. Sie haben sich zuerst die Königsschlösser angeschaut und sind dann zum Baggerpark nach Burggen gefahren. Dort konnte der künftige Bräutigam noch einmal so richtig „anbaggern“.

Aber auch bei Firmen-Events und Ausflügen steht der Baggerpark immer wieder auf dem Programm. „Da wird die Anlage dann meist gleich für einen halben Tag angemietet“, erzählt Zech. Übrigens, Urlauber mit der Königscard können in Burggen eine Viertelstunde lang kostenlos baggern.

Derzeit herrscht im Baggerpark Winterpause. Saisoneröffnung ist am Ostersamstag, 31. März. Bisher war die Anlage immer nur samstags von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Jetzt soll sich auch an einigen Sonn- und Feiertagen was rühren. Betreiber Zech hat einen Antrag bei der Gemeinde Burggen eingereicht – mit dem Ziel, dass der Baggerpark an 15 Sonn- bzw. Feiertagen im Jahr für die Dauer von 9 bis 14 Uhr geöffnet werden darf.

„Es ist nicht so, dass ich auf eine Sonntagsöffnung gedrängt habe“, sagt Zech. Denn er sei am Sonntag auch lieber für seine Familie da, weil er während der Woche einer geregelten Arbeit nachgehe. „Aber es sind Anfragen von Leuten da, die nur am Sonntag Zeit für einen Besuch im Baggerpark haben“, begründet Zech seinen Vorstoß.

Im Burggener Gemeinderat stand man dem Antrag auf Sonntagsöffnung aufgeschlossen gegenüber. „Dort ist keine Wohnbebauung in der Nähe, der Baggerpark da draußen stört niemanden“, sagt Bürgermeister Joseph Schuster. Die Modellfliegerei sei da schon lästiger, hieß es im Gemeinderat.

Allerdings legen die Burggener Gemeinderäte Wert darauf, dass an hohen Feiertagen der Baggerpark geschlossen bleibt. Das will Betreiber Zech auch einhalten.

Dem Antrag von Zech stimmten der Bürgermeister und alle Gemeinderäte zu – mit Ausnahme von Hans Baumer, der befürchtet, dass das Feiertagsgesetz aufgeweicht werden könnte.

Michael Gretschmann

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