Das Biomasseheizkraftwerk bei Altenstadt
+
Auf dem Gelände des Biomasseheizkraftwerks bei Altenstadt – hier eine Archivaufnahme vom Brand im vergangenen Winter – sollen in Zukunft auch Kunststoffe und Textilien verbrannt werden.

Heizkraftwerk-Pläne stoßen auf Kritik

Auch Burggen sagt Nein zur Müllverbrennung in Altenstadt

Die Pläne des Heizkraftwerkes Altenstadt, in Zukunft auch sogenannte Ersatzbrennstoffe zu verbrennen, stoßen auch in Burggen auf Kritik. Überlegt wurde, sich mit anderen Gemeinden zusammenzutun, um ein gemeinsames Gutachten zur Luftbelastung in Auftrag zu geben.

Burggen – „Das prasselt alles auf uns runter – und welche Stoffe da verbrannt werden, wissen wir nicht genau“, sagte Bürgermeister Josef Schuster in der jüngsten Gemeinderatssitzung zu den Erweiterungsplänen des Heizkraftwerkes in Altenstadt. Burggen liege in Ost-Windrichtung des Kraftwerkes.

Wie berichtet, sollen im Heizkraftwerk zukünftig auch sogenannte Ersatzbrennstoffe verbrannt werden. Der Umweltausschuss der Gemeinde Burggen war bereits im Vorfeld der Sitzung zu der Entscheidung gekommen, dass dieses Vorhaben „kritisch zu sehen ist“. Die Bewohner sollen schadlos bleiben, das sei der Auftrag, wenn sie über solche Pläne entscheiden, sagte Schuster. Doch gerade die Verbrennung sei ein Thema, bei dem man nicht alles zu hundert Prozent in der Hand habe, so der Rathauschef.

„Wir wissen nicht, welche Stoffe verbrannt werden“

Wie die sogenannten Ersatzbrennstoffe, die aus häuslichem und gewerblichen Müll bestehen, zusammengesetzt sind, sei nicht klar aufgelistet, kritisierte auch Stefan Schnack. „Diese inhomogene Zusammensetzung ist unkalkulierbar. Wir wissen nicht, welche Stoffe verbrannt werden – und was vielleicht schon in geringen Konzentrationen gesundheitsschädlich sein kann.“ Er verwies unter anderem auf einen Leserbrief in den SN, wo eine Leserin über gesundheitliche Probleme in Folge eines Brandes im Heizkraftwerk klagte.

Bereits drei Erweiterungen beim Heizkraftwerk seien ohne Beteiligung der Bevölkerung durchgeführt worden, erklärte Schuster. Durfte zunächst nur unbehandeltes Holz verbrannt werden, ist es jetzt auch behandeltes. Doch die Weiterentwicklung zur Müllverbrennungsanlage gehe zu weit, so das Echo im Gemeinderat. „Vor allem, wenn es keine Not gibt. Es gibt genügend Biomasse“, so ein Einwand seitens der UWG.

Negativ legte Josef Schuster dem Betreiber auch aus, dass er ihn zu einer Stellungnahme im Gemeinderat eingeladen hatte, dieser ein solches Gespräch aber ablehnte.

Schuster brachte ins Gespräch, zusammen mit anderen Gemeinden, wie etwa Schongau, Peiting, Schwabbruck und Ingenried ein Gutachten zu Schadstoffen in der Luft beim Bayerischen Landesamt für Umwelt in Auftrag zu geben. Schließlich stoßen neben Heizkraftwerk auch EVA, Emter, UPM und die Futtertrocknung Schadstoffe aus. „Auch wenn sich alle an ihre Vorgaben halten, wäre es gut zu wissen, wie die Gesamtlage aussieht“, so Schuster. Auch für zukünftige Entscheidungen.

Der Gemeinderat sah das insgesamt positiv, doch in der Entscheidung zum Heizkraftwerk würde sie dies nun nicht weiterbringen. Die Entscheidung müsse früher getroffen werden.

Einstimmig lehnten die Gemeinderäte die Pläne des Heizkraftwerkes ab. Zum einen, weil der Sammelbegriff „Ersatzbrennstoffe“ nicht durchschaubar sei und eine Luftverschmutzung ausgeschlossen werden soll. Außerdem werde eine vermehrte Verkehrsbelastung befürchtet, wenn sich das Einzugsgebiet vergrößert. Denn woher der Müll angeliefert wird, sei ebenfalls unklar. Auch in Hinblick auf die Wassereinleitung in den Lech, beziehungsweise dem Wärmekonzept der Anlage, hatten die Gemeinderäte Bedenken. Dieses wird laut Schuster bei 28 Grad in den Lech eingeleitet. Auswirkungen auf die Umwelt seien auch hier nicht abschließend geklärt.

Auch interessant

Kommentare