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Überglücklich: Im niederösterreichischen Wieselburg nahm Astrid Flemnitz Urkunde Medaille entgegen.

Auszeichnung für Tannenbergerin 

Gold für eine besondere Marmelade

Die Marmeladen heißen Flamingokiss, Piratenschatz oder Hot Berry. Eine Sorte der 36-jährigen Astrid Flemnitz aus Tannenberg (Gemeinde Burggen) hat es ganz nach oben geschafft. Für die „Schwarzwälder Art“ gab es in Österreich die Goldmedaille.

Burggen Vor gut zehn Jahren hatte alles angefangen: Die 36-jährige Astrid Flemnitz aus Tannenberg verwandelte in ihrer Freizeit die Früchte aus dem Garten und auch exotische Zutaten in süße Marmeladen. Was als Hobby begann, ist inzwischen ein kleines Gewerbe geworden. Zur Vorweihnachtszeit ist Hochsaison, wenn in jedem Ort die Weihnachtmärkte stattfinden.

„Es wird viel probiert und gewogen, bis ein Rezept steht. Und meine Familie muss als Jury herhalten, bevor ich eine neue Sorte den Kunden anbiete“, sagt Astrid Flemnitz zu ihrer Marke „lecker-ist-flemnitz“. Die ausgefallenen Namen für ihre Fruchtaufstriche sollen auf die besondere Raffinesse hinweisen. „Piratenschatz“ zum Beispiel klingt nicht nur nach Südsee, auch der Geschmack erinnert daran. Die Marmelade aus Ananas, Vanille und Rum sorgt für Urlaubsgefühle. Das „Einhornfrühstück“ wiederum sei dem dem aktuellen Hype gewidmet. „Aber die Zutaten Himbeere und weiße Schokolade versetzen einen nun mal ins Märchenland.“

Die Kreativität der Marke beschränkt sich nicht nur auf die Zutaten, die Kunden bekommen auch individuelle Etiketten auf ihre Gläser. Die gestaltet Flemnitz’ Freund Andreas. So lassen sich entsprechende Marmeladen zum Beispiel als Gastgeschenke auf Hochzeitsfeiern, Taufen, Kommunionen oder Geburtstagen hübsch in die Tischdekoration integrieren.

Vor einigen Jahren ist ein neues Hobby dazugekommen: die Imkerei. „Ich mag es, mich mit der Natur auseinanderzusetzen, und von Bienen war ich schon immer fasziniert“, sagt die Tannenbergerin. „Es ist unglaublich, was diese Lebewesen leisten. Der Honig ist da nur eine angenehme Nebensache.“

Hingucker: Das Etikett der Marmeladengläser kann auch individuell gestaltet werden. fotos: Andreas Rudolf/fkn

In der Imkerei ist es seit jeher üblich, seinen Honig mit dem von anderen Imkern auf Prämierungen zu messen. Wieso also sollte es das bei Marmeladen nicht auch geben?, fragte sich die 36-Jährige und machte sich auf die Suche nach möglichen Wettbewerben. In Deutschland wurde sie nicht fündig, aber in Österreich: Die Messe Wieselburg bei unseren Nachbarn zeigt, wie es geht. Dort werden im Rahmen der Messe „Ab Hof“ seit Jahren Produkte wie Brände, Moste, Säfte und eben auch Marmeladen aufwändig verkostet und ausgezeichnet. Astrid Flemnitz probierte es einfach mal aus und schickte zwei Gläser ihres Fruchtaufstrichs „Schwarzwälder Art“ nach Österreich. Vier Wochen später kam dann die Überraschung: Gold für ihre Marmelade in der Kategorie „Sonstige Spezialitäten“. Insgesamt waren 235 Marmeladen zur Bewertung eingereicht worden.

„Im ersten Moment hielt ich es für einen Irrtum, ich musste den Brief mehrmals lesen, um es zu realisieren“, erzählt die Preisträgerin. Die persönliche Medaillenübergabe ließ sich Astrid Flemnitz nicht nehmen, und so ging es auf eine fast fünfstündige Reise nach Wieselburg in Niederösterreich, wo im Rahmen der Messe „Ab Hof“ die Gewinner der Öffentlichkeit vorgestellt wurden.

Jetzt im Frühjahr beginnt für Astrid Flemnitz wieder die Arbeit bei den Bienen. Und die sorgen wiederum dafür, dass es genügend Früchte für die Marmeladen gibt. „Die Auszeichnung motiviert mich, ich habe schon ein paar Ideen für neue Sorten“, sagt die 36-Jährige voller Tatendrang. „Mein Traum wäre ein Laden, der meine Leckereien ins Sortiment nimmt, so dass ich auch außerhalb der Weihnachtsmärkte neue Kunden damit beglücken kann.“ Für ihren Erfolg möchte sich die Tannenbergerin auch bei ihrer Familie bedanken: „Ohne die Unterstützung wäre das alles nicht möglich!“

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