In Burggen soll ein neues Baugebiet entstehen.
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In Burggen soll ein neues Baugebiet entstehen.

Debatte im Gemeinderat

Neuer Bebauungsplan in Burggen: Erst mit Anwohnern reden

  • Elena Siegl
    vonElena Siegl
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Auf der Fläche zwischen St. Anna-Kirche und Hausenriedstraße in Burggen soll gebaut werden. Der Bebauungsplan sieht strenge Festsetzungen vor. Doch bevor die Gemeinde diesen billigt, möchte sie erst mit Anwohnern reden.

Burggen – Wer in Burggen im Gebiet „Bei der Wallfahrtskirche St. Anna“ bauen möchte, muss mit „mehr Festsetzungen als üblich“ rechnen, so fasste Stefan Schnack den Bebauungsplan zusammen, den Martin Eberle von eberle.plan in der jüngsten Gemeinderatssitzung vorstellte. Die Baugrenzen sollen deshalb so streng festgelegt werden, damit die Sichtachse von der Hausenriedstraße aus zur St. Anna-Kirche nicht beeinträchtigt wird.

Schnack übernahm bei der Diskussion über die Planungen die Leitung, da das Grundstück dem Bruder von Bürgermeister Josef Schuster gehört und dieser sich wegen Befangenheit aus den Beratungen sowie der Abstimmung heraushielt.

Dass für das Gebiet ein Bebauungsplan im beschleunigten Verfahren aufgestellt werden soll, hatte das Gremium bereits im Dezember 2019 mit nur einer Gegenstimme beschlossen. Martin Eberle hatte sich nun um die erste Ausarbeitung des Planes gekümmert.

Elf Häuser könnten auf der Fläche errichtet werden, maximal zwei Wohneinheiten sind pro Gebäude vorgesehen. „Es soll eine lockere Einzelhausbebauung geben“, so der Architekt. Maximal zwei Vollgeschosse dürfen errichtet werden. Außerdem sind großzügige Grünflächen vorgesehen, um das Baugebiet in die Landschaft einzubinden.

Welche Bäume wo gepflanzt werden dürfen, um die Sicht auf die Kirche nicht zu beeinträchtigen, ist im Plan ebenso streng vorgeschrieben wie die Auswahl an Zäunen, die Kubaturen der Gebäude, mögliche Standorte für Garagen und so weiter. Gewerbe jeglicher Art sei grundsätzlich nicht erlaubt.

Die Grundstücke sind in der Regel zwischen 650 und 850 Quadratmeter groß. Die Ausnahme bilden zwei größere Grundstücke (circa 940 Quadratmeter), für die allerdings auch eine größere Eingrünung vorgesehen ist.

Auch zahlreiche Anwohner sind zu der jüngsten Gemeinderatssitzung gekommen. „Es besteht ein Bestandsschutz“, erklärte Eberle. Außerdem seien die Abstände zu bestehenden Gebäuden ausreichend und „die Einflussnahme nicht relevant“. Trotzdem haben Anwohner die Befürchtung, dass sie von den Planungen beeinträchtigt werden können. „Bevor wir hier irgendetwas entscheiden, sollten wir mit den Anwohnern sprechen. Wir sind bereits auf einem Gut-Will-Weg, das sollten wir durch vorschnelle Entschlüsse nicht durchkreuzen“, gab Richard Lang zu bedenken.

Ferdinand Kirchhofer sah das ähnlich: „Wir sollten die Meinungen der Anwohner miteinfließen lassen. Um es ganz klar zu sagen: Wer zuerst da war, sollte nicht beeinträchtigt werden.“ Bedenken hatte er zum Beispiel, dass sich neue Bauherren über bestehende Emissionen wie Kirchen- oder Kuhglocken beschweren könnten. Ein Gespräch mit den Anwohnern ist für den heutigen Donnerstag geplant. „Das sollten wir unbedingt abwarten“, mahnte Lang.

„Mit uns hat noch niemand gesprochen – weder Gemeinderat, noch Bauausschuss“, trug einer der Anwesenden seine Beschwerde auch ohne Redeerlaubnis aus dem Publikumsraum gleich an das Gremium heran.

Die Entscheidung, ob der Bebauungsplan „Bei der Wallfahrtskirche St. Anna“ gebilligt wird, wurde vertagt, dafür hatte sich der Gemeinderat letztendlich einstimmig ausgesprochen.

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