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Ein Pferd musste im März eingeschläfert werden. Auch das ungeborene Fohlen starb (Symbolbild).

Gutachten liegt vor

Befund der Pathologie: Pferd in Burggen wurde  doch nicht geschändet

  • Jörg von Rohland
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Die vermeintliche Pferdeschändung in Burggen im März dieses Jahres war womöglich gar keine. Davon geht jedenfalls die Polizei in Schongau aus, der mittlerweile ein Gutachten vorliegt. Dem behandelnden Tierarzt geht die Untersuchung des Bayerischen Landesamts für Gesundheits- und Lebensmittelsicherheit (LGL) aber nicht weit genug.

Burggen – „Das ist ein unbefriedigender Befund, das können wir so nicht stehen lassen“, sagt Dr.med.vet. Hans Peter Muell, der im vergangenen März die Stute behandelte und letztlich einschläfern musste.

Wie berichtet, war es vor rund vier Monaten auf dem Pferdehof am Lechstausee in der Rossau bei Burggen zu der vermeintlichen Tat gekommen. Die 20-jährige Zuchtstute „Eskada“ und ihr ungeborenes Fohlen starben. Pferdebesitzer Manfred Ullmann und der Stöttener Tierarzt Muell waren fest davon ausgegangen, dass jemand auf der Koppel heimlich einen Gegenstand in die Scheide des Pferdes eingeführt hatte und dabei den Harnleiter zerstörte. „Wie kann ein Mensch nur so etwas machen, sie war eine so brave Zuchtstute“, klagte Ullmann, der nach eigenen Angaben bei der Polizei sogar einen Verdacht geäußert hatte, diesen aber nicht öffentlich machen will, „bevor nichts bewiesen ist“.

Nach Angaben von Tierarzt Muell wurde ein Teil der sterblichen Überreste des Pferdes ins Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) nach Oberschleißheim gebracht. In dessen Pathologie sollte nach Spuren gesucht werden, die der vermeintliche Tierquäler im Körper des Pferdes hinterlassen haben könnte.

Wegen Corona ließ Ergebnis der Untersuchung lange auf sich warten

Das Ergebnis der Untersuchung ließ aufgrund der Corona-Krise sehr lange auf sich warten, aber jetzt ist der Befund endlich da. Und die Pathologen schließen nach Angaben von Schongaus Polizeichef Herbert Kieweg aus, dass jemand die Stute misshandelt haben könnte. Dem Pferd wurde demnach kein Gegenstand eingeführt.

Pferdebesitzer und Tierarzt geht Befund nicht weit genug

Pferdebesitzer Ullmann und sein Tierarzt wollen sich mit dieser Erklärung nicht zufrieden geben. Er wolle wissen, wie es in 15 bis 20 Zentimetern Tiefe im Pferd zu Blutergüssen kommen könne, sagt der Veterinär. Und Pferdezüchter Ullmann vermisst unter anderem DNA-Abstriche. „Das wurde einfach vernachlässigt“, klagt er. Beide wollen jetzt auf weitere Tests an dem sterblichen Überresten des Pferds drängen.

Für Polizei hat sich der Fall fürs Erste erledigt

Für die Polizei ist der Fall aber erst einmal erledigt, die Ermittlungen abgeschlossen. Die Ergebnisse werden laut Dienststellenchef Kieweg der Staatsanwaltschaft in München vorgelegt, die den Fall noch einmal prüft. Nur, wenn die Staatsanwaltschaft den Auftrag dazu erteile, werde man weiter ermitteln, erläutert der Schongauer Polizeichef das weitere Prozedere.

Bitte beachten Sie: Der Inhalt des folgenden Bildes kann verstörend wirken:

Die Stute Eskada musste im März von ihrem Leid erlöst werden. Auch das Fohlen in ihrem Bauch war nicht mehr zu retten. 

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Zahlreiche Einsatzkräfte rückten am Sonntagabend in Tritschenkreut bei Peißenberg aus. Ein Ultraleichtflugzeug war dort nahe der Graslandebahn abgestürzt.

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