Eine alte Feldpostkarte aus dem Jahr 1942, die die Litzauer Schleife zeigt.
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Das ist die alte Feldpostkarte aus dem Jahr 1942, die die Litzauer Schleife zeigt.

Matrosengruß per Feldpostkarte von der Litzauer Schleife

Auch wenn in der heutigen Zeit Nachrichten und Fotos vor allem per Mobiltelefon verschickt werden, haben Postkarten immer noch für viele Sammler einen hohen Stellenwert. Es sind Dokumente, die man nicht durch einen Tastendruck einfach gelöscht, sondern sehr oft fein säuberlich aufgehoben hat. Es sind bebilderte Erinnerungen mit Texten, die einen Einblick in das Leben von damals geben.

Hohenfurch/Burggen – Viel konnte man in den vergangenen Tagen über die Post- oder Ansichtskarte hören und lesen, schließlich ist sie 150 Jahre alt geworden. Zahlreiche Karten aus diesen 15 Jahrzehnten werden von Sammlern aus verschiedenen Gründen zusammengetragen und in Alben gehütet. Es sind wahre Schätze der Vergangenheit darunter, die von den Sammlern erst nach langer Entzifferung der Texte richtig eingeordnet werden können.

Da gibt es die Gruppe von Kartenliebhabern, die einfache Schmuckkarten nach Motiven sammelt, eine andere Gruppe hat sich auf Aufnahmen der Heimatstadt oder eines beliebten Dorfes spezialisiert, wo man immer wieder gerne Urlaub machte.

Großer Beliebtheit erfreuen sich auch Militär- und Feldpostkarten, die entweder vom Einsatz nach Hause, oder von der Heimat an die Front geschickt wurden. Von Sammlern sind gerade diese Karten begehrt, wenn sie mit Poststempel und Feldpostnummer „gelaufen“ sind.

Eine weitere Gruppe hat sich auf das Sammeln von Ortsteil- und Landschaftsbildern spezialisiert. Diese Sammler versuchen, alte Ansichten von bestimmten Landschaften jetzt wieder zu finden. Also zu vergleichen, wie sich die Region in Jahrzehnten verändert hat. Wo früher ein Bauernhof mit großzügiger Weidefläche war, sind jetzt Wohnanlagen zu finden.

So sieht die Litzauer Schleife heute aus.

Eine interessante Karte wurde in den vergangenen Tagen in einem Abrisshaus entdeckt: Es ist eine Feldpostkarte, die im Dezember 1942 von Schongau aus an einen jungen Soldaten an die Front geschickt wurde. Zusätzlich zum Namen und der Feldpostnummer ist auf ihr zu entziffern, dass der Soldat ein Matrose gewesen ist.

Das ist vielleicht auch der Grund dafür, warum der Schreiber der Karte als Motiv auf der Vorderseite die „Lechschleife bei Schongau“ ausgewählt hat. Also jede Menge Wasser in schwarz-weiß. Schongau hatte ja schon zu weit früheren Zeiten farbige Ansichten von allen möglichen Plätzen und Straßen. Produziert hat diese Karten der Verlag Franz Einzinger.

Zwei von solchen Farbkarten in der Sammlung tragen die Poststempel von 1905. Eine in Schongau abgestempelt, die andere in Wessobrunn. Zu sehen sind neun verschiedene Ansichten, als Stahlstiche gedruckt. Auf alle Fälle eindrucksvolle Ansichten der Stadt. Fünf Pfennig hat das Porto gekostet, aufgeklebt als grüne bayerische Briefmarke.

Später hat dann der Fotograf Bromberger den Postkarten seinen Stempel aufgedruckt. „Photokunst Bromberger Schongau“ ist zu lesen, dazu eine symbolisierte Plattenkamera auf Stativ. Bromberger hat unzählige Motive eingefangen. Dazu hat er seine Plattenkamera aus Mahagoniholz etliche Kilometer um Schongau herum rauf und runtergetragen. Aber seine Bilder und Postkarten sind immer noch begehrte Sammelobjekte.

Die Postkarte, die an den jungen Matrosen unterwegs war, hat neugierig gemacht. Wie schaut es jetzt dort nach fast 80 Jahren aus? Auf den Spuren des Fotografen-Altmeisters Bromberger gewandert, ist jetzt eine neue Dokumentation des 1954 gezähmten Lechs mit seiner Lechschleife entstanden.

VON HANS-HELMUT HEROLD

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