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Burggen bekommt einen Berufsbürgermeister

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Von: Elena Siegl

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In Burggen steht wieder eine Wahl an.
In Burggen steht wieder eine Wahl an. © dpa (Symbolbild)

Soll der künftige Burggener Bürgermeister wie bisher ehrenamtlich arbeiten oder sich hauptberuflich dem Amt widmen? Darum ging es in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Burggen – Im Vorfeld der anstehenden Bürgermeister-Neuwahlen in Burggen hat sich der Gemeinderat am Donnerstag mit der künftigen Rechtsstellung des Ersten Bürgermeisters beschäftigt. Es ging also um die Frage, „ob der neue Rathauschef weiterhin ehrenamtlich oder hauptamtlich arbeiten soll“, fasste Peter Hofmann zusammen, der vertretungsweise durch die Sitzung führte. Zwar sei der Bürgermeister in Gemeinden unter 5000 Einwohnern in der Regel Ehrenbeamter, spätestens 90 Tage vor der Wahl könne der Gemeinderat es aber auch anders in der Satzung festlegen.

Nichtöffentlich habe man bereits lange und intensiv diskutiert, erklärte Stefan Schnack in Richtung der Zuhörer. Nachteil eines hauptamtlichen Rathauschefs sei sicherlich, dass er mehr kosten wird. Dazu wurden in der Sitzung konkrete Zahlen genannt: Ein ehrenamtlicher Bürgermeister arbeitet auch nicht unentgeltlich und würde demnach knapp 80 000 Euro im Jahr bekommen, ein Hauptamtlicher bis zu 108 000 Euro.

Gründe für hauptamtlichen Bürgermeister in Burggen

Trotz Mehrkosten würden letztendlich aber die Vorteile eines Berufsbürgermeisters überwiegen, da die Gemeinde sich in einer schwierigen Situation befinde, erklärte Schnack die Überlegungen des Gemeinderats. Er erinnerte daran, dass Bürgermeister Josef Schuster im vergangenen Jahr für mehrere Monate aus dem Amt enthoben war und seit Oktober krankheitsbedingt ausfällt. Einige Aufgaben seien so verständlicherweise liegen geblieben.

Zwar habe Stellvertreter Johann Welz als Pensionär relativ viel Zeit, alles „prima gemacht und Dinge wieder auf Tagesbetrieb zurückgebracht“, sagte Schnack. Trotzdem seien „noch immens viele Aufgaben zu bewältigen“. Dazu gehöre, die finanzielle Situation in den Griff zu kriegen, das Projekt „Innen statt Außen“, das Dorfgemeinschaftshaus und mehrere Baugebiete, zählte Schnack auf. Außerdem habe man noch eine große Agenda an Ideen, um Burggen zukunftsfähig zu machen. Jedes einzelne Thema fordere vom Bürgermeister eine intensive Beschäftigung – und Einarbeitung. Denn, das machte Schnack klar: „Wegen der persönlichen Situation jedes Einzelnen wird aus dem Gemeinderat kein Bewerber zur Verfügung stehen.“

Bürgermeisterwahl in Burggen: Kein Kandidat aus dem Gemeinderat

Es werde also jemand Bürgermeister, der „noch nicht in der Materie ist“, so Schnack. Bei dieser Ausgangslage sei es nicht möglich, den Job des Bürgermeisters nur „nebenbei zu machen“. „Ein Ehrenamtlicher, der die Aufgaben nicht bewältigen kann, kostet uns am Ende mehr“, so Schnack. Hinzu komme die schwierige Personalsituation in der Verwaltungsgemeinschaft. Wie berichtet, sind die Stellen des Geschäftsleiters und Kämmerers unbesetzt.

„Die Entscheidung hat Tragweite“, sagte Richard Lang. Zwar habe er anfangs gezweifelt, doch sei er ebenfalls zu dem Schluss gekommen, dass der nächste Bürgermeister hauptamtlich arbeiten solle. „Ich hoffe, dass sich jemand aus dem Ort findet, der sich der Aufgabe gewachsen fühlt.“ Das Amt hauptberuflich auszuführen, sei für manche vielleicht attraktiver, nimmt auch Schnack an. Einstimmig entschied sich der Gemeinderat für einen künftigen Berufsbürgermeister. Die Satzung wird entsprechend geändert.

Ende 2019 war die Rechtsstellung des Burggener Bürgermeisters schon einmal Thema im Gemeinderat und hatte für lange Debatten gesorgt. Schon damals kam die Fülle an Aufgaben, die „nebenbei“ zu bewältigen ist, zur Sprache. Allerdings überwog die Meinung, dass man mit einem Ehrenamtlichen bislang nicht schlecht gefahren sei und ein Berufsbürgermeister zu viel koste. Sieben zu fünf entschied man sich damals dafür, an der Ehrenamts-Regelung festzuhalten.

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