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Burggen von oben: Wo lässt sich da eine Umgehungsstraße platzieren? Eine schwierige Aufgabe. 

Bürgerbefragung

6000 Fahrzeuge täglich: Burggener wünschen sich eine Umgehungsstraße

Burggen zählt mit Steingaden, Bernbeuren, Böbing, Rottenbuch, Wildsteig und Prem zu den sieben Gemeinden, die gemeinsam ein interkommunales Entwicklungskonzept erstellen lassen. Mittlerweile liegt der Abschlussbericht einer Bürgerbefragung in Burggen vor. Darin wird der Wunsch nach einer Umgehungsstraße laut.

Burggen – Täglich 6000 Fahrzeuge im Durchgangsverkehr – das nervt vor allem die Anlieger, denn niemand will gerne an einer viel befahrenen Straße wohnen. Bürgermeister Joseph Schuster zählte bei der jüngsten Gemeinderatssitzung noch einmal auf, wie viele Gebäude bereits leerstehen. „Immobilien an der Straße sind relativ schwer zu verkaufen“, weiß das Gemeindeoberhaupt.

„Aus Bürgersicht kristallisieren sich drei wesentliche Handlungsfelder für die zukünftige Ortsentwicklung in Burggen heraus“, heißt es in der Gesamtbewertung, die vom Büro Leuninger & Michler aus Kaufbeuren zusammengestellt worden ist.

134 beantwortete Postkarten

Der Bericht basiert auf einer Bürgerbefragung. Insgesamt wurden 134 beantwortete Postkarten (mit knapp 300 Vorschlägen und Anregungen) in die Auswertung aufgenommen – nach Einschätzung des Büros Leuninger & Michler eine hohe Rücklaufquote. Gemeinderat Dr. Stefan Schnack kann das keineswegs nachvollziehen. Für eine halbwegs vernünftige Auswertung hält er eine Rücklaufquote von 60 Prozent für erforderlich. Bei rund 1800 Einwohnern seien 134 Rückantworten nicht repräsentativ.

Auch Tempo-30-Zone steht auf Wunschliste

Eines der wesentlichen Handlungsfelder in Burggen ist laut Postkarten-Umfrage die gesamte Verkehrsthematik. Sie wird in Burggen geprägt von einem Wunsch nach einer Umgehungsstraße. Die Reduzierung des Durchgangsverkehrs und der Geschwindigkeiten dürften hierfür ursächliche Zielsetzungen sein, denn in Zusammenhang mit der Verkehrsthematik wurden verbesserte Querungsmöglichen für Kinder sowie der Wunsch nach einer Tempo 30-Zone formuliert.

Die Stärkung und positive Entwicklung des Ortskerns ist ein weiteres wichtiges Betätigungsfeld. Zum einen geht es um die Stärkung der Qualitäten im öffentlichen Raum, zum anderen um die Reaktivierung bzw. Nachnutzung von brachgefallenen bzw. mindergenutzten Gebäuden im Ortskern.

Und als drittes Handlungsfeld sieht man für Burggen die Stärkung und Sicherung von Treffpunktfunktionen und Versorgungsmöglichkeiten, wobei im Vergleich zu anderen Gemeinden Burggen diesbezüglich gar nicht so schlecht dasteht. Die zwei Nahversorgungsbetriebe im Ort (kleiner Supermarkt und Apotheke) stellen einen wichtigen Baustein dar.

Ortskern soll revitalisiert werden

„In der Gesamtbetrachtung ist insbesondere im Bereich des Wohnens davon auszugehen, dass weniger die Erschließung von neuem Bauland als Zielsetzung gewünscht wird, sondern eine klare Konzentration auf die Revitalisierung von einzelnen Gebäuden im Ortskern“, heißt es in dem Bericht von Leuninger & Michler.

„Jetzt geht die Arbeit im Gemeinderat erst richtig los“, kündigte Bürgermeister Joseph Schuster an. In Arbeitskreisen und Workshops soll all das „beackert“ werden, was die Bürger vorgeschlagen haben und im Drehbuch von Leuninger & Michler aufgelistet ist.

Gemeinderat ist mit der Fortführung des Interkommunalen Entwicklungskonzepts einverstanden

„Um eine Förderung zu bekommen, brauchen wir einen Beschluss“, so die Aufforderung von Schuster an die Gemeinderäte. Dieser Beschluss wurde dahingehend gefasst, dass der Gemeinderat mit der Fortführung des Interkommunalen Entwicklungskonzepts einverstanden ist, wobei die einzelnen Maßnahmen allerdings erst noch festgelegt werden müssen.

MICHAEL GRETSCHMANN


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