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Burggen liebäugelt mit Ortsumfahrung

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Von: Jörg von Rohland

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Aushängeschild des Orts: Das Roatherhaus bietet neben der Gemeindekanzlei Supermarkt, Apotheke, Gemeindeverwaltung, Café beziehungsweise Bistro, Sparkasse, Praxis für Logopädie, Arztpraxis Dr. Schnack, Praxis für Psychotherapie und sogar drei Seniorenwohnungen. © Kathrin Ziellenbiehler/Archiv

„Bauen, Bauen, Bauen und nochmal Bauen!“, fordert die Bayerische Staatsregierung von Städten und Gemeinden. Wohnraum wird im Freistaat immer knapper. Wir wollen in unserer Serie zur Ortsentwicklung von den 22 Kommunen aus dem Verbreitungsgebiet der Schongauer Nachrichten wissen, wie stark sie in den kommenden 20 Jahren wachsen möchten und können. Heute: Burggen.

Burggen – Die Gemeinde Burggen wünscht sich eine langsame Entwicklung, „sodass die Jugend, junge Familien und auch die älteren Menschen am Ort gehalten werden können“, erläutert ihr Bürgermeister Joseph Schuster.

Junge Familien  und Senioren

Der Zuzug junger Familien ist in Burggen erwünscht, die Frage danach beantwortet der Rathauschef mit einem klaren „Ja“. Für Senioren ist, wenn auch in einem überschaubaren Rahmen, mit insgesamt drei Seniorenwohnungen im Roatherhaus gut gesorgt. Im Gebäude befinde sich ein Aufzug, sodass alle Dienstleister im Gebäude für Senioren barrierefrei zu erreichen seien, so Schuster. Und: „In einem 2. Bauabschnitt könnte am Areal des Roatherhauses ein Seniorenheim errichtet werden“, blickt der Bürgermeister voraus.

Einheimische

In der Gemeinde Burggen gilt das vom Gemeinderat im März 2004 beschlossene Einheimischenmodell. Voraussetzungen sind unter anderem, dass der Bewerber seit mindestens acht Jahren seinen Wohnsitz in Burggen hat oder vor seinem Wegzug 18 Jahre im Ort gelebt hatte. Berücksichtig werden auch Gewerbetreibende, die seit mindestens vier Jahren einen Betrieb im Ort haben und dieser mindestens drei Beschäftigte mit einem Einheimischen hat. Zusatzkriterien sind unter anderem die Anzahl der Kinder, Behinderungen und die Integration ins Dorfleben, etwa in Vereinen.

Bauland  und Verdichtung

Bei der Bereitstellung von Bauland geht die Gemeinde behutsam vor. Es werde nur so viel ausgewiesen, „dass der Bedarf an bauwilligen Familien der Gemeinde Burggen gedeckt werden kann“, erklärt Schuster. Dies geschehe in Burggen, Tannenberg und Haslach. Die Parzellengrößen liegen zwischen 650 und 800 Quadratmeter, die Einheimischen zahlen dafür 45 Euro pro Quadratmeter. Überdies wäre die Verdichtung im Ort möglich, „wenn die Eigentümer ihre Grundstücke zur Verfügung stellen“.

Im Auge hat der Bürgermeister auch Leerstände an der Kreisstraße WM6: Die bereits vorhandenen beziehungsweise in Zukunft weiter drohenden Leerstände an der Kreisstraße sollen wieder mit Leben gefüllt werden. „Der Gemeinderat will versuchen, dafür einen Anreiz zu schaffen“, sagt Schuster. Die Umsetzung dürfte seiner Meinung nach allerdings schwierig werden, insbesondere wegen des hohen Verkehrsaufkommens von rund 5500 Fahrzeugen pro Tag. „Das verringert die Wohnqualität erheblich“, bedauert der Rathauschef. Eine mögliche Lösung: „Im Gemeinderat wurde diesbezüglich daher auch schon über eine Ortsumfahrung nachgedacht.“

Infrastruktur

Die Burggener Infrastruktur kann sich sehen lassen: Neben Rathaus, Kindergarten, Kinderkrippe und Grundschule mit Mittagsbetreuung wird vor allem das Roatherhaus in der Ortsmitte genannt: mit Supermarkt, Apotheke, Gemeindeverwaltung, Café beziehungsweise Bistro, Sparkasse, Praxis für Logopädie, Arztpraxis Dr. Schnack, Praxis für Psychotherapie und den drei Seniorenwohnungen. Überdies verweist das Rathaus auf ein aktives Vereinsleben mit zahlreichen kulturellen Angeboten durch 15 Vereine.

Gewerbeansiedlung

Und für das Gewerbe hat der Ort auch noch viel Platz, 9000 Quadratmeter stehen zur Verfügung, „der Bedarf der Gemeinde ist dadurch auf längere Sicht gedeckt“, meint Schuster. Überdies stünden im Ortskern fünf Baugrundstücke zur Verfügung, die zum Wohnen und für Gewerbe zulässig seien.

Teil 5: Böbing

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