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Bedenken gab es bei den Plänen für die Schwarzkreuzstraße/Lechhalde

Aus dem Gemeinderat

Burggen: Mit Baugebieten für Zukunft gerüstet

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Bevor das sogenannte „13-b-Verfahren“ nicht mehr möglich ist, beschäftigte sich der Burggener Gemeinderat gleich mit zwei neuen Baugebieten. Die Pläne stießen nicht nur auf Begeisterung.

Burggen – Die Bevölkerung in Burggen wächst – und damit auch der Bedarf an Wohnraum und Bauplätzen. Daher beschäftigte sich der Gemeinderat nun gleich mit zwei neuen Baugebieten. Man wolle damit vor allem die jungen Burggener im Ort halten, erklärte unter anderem Bürgermeister Joseph Schuster.

Doch auch ein weiterer Grund steckt hinter der Auseinandersetzung mit den beiden neuen Baugebieten: Bislang hatten Gemeinden in Bayern die Möglichkeit, auf den Paragrafen 13b zurückzugreifen, um im beschleunigten Verfahren Außenbereichsflächen für die Wohnnutzung bebaubar zu machen. Die Kommunen müssen in diesem Verfahren für die Wohnbereiche keine Ausgleichsflächen benennen.

Erweiterung Gartenweg und Schwarzkreuzstraße-Lechhalde

Konkret ging es in Burggen um die „Erweiterung Gartenweg“ hinter der Schule sowie die „Erweiterung Schwarzkreuzstraße-Lechhalde“. Bei Ersterer waren sich die Gemeinderäte schnell einstimmig einig, das Gelände zu erwerben und gleich den Bebauungsplan aufzustellen. Ausschlaggebend bei ihrer Entscheidung war für viele Gemeinderäte die Lage: Das circa 0,6 Hektar große Grundstück grenzt im vorderen Bereich an den Schulgarten an. „Es ist erwartbar, dass die Schülerzahl wächst und die Schule in Zukunft mehr Bedarf hat“, sagte Schuster.

Mögliche Erweiterungen könnten dann auf dem Grundstück entstehen. Deswegen soll der vordere Bereich des neuen Baugebietes vorerst auch frei bleiben. Auf dem übrigen Gelände sollen Bauplätze entstehen.

Beim zweiten Baugebiet, der „Erweiterung Schwarzkreuzstraße-Lechhalde“, gingen die Meinungen der Gemeinderäte auseinander. Eine zweireihige Bebauung mit circa 18 Bauplätzen soll dort auf rund 1,7 Hektar entstehen. „Wann wir den Bebauungsplan voranbringen, ist egal. Wichtig ist, dass wir die Aufstellung des Bebauungsplans schnell beschließen, um rechtlich abgesichert zu sein. Dann hätten wir genügend Bauplätze für die Zukunft. Das ist der richtige Schritt“, warb der Bürgermeister.

Kirchhofer hatte für die Pläne wenig übrig

Thomas Kirchhofer hatte für die Pläne allerdings sichtlich wenig übrig. „Alles entwickelt sich nur noch in den Außenbereich. Was ist mit dem Ortskern? Der muss auch aktiv gestaltet werden“, kritisierte er. Zwar verstehe er, dass Bauplätze zur Verfügung gestellt werden müssen – „aber wir sollten nicht immer nur den leichtesten Weg gehen. Das gibt einen Schlauch da raus. Das ist nicht in meinem Sinn.“

Die Entwicklung des Ortskernes anzupacken, habe noch Zeit, argumentierte hingegen Richard Lang. „Im Dorfkern sind sämtliche Grundstücke im Privatbesitz. Die werden vielleicht in zehn bis 30 Jahren frei – dann können wir die Innenentwicklung anstoßen.“ In näherer Zeit sehe er da allerdings keine Möglichkeit.

Die meisten wollen neu bauen, kritisierte Dr. Stefan Schnack

„Die allermeisten wollen neu bauen, weil sie bestimmte Vorstellungen haben. Junge Leute wandern ab, wenn wir ihnen keine Bauplätze anbieten können. Das würde die Dorfentwicklung auf viele Jahre hinweg beeinflussen“, argumentierte Dr. Stefan Schnack.

Zwar gebe es laut Schuster auch im Ort noch Baulücken – aber die Grundstücke seien in Privatbesitz. Und die Besitzer würden mehr als 52,50 Euro pro Quadratmeter verlangen. Die Gemeinde sei aber nicht bereit, so viel zu zahlen. Deswegen bleibe vorerst nur der Weg nach außen, erklärte der Bürgermeister.

Aufstellungsbeschluss kostet die Gemeinde nichts

„Der Aufstellungsbeschluss kostet uns nichts. Wir machen momentan also keinen Fehler. Der Weg wäre geebnet, was dann umgesetzt wird, entscheidet bis dahin eh der neue Gemeinderat“, meinte Hans Welz pragmatisch. Albert Bißle, Hans Baumer und Thomas Kirchhofer konnte er damit allerdings nicht überzeugen. Sie stimmten gegen die Aufstellung des Bebauungsplanes – die Mehrheit entschied aber dafür.

Stephan Jocher wies allerdings darauf hin, die Verkehrsanbindung zu bedenken, wenn der Bebauungsplan in der nächsten Zeit intensiver angegangen werde. Dem stimmte Bürgermeister Schuster zu. „Eine Anbindung über vorhandene Wegenetze an die WM 6 wäre eine mögliche Zukunftslösung.“

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