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Sollte Burggen in die Förderinitiative aufgenommen werden, kann die Gemeinde die gescheiterten Pläne für das Dorfgemeinschaftshaus womöglich wieder aus der Schublade holen. 

Burggen will in Förderinitiative „Innen statt aussen“

Neue Chance für Dorfgemeinschaftshaus?

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„Innen statt Außen“ heißt es womöglich bald auch in Burggen. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung den Beschluss gefasst, sich für die Aufnahme in die Förderinitiative der Bayerischen Staatsregierung zu bewerben. Gemeinde und Privatleuten winken satte Zuschüsse, wenn sie sich bei der Ortsentwicklung auf innerörtliche Flächen und Gebäude konzentrieren, statt am Ortsrand neues Bauland auszuweisen.

Burggen – Der Gemeinderat hatte das Thema schon einmal auf der Tagesordnung. Bis zur jüngsten Sitzung bekamen die Gremiumsmitglieder Zeit, sich die Sache zu überlegen, um nun entscheiden zu können, ob sie in Zukunft bis zu 80 Prozent Zuschüsse bei der innerörtlichen Entwicklung abgreifen wollen.

Trotz der Bedenkzeit kam es erneut zu einer munteren Diskussion, in der das Für und Wider einer Aufnahme in die Initiative abgewogen wurde. Allen voran Bürgermeister Joseph Schuster hielt ein flammendes Plädoyer für die Initiative der Regierung und führte auch gleich ein paar Beispiele für Burggen auf, für die die zusätzlichen Mittel aus der Staatskasse ideal wären. Vor allem hatte er das Haus der Vereine im Auge, das für die Dorfgemeinschaft ausgebaut werden sollte. In mehr als 60 Sitzungen hatten sich die Gemeinderäte bekanntlich schon Gedanken gemacht und Pläne gewälzt, um das Projekt letztlich im Frühjahr dieses Jahres aus Kostengründen zu begraben. Mit 2,8 Millionen Euro wäre es schlicht zu teuer gekommen (wir berichteten). Würde man das Vorhaben nun wieder aus der Schublade ziehen und über die Städtebauförderung in die „Innen statt Außen“-Inititative bringen, könnte sich Burggen den Ausbau des Dorfgemeinschaftshauses durchaus leisten.

Bedenken allgemeiner Art streute jedoch Ratsmitglied Dr. Stefan Schnack ein. Er warnte davor, „jungen Leuten ein Modell überzustülpen“ und sprach von „einer Reglementierung des Individualismus“. Er meinte damit, dass viele lieber auf der freien Wiese ein neues Haus bauen, statt in der Ortsmitte in ein altes einzuziehen. „Wir müssen eine Alternative haben, sonst sagen die jungen Leute, ich will das nicht und gehen woanders hin“, warnte Schnack.

Das Problem des Leerstands in Burggen hat sich in den vergangenen Jahren weiter verschärft. „Es sind 14 bis 15 Häuser an der Straße, die kurz oder mittelfristig verwaisen“, machte der Rathauschef in der Sitzung einmal mehr deutlich und nannte auch gleich den Grund: „Das Problem ist die Straße und die 5500 Fahrzeuge jeden Tag“, so Schuster. Die Geschwindigkeit auf der Kreisstraße sei enorm.

Die Räte waren sich letztlich mehrheitlich einig, Anreize für Leute zu schaffen, die bereit sind, in die innerörtliche Entwicklung zu investieren. Mit 9:2 beschloss der Gemeinderat, sich für die Aufnahme in die Förderinitiative zu bewerben. Das Dorfgemeinschaftshaus hob Rathauschef Schuster dabei „als Paradeprojekt“ heraus.

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