Die Toiletten im Kindergarten St. Anna in Burggen sind in die Jahre gekommen. Das liegt nicht in erster Linie an der Optik, sondern am schlimmen Urin-Geruch, der sich über Risse in den Estrich gefressen hat.
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Die Toiletten im Kindergarten St. Anna in Burggen sind in die Jahre gekommen. Das liegt nicht in erster Linie an der Optik, sondern am schlimmen Urin-Geruch, der sich über Risse in den Estrich gefressen hat.

Kinder wollen Toiletten nicht mehr benutzen

Ekel-Klos in Kindergarten - Eltern entsetzt: „Vor 40 Jahren schon auf gleiche Toilette gegangen“

  • Barbara Schlotterer-Fuchs
    VonBarbara Schlotterer-Fuchs
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Dieses Ekel-Thema stinkt Eltern und Kindern gewaltig: Die Toiletten in einem Kindergarten in Burggen sind unzumutbar. Die Sanierung steckt in der Sackgasse.

  • In einem Kindergarten in Burggen sind die Toiletten in traurigem Zustand.
  • Der Geruch ist für Kinder und das Erzieher-Team eine Zumutung.
  • In Sachen Sanierung geht seit längerer Zeit nichts voran. 

Burggen – Wenn die Kinder vom Kindergarten St. Anna in Burggen aufs Klo gehen, würden sich so manche am liebsten die Nase zuhalten. Es stinkt. Permanent. Nach Urin. Kaum auszuhalten. „Sogar, wenn frisch geputzt ist“, bestätigt Kindergartenleiterin Magdalena Gistl die traurigen Toiletten-Zustände in der Einrichtung.

Die Toiletten sind alt. Uralt. „Mein Mann ist vor 40 Jahren schon auf die gleiche Toilette gegangen wie jetzt mein Sohn“, erzählt Elternbeiratsvorsitzende Nicole Schropp. Manche Kinder, sagt sie, wollen im Kindergarten schon gar nicht mehr aufs Klo gehen „und verdrücken sich’s, bis sie daheim sind. Es ist ganz schlimm. Es gibt zig Verordnungen für alles, aber bei der Hygiene nimmt man es nicht so genau.“

Ekel-Toiletten in Kindergarten: Wenn Fußbodenheizung an ist, riecht es noch mehr

Über die kaputten Bodenfliesen und Risse in den Fugen hat sich Urin in den Estrich gefressen. „Und wenn jetzt im Winter noch die Fußbodenheizung an ist, riecht es nochmal deutlich mehr“, sagt Magdalena Gistl. Vor allem in einer sensiblen Phase des ersten selbstständigen Klogangs seien diese Umstände für das Toilettenverhalten der Kinder wenig förderlich, erklärt die Einrichtungs-Leiterin.

Gemeinde Burggen müsste tätig werden, aber ihr sind die Hände gebunden

Das Ganze finden alle Beteiligten furchtbar. Und trotzdem geht in Sachen Sanierung so gar nichts voran. Auf den Tisch gebracht hatte das Thema in der jüngsten Gemeinderatssitzung Bürgermeister Joseph Schuster. „Die Kirche bringt den Umbau im Kindergarten nicht auf die Füße, die Leute werden schon unruhig.“ Jetzt müsse die Gemeinde tätig werden. Doch der sind eigentlich die Hände gebunden: Weil das Gebäude der Kirche gehört, schafft die als Bauherr auch an. Allerdings: 90 Prozent der Baukosten hat die Gemeinde zu tragen.

Ekel-Toiletten in Kindergarten: Thema stinkt auch einigen Gemeinderäten

Das ganze Thema stinkt auch einigen Gemeinderäten. „Wir müssen Klartext reden mit dem Architekten“, forderte Thomas Kirchhofer. „Das zieht sich jetzt schon seit eineinhalb Jahren, sonst dauert’s nochmal eineinhalb!“„Und die Leidtragenden sind unsere Kinder“, stimmte Gemeinderat Richard Lang in den ärgerlichen Tenor ein.

Kindergarten in Burggen: Runder Tisch mit allen Beteiligten macht Hoffnung

Aktuell gibt’s in der muffeligen Angelegenheit zumindest eine kleine positive Nachricht: Ein paar Tage nach der öffentlichen Gemeinderatssitzung gab’s jetzt einen runden Tisch mit allen Beteiligten. Dort hat Harry Behne, Verwaltungsleiter der Pfarreiengemeinschaft Auerberg, sein „Unverständnis gegenüber der bisher nicht erfolgten Vorlagen durch den Architekten“ zum Ausdruck gebracht. Das erklärt er auf Anfrage der Schongauer Nachrichten. Zudem hätte er auch die Diözese gebeten, in der Sache Druck aufzubauen. Seitdem hätte sich etwas getan: „Der Architekt hat jetzt Pläne vorgelegt und eine grobe Kostenschätzung.“

Diese ersten Unterlagen würden jetzt mit der Diözese besprochen, um dann der Gemeinde Burggen vorgestellt werden zu können. Klingt, als könne noch viel Wasser die alten Klospülungen hinunterfließen, bis sich da was tut. Harry Behne hofft, dass das nicht der Fall ist. Der Diözese läge viel daran, alles schnell auf den Weg zu bringen, man sei „sensibilisiert“.

Ärger um Toiletten gab es auch in Weilheim: Die Zustände der mobilen WCs am Bahnhof ließen eine Frau vom Glauben abfallen.

Mit einer unglaublichen Ekel-Aktion schockte eine Kundin im Übrigen in einer Umkleidekabine in einem Schongauer Modemarkt. Danach kaufte sie einfach weiter ein.

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