So sollte das Dorfgemeinschaftshaus in Burggen eigentlich aussehen.

Burggen zieht die Reißleine

Zu teuer: Dorfgemeinschaftshaus nach fünf Jahren Planung gestorben

In den vergangenen fünf Jahren ist in insgesamt 63 Sitzungen über das Burggener Dorfgemeinschaftshaus im Gemeinderat und mit den betroffenen Vereinen geredet, diskutiert, geplant und wieder umgeplant worden. Alles umsonst: Das Projekt ist gestorben, weil es mit 2,8 Millionen Euro einfach zu teuer geworden ist.

Burggen – Bürgermeister Joseph Schuster hat auf der jüngsten Sitzung des Burggener Gemeinderates am Donnerstagabend das in den vergangenen fünf Jahren geplante Dorfgemeinschaftshaus noch einmal im Detail aufgearbeitet. Er hat die Planungen, Umplanungen und die Möglichkeiten der Finanzierung mit einem staatlichen Zuschuss von 583 000 Euro erläutert.

Anfangs waren unterschiedliche Standort gesucht worden, die sich für den Bau eines Dorfgemeinschaftshauses anbieten könnten. So ein Standort am Ortsausgang in Richtung Bernbeuren, am Bolzplatz hinter der Schule oder am neuen Sportgelände in Richtung Dessau. Letztlich aber bot sich doch das alte Gemeindehaus an.

Nur: Das komplett sanierungsbedürftige Gebäude war für die Forderungen der vier Vereine, Musik-, Trachten-, Kegel- und Schützenverein, ohne Anbau schlichtweg zu klein. Gewünscht/geplant waren: Für Trachten– und Musikverein je ein kleiner Probesaal mit je 140 Quadratmetern, ein Gemeindesaal mit 135 Quadratmetern für 100 bis 120 Besucher, ein 60 Quadratmeter großer Raum für die Dorfgeschichte, ein Gastraum mit kleiner Küche, Aufzug, ein Foyer, das auch für Ausstellungen genutzt werden könnte, Garderobe und Toilettentrakt sowie im Untergeschoss vier Kegelbahnen und Platz für zehn mobile Schießstände.

Zerknirscht: Burggens Bürgermeister Schuster.

„Wir haben uns wirklich viele Gedanken gemacht,“ sagt Burggens Gemeindechef vor den auffallend vielen Besuchern der Gemeinderatssitzung. Für die Finanzierung des Projektes hatte Schuster klare Vorstellungen: Da ging er von Kosten von insgesamt 2,8 Millionen Euro aus. Über ein Barvermögen in Höhe von 2,157 Millionen Euro verfügt die Gemeinde. Dazu kommt der Zuschuss aus dem EU-Topf mit 583 000 Euro. Unterm Strich also genau die Summe, die das zuletzt geplante Dorfgemeinschaftshaus kosten würde.

Der Burggener Gemeinderat allerdings will nur 1,2 bis höchstens 1,4 Millionen aus dem Gemeindesäckl zustimmen. Danach stünden „lediglich“ noch rund zwei Millionen Euro zur Verfügung. Nach der Submission der Gewerke, 2,88 Millionen Euro, ist die zuletzt vorgesehene Summe um 788 000 Euro überschritten worden.

Mit den Vorständen der betroffenen Vereinen ist das Projekt noch einmal besprochen worden. Ergebnis: So wie geplant, geht es nicht. Das war das Todesurteil für das Projekt Dorfgemeinschaftshaus.

Schuster hat nunmehr die Vereinsvorstände gebeten, sich über Sparpakete Gedanken zu machen. Gemeinderat Dr. Stefan Schnack wollte zur Finanzierung noch sagen, dass da der Eindruck entstanden sei, dass sich die Gemeinde das Projekt sehr wohl leisten könne. Das mit dem Barvermögen von 2,157 Millionen Euro sei indes eine Milchmädchenrechnung. Da seien schließlich noch etliche Vorhaben, die noch aus diesem Barvermögen-Topf zu bezahlen seien.

Letztlich hat der Burggener Gemeinderat beschlossen, dass die Ausschreibung der Bauleistungen fürs Dorfgemeinschaftshaus aufzuheben sind, weil die Vergabeunterlagen grundlegend geändert werden müssen. Das geplante Bauvorhaben Dorfgemeinschaftshaus sei in seinem jetzigen Umfang nicht finanzierbar. „Das Projekt hat uns in den vergangenen fünf Jahren viel Zeit und Nerven gekostet,“ bedauerte Schuster die jetzige Entscheidung.

von Walter Kindlmann

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