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Volles Haus bei der Bürgerversammlung in der Turnhalle in Burggen. Über 300 Besucher hatten sich eingefunden und verfolgten aufmerksam den Vortrag über die Geschossflächenerhebung.

Bürgerversammlung

Abwasser: Was die Burggener zahlen müssen

Wenn’s an den Geldbeutel geht, werden die Bürger hellhörig – auch in Burggen. Dort lockte die Bürgerversammlung am Montagabend über 300 Besucher in die Turnhalle. Die brennende Frage: Was müssen wir für die Abwasserentsorgung bezahlen?

Burggen – „Die Kosten hängen von der Grundstücksgröße und Geschossflächenzahl ab“, stellte Bürgermeister Joseph Schuster gleich zu Beginn klar. Und wie letztere ermittelt wird, darüber klärte Heinrich Schulte (Kommunalberatung) aus Veitshöchheim auf. Sein Team ist in Burggen mit der kompletten Erfassung der Grundstücks- und Geschossflächen, der versiegelten Flächen, der Beitrags- oder Gebührenkalkulationen, der Satzungsberatung und der Widerspruchsbearbeitung usw. beauftragt.

Da die Gebühren für die Abwasserentsorgung kostendeckend sein müssen und nicht aus dem Steuersäckel finanziert werden dürfen, ist eine umfangreiche Datenerhebung notwendig, denn schließlich sollen die Kosten auf die Bürger gerecht umgelegt werden. Voraussetzung hierfür ist ein Anlagennachweis. In diesem Zusammenhang bedankten sich Heinrich Schulte und sein Partner Josef Steiner bei den Burggenern für die Mitwirkung bei der Geschossflächenerhebung, „Das hat gut geklappt“, fand Heinrich Schulte lobende Worte.

Wie funktioniert das eigentlich mit der Geschossflächenerhebung? Das war die zentrale Frage bei der Bürgerversammlung in Burggen. Anhand von Beispielen zeigte Schulte auf, wie solche Berechnungen erfolgen und wie die derzeitige Rechtslage ist. Dass zum Beispiel für die Einleitung von Schmutzwasser 90 Prozent angesetzt werden und für das Niederschlagswasser zehn Prozent. Bei einem Mischwasserkanal sei die Kostenaufteilung wieder anders (50 Prozent Schmutzwasser, 25 Prozent Niederschlagswasser und 25 Prozent Straßenentwässerung). „Da schaut jede Rechtsaufsicht genau hin“, betonte Schulte.

In Burggen sind die Herstellungsbeiträge jetzt neu erfasst und berechnet worden (über die Grundstücksgröße und die Geschossflächenzahl). So darf die Gemeinde für erschlossene Grundstücke Beiträge verlangen. Ausgebaute Dachgeschosse, Milchkammern und Garagen (mit direkter Verbindungstür zum Wohngebäude) werden in die Geschossflächenerhebung einbezogen. Maschinenhallen ohne Wasseranschluss dagegen nicht. Das stellte Schulte noch einmal klar. Bei Kellern würden die kompletten Flächen berechnet, egal, ob sie leer stehen oder nicht. Ein Dachgeschoss zähle dagegen nur, wenn es bewohnbar sei.

So ein Berechnungszeitraum erstreckt sich immer über vier Jahre. Der künftige Herstellungsbeitrag beträgt in Burggen bei der Grundstücksfläche 1,08 Euro pro Quadratmeter (bisher 1,98 Euro) und 14,59 Euro bei der Geschossfläche (bisher 24,20 Euro). „Die Neuberechnung wirkt sich somit vorteilhaft für die Bürger aus“, fasste Bürgermeister Joseph Schuster zusammen.

In welcher Größenordnung muss der einzelne Bürger in etwa rechnen? 5000 Euro bei einem normalen Haus, 9000 Euro für ein landwirtschaftliches Anwesen und 3300 Euro für einen neuen Bauplatz. Was noch wichtig ist: „Zukünftige Investitionen sind in dieser Berechnung allerdings noch nicht enthalten“, so der Hinweis von Heinrich Schulte. Denn der Regenwasserkanal muss in Burggen erst noch gebaut werden.

Hinweis:

Wenn Bürger noch Fragen zur Geschossflächenerhebung und zu der ganzen Thematik über die Abwassergebühren haben, können sie sich gerne an Josef Steiner wenden. Er steht am heutigen Mittwoch, 23. Januar, ab 9 Uhr noch im Sitzungssaal (im zweiten Stock) des Roatherhauses zur Verfügung.

MICHAEL GRETSCHMANN

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