+
Josef Huber mit einem besonderen Stück Holunderstamm. Hier haben sich in den drei fast unscheinbaren Bohrlöchern Insekten eingenistet, die von Experten der Technischen Universität Weihenstephan noch näher untersucht werden sollen.

Burggener kämpft gegen das Bienensterben

Burggener kämpft gegen das Bienensterben – sein Reichtum an Ideen ist unerschöpflich

Das Thema ist derzeit in aller Munde. Medien berichten fast täglich über das Bienensterben. Auch andere Insekten wie Schmetterlinge, Libellen und unsere so geschätzten heimischen Vögel machen sich rar. Den Tieren fehlt der so notwendige Lebensraum. Einer, der schon lange den Insekten natürlichen Raum zum Überleben gibt, ist Josef Huber aus Burggen.

Burggen – Der Reichtum an Ideen von Josef Huber ist unerschöpflich. Seine kreativen und teilweise ausgefallenen Gedanken sind in Form von Beispielen rund um sein Häuschen in der Annastraße zu erkennen. Sicherlich einzigartig in der Gemeinde und nicht zu übersehen. Beim Betrachten der einzelnen Stücke und Kombinationen aus Natur und nostalgischen Einzelstücken sprudelt es in Form von Erklärungen nur so aus Huber heraus.

Alles ist von ihm durchdacht, nichts einfach so ab- oder angelegt. Ein Paradies für Augen und Sinne. „Im Kopf hätt’ ich noch viel, aber die Knochen machen nicht mehr so mit“, ist die Entschuldigung, warum bestimmte Objekte noch nicht fertig sind. Darunter sind seine ausgehöhlten Holunderstämme, in denen er kleine Getreidefelder anlegen will. „Hafer, Gerste und Roggen eignen sich bestens als Vogelfutter, darüber hinaus dienen die Pflanzen als Trockensträußchen“, erklärt der Senior, der mittlerweile 84 Lenze zählt.

Trotzdem ist sein Tatendrang ungebrochen. Vor allem, wo jetzt die Natur so toll erwacht. „Da muss man jeden Sonnenstrahl genießen.“ Und er gibt sich mit dem Frühlingsbeginn den Startschuss für seine Projekte, die alle mit Wildpflanzen kombiniert sind. Bei ihm werden keine künstlichen Baumarktartikel verarbeitet. Es sei, ein schön verzierter Terrakottatopf zerbricht bei seinem Besitzer. Dann finden die Scherben bei Huber Verwendung. „So kann man mit einfachsten Sachen ein dekoratives Umfeld gestalten“, ist seine Devise.

Und wieder hält Huber einen Stamm aus Holunder in den Händen. Dieses Holz hat es ihm angetan. Der Grund ist einfach. „Dort gehen die Insekten mit Vorliebe rein“, erklärt Huber und zeigt gleichzeitig die vielen Bohrlöcher der Tiere. „Und die Insekten dienen wiederum als Nahrung für die Vögel.“ Daneben das Gegenstück. Eine große Scheibe aus Lindenholz, die Huber schon zwölf Jahre lang beobachtet. Hier ist kein einziges Bohrloch zu finden. Dieses Holz wird von den Insekten abgelehnt.

Drei der unzähligen kuriosen Schnitzereien von Josef Huber, die als Insektenhotels dienen.

Huber macht auf ein weiteres Stück Holunderholz in seiner Sammlung aufmerksam. Ein Prachtstück von gut 50 Zentimetern Stammdurchmesser. Darin sind drei Bohrlöcher zu erkennen, die für den Laien eigentlich nichtssagend sind. Nicht so für die Spezialisten der TU Weihenstephan. Die haben Huber besucht, als sie von seiner kuriosen Ansammlung von Tothölzern gehört haben. Und genau diese Löcher haben sie neugierig gemacht. So neugierig, dass sie im Sommer nochmal nach Burggen kommen werden, um das Ganze näher zu beleuchten.

„Wir brauchen die Bienen als Bestäuber“, betont Huber, als er vor dem alten Sautrog steht. Diesen hat er umfunktioniert und seine ganz spezielle Blumenwiese angelegt. „Auf kleinstem Raum möglichst große Vielfalt“, ist hier seine Devise. Nicht nur nach Hubers Ansicht haben die Mais-Monokulturen viele Bienenvölker vernichtet. Mit seinem blühenden Sautrog will er wenigstens einen kleinen Beitrag leisten, gegen das Bienensterben vorzugehen.

Von einer besonderen Belohnung, die er im vergangenen Jahr erleben durfte, schwärmt er heute noch. „Hunderte von Schmetterlingen haben sich auf meinen Herbstastern niedergelassen“, erzählt Huber, nachdem er sich inmitten der Idylle auf die alten Gartenbank gesetzt hat. Dann wird er nachdenklich, wenn er an die nachfolgenden Generationen denkt. „Hoffentlich dürfen die noch lange eine Natur mit Bienen und anderen Bestäubern erleben, denn ohne diese würde kein Obst mehr wachsen.“

Hans-Helmut Herold

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Wasser aus Schongau kommt Kinsau teuer
Der Bürgerversammlung in Kinsau konnte Bürgermeister Marco Dollinger mit Stolz über viele Erfolge von 2017 berichten. Der Nachwuchs ist versorgt, nur beim …
Wasser aus Schongau kommt Kinsau teuer
Unheimlicher Vorfall: Kater kommt mit rasiertem Bauch nach Hause
Das ist wirklich kurios und auch ganz schön unheimlich: Der Kater einer Weilheimerin kam kürzlich von seinem Freigang nach Hause - und zwar mit rasiertem Bauch. Die …
Unheimlicher Vorfall: Kater kommt mit rasiertem Bauch nach Hause
Gestohlenen Maibaum wieder zurückgeholt
In Prem wechselte in diesen Tagen ein Maibaum so oft seine Besitzer wie andere Leute ihre  Unterwäsche. Den Dieben wurde der Stamm gleich wieder stibitzt.  Jetzt wird er …
Gestohlenen Maibaum wieder zurückgeholt
Angriff auf den Rathauschef
Mit fast 120 Besuchern war die Bürgerversammlung in Rottenbuch gut besucht. Diskussionsbedarf gab es immer noch bezüglich des geplanten Supermarkts auf dem ehemaligen …
Angriff auf den Rathauschef

Kommentare