Joseph Schuster ist Burggens Bürgermeister.

Entscheidung nach langer Diskussion

Burggen: Rathauschef bleibt ehrenamtlich

Eine kostenlose Unterrichtsstunde in Kommunalrecht haben die zahlreichen Besucher bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Burggen bekommen. Soll der Bürgermeister in der nächsten Wahlperiode hauptberuflich arbeiten oder doch lieber ehrenamtlich, wie bisher? Über diese Frage diskutierten die zwölf Ratsmitglieder eineinhalb Stunden lang sowohl hinter verschlossenen Türen als auch im öffentlichen Teil ihrer Sitzung.

Burggen – Auch in einem im Vergleich kleinen Ort wie Burggen mit seinen 1687 Einwohnern ist das Amt des Rathauschefs oft ein Vollzeit-Job, und häufig haben Kommunen Probleme, überhaupt geeignete Kandidaten zu finden. Bei der Frage, ob die Bürgermeister schon haupt- oder noch ehrenamtlich arbeiten, lässt der Gesetzgeber den Gemeinden einen großen Spielraum.

Ehrenamtlich heißt normalerweise unentgeltlich. Allerdings erhalten auch diese Bürgermeister eine Entschädigung, in der Regel zwischen 1500 und 5000 Euro.

Ehrenamtliche bekommen in der Regel zwischen 1500 und 5000 Euro monatlich

Zahlreiche Folien mit Tabellen machten für Burggener Gemeinderäte und die Besucher die finanziellen Details über Ehrensold, Rentenansprüche, Reisekosten, Steuern, Übergangsgeld, Zuschläge und so weiter transparent. Dabei sorgte der Vergleich zwischen Haupt- und Ehrenamt für kontroverse Debatten im Gremium.

Schuster: Habe es nie wegen des Geldes gemacht

Bürgermeister Joseph Schuster rechnete vor, dass ein hauptberuflicher Verwaltungschef während seiner sechsjährigen Amtszeit maximal bis zu 630 000 Euro bekommen könne, ein ehrenamtlicher dagegen nur knapp 400 000 Euro. „Ich hab’s aber nie bloß wegen des Geldes gemacht“, sagte Schuster. Sondern er habe sich immer gern für das Gemeinwohl engagiert.

Amtsinhaber trägt eine Menge Verantwortung

Doch Kläranlage und Wasserversorgung, Kindergarten und Schule sowie viele andere Aufgaben bedeuteten eine Menge Verantwortung für einen Amtsinhaber, der das alles neben seinem Beruf managen müsse.

Thomas Kirchhofer erinnerte an eine Reihe wichtiger Bauvorhaben in der Gemeinde, die ständige Kontrollen erfordern würden. „Bisher sind wir mit der ehrenamtlichen Regelung nicht schlecht gefahren“, stellte Gabi Höfler fest, während sich Richard Lang für einen berufsmäßigen Rathauschef aussprach. „Das ist heute wirklich keine leichte Entscheidung“, sagte Konrad Schindler in der lebhaften Diskussion.

Aus Altersgründen: Schuster könnte als Hauptamtlicher nicht mehr antreten

Dr. Stefan Schnack meinte, durch die Festlegung auf ein Hauptamt würde man den Bürgern die Wahlfreiheit nehmen, denn aus Altersgründen könnte Schuster dann nicht mehr antreten. „Außerdem ist mir das zuviel Geld“, so Schnack.

Fünf Gemeinderäte plädieren für einen Berufsbürgermeister, sieben für ehrenamtlichen

Derzeit erhält Schuster nach eigenen Angaben 2400 Euro brutto im Monat. Auch für Hans Baumer war der finanzielle Aspekt ausschlaggebend: „Wir zahlen jetzt schon mehreren Personen Ehrensold“, gab er zu bedenken. Schließlich fiel die Abstimmung knapp aus: Fünf Gemeinderäte plädierten für einen Berufsbürgermeister, während sich sieben Räten für die bisherige Ehrenamts-Regelung aussprachen. Der nächste Verwaltungschef von Burggen wird seine Arbeit also quasi nebenbei erledigen.

PETER STÖBICH


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Pünktlich zur Weihnachtszeit legt der Gemeinderat in Bernbeuren den Bürgern ein ersehntes Geschenk auf den Gabentisch:den Aufstellungsbeschluss für ein neues Baugebiet.

Dieses Ekel-Thema stinkt Eltern und Kindern gewaltig: Die Toiletten in einem Kindergarten in Burggen sind unzumutbar. Die Sanierung steckt in der Sackgasse.

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