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Für die geplante neue Lagerh alle der Firma Lieb am westlichen Ortsrand von Burggen ist eine Änderung des Flächennutzungsplanes notwendig.

Gemeinderat Burggen

In Burggen muss ein Flächennutzungsplan  geändert werden

So hat es sich der Burggener Gemeinderat nicht vorgestellt: Im Februar 2017 hatte das Gremium den Bauantrag der Firma Lieb Zerspanungstechnik zur Erstellung einer Lagerhalle an das bestehende Betriebsgebäude genehmigt. Ohne Änderung des Flächennutzungsplans sei das nicht möglich, gab jetzt das Landratsamt zu verstehen.

Burggen – „Jetzt machen wir das Verfahren, das wir nicht wollten“, brachte es Burggens zweiter Bürgermeister Albert Bißle in der jüngsten Gemeinderatssitzung auf den Punkt. Im Klartext bedeutet dies jetzt, die gesamte Ochsentour zu durchlaufen. Änderung des Flächennutzungsplans aus dem Jahr 2000. Dazu gehört die Bitte um Stellungnahme der Träger öffentlicher Belange, in der Regel so um die 25, öffentliche Auslegung des Flächennutzungsplanes, Einarbeitung der Stellungnahmen mit den entsprechenden Hinweisen oder Bedenken in den Flächennutzungsplan und erneute Auslegung.

Geplant ist auf dem 2200 Quadratmeter großen Grundstück eine Lagerhalle. Praktisch in Verlängerung an das bestehende Betriebsgebäude in Richtung Dorfmitte. Für den Bestand besteht Baurecht. Ein schalltechnisches Gutachten, das wegen der gegenüberliegenden Wohnbebauung notwendig ist, liegt vor.

Auch die drei Meter geforderte Abstandsfläche zu der landwirtschaftliche genutzten Fläche in Richtung Süden wird eingehalten. Der Bauherr rückt die drei Meter ganz einfach rein in sein Grundstück.

Die Gemeinde hatte es sich einfach vorgestellt mit der Genehmigung des Bauantrages. Jetzt bekommt Martin Eberle vom Architekturbüro Kern in Minderheim Arbeit mit dem neuen Flächennutzungsplan: „Der Ortsrand in Richtung St. Anna-Kirche wird nicht überplant, sondern überführt,“ sagte der Architekt und erläuterte, wie er sich die Änderung des Plans vorstellt. Er will so Baurecht für die Firma schaffen. „Und das muss tragfähig sein“, war Bürgermeister Joseph Schuster wichtig.

Wunsch der Gemeinde sei es, die ortsansässige Firma mit ihren 14 Arbeitsplätzen in ihrem Bauvorhaben zu unterstützen. Die Gemeinde wolle alles daran setzten, dass so schnell wie möglich Baurecht für diese Lagerhalle erteilt wird. Schuster bedauerte, dass die Gemeinde auf die Genehmigung keinen Einfluss mehr habe, da dafür jetzt das Landratsamt zuständig sei.

Das Fazit des Architekten: „Aus planerischer Sicht ist das jetzt eine gute Entwicklung.“ Die Gesamtsituation mit der bisherigen betrieblichen Nutzung sei positiv zu sehen. Das Verfahren sei offen, aber bis Ende Februar 2018 könnte es abgeschlossen sein. Vorab hat der Gemeinderat der Einleitung des Planverfahrens mit frühzeitiger Beteiligung der Öffentlichkeit geschlossen zugestimmt.

Walter Kindlmann

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