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Das Café „Woodys“ im Burggener Roatherhaus darf jetzt abends länger geöffnet haben.

Gemeinderat Burggen

Länger feiern im „Woodys“

Nach längerer Diskussion haben die Burggener Gemeinderäte veränderten Öffnungszeiten für die Café-Bar „Woodys“ im Roatherhaus zugestimmt. Beschwerden von Nachbarn wegen zu langer Öffnungszeiten hatten zuvor die Polizei und das Bauamt auf den Plan gerufen.

Burggen – Als das Roatherhaus eröffnet worden ist, war es als Mehrgenerationenhaus gedacht und geplant. Dementsprechend sollte auch ein kleines Café in den Räumen einladen zu einem Snack, zu Kaffee und Kuchen untertags sowie zum Mittagstisch – und das nicht nur für Senioren.

Dass das so nicht funktioniert, mussten die Räte nun schon zwei Mal miterleben, wie in der Diskussion in der jüngsten Gemeinderatssitzung deutlich wurde. Denn der aktuelle Betreiber hält das „Woodys“ wie erlaubt bis 22 Uhr auf und öffnet dafür vormittags gar nicht mehr. Deshalb wurde bereits ein entsprechender Bauantrag gestellt, bei dem die veränderten Öffnungszeiten, damals zur Zulassung, dargestellt waren.

Mittlerweile aber häufen sich die Beschwerden der Anwohner, denn es gibt auch drei Seniorenappartements im Hause selbst. Bis weit nach Mitternacht, so die Klage, würde die Musik dröhnen und würden sich die Raucher lautstark auf der kleinen Terrasse unterhalten. Auch die abfahrenden Gäste stören den Schlaf der Anrainer, sagte einer von ihnen in der Gemeinderatssitzung.

Nicht zuletzt deshalb trat das Bauamt auf den Plan und forderte, den bisher als Café geführten Betrieb in einen Gaststättenbetrieb umzuwandeln und die Öffnungszeiten entsprechend anzupassen. Dazu hatte Betreiber Peter Schwarz einen Antrag gestellt, demzufolge er unter der Woche und sonntags bis Mitternacht, freitags und an Sams- und Feiertagen bis 2 Uhr morgens sowie bei kleinen Festen – maximal sechs pro Jahr – bis 3 Uhr morgens aufhalten wolle.

In jedem Fall zu lange, befanden die Gemeinderäte, auch wenn sie Verständnis zeigten für die Situation des Betreibers. Man schieße sich ins eigene Knie, sagte ein Gemeinderat, würde man dem Antrag so nicht stattgeben. Denn was solle man mit den Räumen tun, wenn der Betreiber aufgebe?

Zwei Mal habe man ja schon erlebt, dass das ursprüngliche Konzept der Einrichtung nicht aufgeht, so der Tenor, wobei vor allem der Terrassenbetrieb kritisiert wurde. Dort müsste zum Wohl der Anwohner früher Ruhe herrschen. Auch wenn der Charakter des Hauses verloren gehe, war sich Gemeinderat Dr. Stefan Schnack bewusst, sei die ursprüngliche Planung einfach nicht mehr umsetzbar. Man könne einem Gewerbetreibenden nicht dreinreden.

Nur: Schnack wisse um die Zielgruppe und auch, warum es funktioniert oder eben nicht. Deshalb schlug nicht nur er einen Kompromiss vor. Burggens Bürgermeister Joseph Schuster – er hatte ursprünglich nichts an den Öffnungszeiten ändern wollen – kam dann doch dem Betreiber entgegen: So soll das Café unter der Woche und sonntags künftig bis 23 Uhr sowie freitags und samstags bis 1 Uhr morgens aufhalten dürfen. Feiertagsregelung soll es keine geben, und wenn eine Veranstaltung anstehe, könne der Betreiber per Ausnahmegenehmigung kürzere Sperrstunden beantragen.

Bei drei Gegenstimmen ist der Vorschlag im Burggener Gemeinderat so akzeptiert worden. Nun kommt noch eine Emissionsprüfung auf den Betreiber zu, dabei wird die Lärmbelastung geprüft.

Oliver Sommer

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