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Noch ist sie eine Kreisstraße: Die WM 12 soll zur Gemeindeverbindungsstraße werden, wenn es nach dem Landratsamt geht. 

Kreisstraße oder Gemeindestraße? 

Burggen ist gegen Straßen-Abstufung - jetzt muss Regierung entscheiden

  • Elena Siegl
    vonElena Siegl
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Kreisstraße oder Gemeindestraße? Diese Frage beschäftigt den Burggener Gemeinderat seit 2012 – und jetzt erneut. Während das Landratsamt die Straße herunterstufen möchte, sprechen für das Gremium mehrere Gründe dagegen. 

Burggen – Die Straße, die grob gesagt den Burggener Ortskern über Tannenberg mit der Erbenschwanger Verwertungs- und Abfallentsorgungsgesellschaft (EVA) verbindet, die WM 12, ist schon länger Streitthema zwischen Landratsamt Weilheim-Schongau und der Gemeinde Burggen. 

Bereits im Jahr 2012 hatte das Landratsamt die Gemeinde aufgefordert, dass die Kreisstraße zur Gemeindeverbindungsstraße herabgestuft wird – und damit vom Zuständigkeitsbereich des Kreises in die Verantwortung Burggens übergeben wird.

Weil sich die Gemeinde damals dagegen wehrte, flatterte nun wieder ein Schreiben des Landratsamtes in den Gemeinde-Briefkasten, wie Bürgermeister Josef Schuster in der jüngsten Sitzung bekannt gab. 

Man bete um eine Beschlussfassung und würde die Straße selbstverständlich in einem ordnungsgemäßen Zustand übergeben, heißt es in dem Brief. Und weiter: „Falls der Gemeinderat keiner Abstufung zustimmt, müsste die Regierung straßenaufsichtlich entscheiden.“

Auf dem WM 6 sind es täglich 6000 Autos

Die Straße sei mit 120 bis 130 Fahrzeugen pro Tag nicht sonderlich stark frequentiert, erklärte Schuster die Abstufungspläne des Landkreises. „Auf der WM 6 sind es dagegen täglich 6000 Autos“, führte er als Vergleich an.

Allerdings: Für Burggen würde die Herabstufung der WM 12 vor allem Probleme mit sich bringen, wie die Gemeinderäte schnell feststellten. Schneeräum- sowie Mäharbeiten müssten extern vergeben werden, weil die Gemeinde die Pflege der Straße weder personell stemmen könne, noch die nötigen Geräte vorhanden seien. „Die werden alle im Ort benötigt“, so Bürgermeister Josef Schuster.

Auch an der Formulierung, die Straße werde in ordnungsgemäßem Zustand übergeben, stießen sich viele Gemeinderäte: „Was heißt denn ordnungsgemäß? Wird die Straße wirklich erneuert oder nur schnell drübergespachtelt?“, wollte unter anderem Karl Schuster wissen. Schließlich müsste dann in ein paar Jahren, wenn dieses Provisorium hinfällig sei, die Gemeinde die hohen Kosten für die Straßenerneuerung tragen. Die Straße nach Tannenberg sei zur Zeit in einem desolaten Zustand, so Thomas Kirchhofer.

Wegen EVA sehr wohl viele Fahrzeuge

Hinzu komme, dass die Straße zur EVA führt und deshalb sehr wohl von vielen Fahrzeugen, auch Lastwagen, genutzt werde. „Das ist eine massive Belastung. Da werden immer wieder Arbeiten nötig sein“, so Stefan Schnack. „Die EVA wird vom ganzen Landkreis genutzt. Dann sollte die Straße, die dorthin führt, auch vom Kreis getragen werden – nicht von einer einzigen Gemeinde.“

Ob es überhaupt einen Vorteil gäbe, fragte Lang eher rhetorisch in die Runde: „Wir haben doch nichts zu verlieren, wenn wir uns gegen die Forderung stellen. Falls dann die Regierung die Straße abstuft, hat es für uns die selben Konsequenzen, als würden wir gleich zustimmen.“ Die Straße müsse trotzdem vom Landkreis saniert werden, hatte Schuster auf Nachfrage von Helge Mandak gesagt. 

„Wir können es also drauf ankommen lassen, wie die Regierung entscheidet – vielleicht ja auch in unserem Interesse, dass es eine Kreisstraße bleibt“, so Lang.

Letztendlich sahen es alle Burggener Räte so. Dem Landratsamt gegenüber seien sie zwar gesprächsbereit, würden sich aber außer Stande sehen, die finanzielle Belastung zu tragen. Außerdem könne die Zufahrt zur Deponie nicht als Gemeindestraße anerkannt werden, so die einstimmige Entscheidung gegen eine Abstufung der Straße.

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