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Sonnenaufgang am Lech beim Kinsau

Lebensraum Lechtal

Verärgerung führt zu Stiftung

Die Stiftung Lebensraum Lechtal ist bereits zum Ende des vergangenen Jahres gegründet worden, doch erst jetzt wird sie der Öffentlichkeit vorgestellt – bei einer Festveranstaltung am heutigen Freitag auf Gut Dessau in Burggen. Kurios sind die Umstände, wie es zu der Gründung gekommen ist.

Burggen – Naturschutz lebt von Begeisterung, die der Verein Lebensraum Lechtal im Rahmen von Führungen und Veranstaltungen bei den Menschen, die im Lechtal leben, wecken kann. „Aber auch von der Begeisterung, die unser Team in die Pflege und den Erhalt bedrohter Tier- und Pflanzenarten steckt“, sagt Birgit Kopp, Geschäftsführerin des Vereins Lebensraums Lechtal mit Sitz in Augsburg.

Manchmal sind aber auch schlechte Nachrichten Auslöser für Begeisterung. „Wir verdanken die Gründung der Stiftung zugunsten unseres Vereins der Verärgerung eines Schongauer Bürgers über die Ablehnung im Stadtrat zur Mitgliedschaft der Stadt Schongau im Verein Lebensraum Lechtal“, erzählt Birgit Kopp.

Der Schongauer Naturfreund, der namentlich nicht genannt werden will, trat zunächst als Fördermitglied dem Lebensraum Lechtal bei. Den Jahresbeitrag von 25 Euro stockte er freiwillig auf 200 Euro auf – das ist genau der Betrag, den die Stadt Schongau als Mitglied im Verein hätte leisten sollen.

„Im Laufe von Gesprächen in der Schongauer Infostelle und bei näherem Kennenlernen unserer Projekte konnten wir die Begeisterung des Schongauer Bürgers für den Lech, seine Natur und für unsere Arbeit wecken“, berichtet Geschäftsführerin Kopp.

Im Laufe der Zeit reifte bei dem Schongauer Naturfreund der Entschluss, die Möglichkeiten des Vereins zur Arbeit vor Ort im Rahmen einer Stiftung langfristig zu verbessern – und deshalb wurde Ende vergangenen Jahres die Stiftung gegründet.

„Auch wenn die Stiftung bei der Sparkasse Oberland angesiedelt ist, sind Zustiftungen aus dem gesamten Lechtal möglich, und die Mittel dürfen auch im gesamten Lechtal zum Einsatz kommen“, freut sich Birgit Kopp.

Bei der Festveranstaltung am heutigen Freitag um 17 Uhr auf Gut Dessau in Burggen sollen die Projekte im südlichen bayerischen Lechtal näher vorgestellt werden. Der Vorsitzende der neu gegründeten Stiftung, Reiner Erben (Umweltreferat der Stadt Augsburg), freut sich schon darauf, denn mit den Erlösen kann der Verein seine Arbeit zum Erhalt des Lechs und den wertvollen Lebensraum für bedrohte Tiere und Pflanzen ausbauen.

Außerdem stellen Mitarbeiter des Vereins im Rahmen von Exkursionen die naturschutzorientierte Beweidung direkt am Lech bzw. die Kieseinbringung für den Huchen vor. Und zum Abschluss der Festveranstaltung hält Andreas Fleischmann (Botanische Staatssammlung in München) einen Vortrag zum Thema „Sommerwurz, Sandbiene und Co. am Lech“. Hier soll verdeutlicht werden, welchen Beitrag der Lebensraum Lechtal zur Artenvielfalt leistet.

Michael Gretschmann

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