Spaltet die Gemüter: Der Elternbeirat der Burggener Grundschule hätte gerne Luftfiltergeräte.
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Spaltet die Gemüter: Der Elternbeirat der Burggener Grundschule hätte gerne Luftfiltergeräte.

Der Schulleiter hält sie für unnötig, die Eltern wollen sie unbedingt

Luftfilter für Burggener Schule: Erstmal ausprobieren

  • Elena Siegl
    vonElena Siegl
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Der Schulleiter hält sie für unnötig, die Eltern wollen sie unbedingt: Die Anschaffung von Luftfiltergeräten für die Grundschule stieß auch im Burggener Gemeinderat auf unterschiedliche Meinungen. Die Mehrheit stimmte für einen Kompromiss.

Burggen – Sollen für die Burggener Grundschule Luftreinigungsgeräte angeschafft werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Angestoßen wurde das Thema durch den Elternbeirat. Mitglied Gunnar Bakker erläuterte dem Gremium die Beweggründe.

Studien hätten gezeigt, dass Luftreinigungsgeräte die Hygienemaßnahmen gut unterstützen würden. Mit Luftreinigungsgeräten müsse zwar auch gelüftet werden, aber nicht mehr ganz so oft, erklärte Bakker.

„Jetzt kommen wir in den Sommer, aber das Virus wird uns noch länger begleiten“, so Bakker. Man müsse zukünftig „kein Geld mehr zum Fenster hinausheizen“ und würde die Lernsituation für die Schüler angenehmer gestalten. „Ich setze mich nicht im Anorak vors offene Fenster, wenn ich arbeite“, so Bakker. Von Kindern sollte man das auch nicht erwarten.

Bekommt man staatliche Förderung auch wirklich?

Das Thema sei nicht neu, da die Geräte in anderen Orten bereits in Klassenzimmern sowie in Verwaltungen zum Einsatz kommen. Für den Burggener Elternbeirat gab es aber einen wichtigen Grund, die Anschaffung jetzt anzustoßen: Bis Ende März kann der Kauf durch die Regierung mit 50 Prozent gefördert werden.

Der staatliche Förderhöchstbetrag pro Raum betrage 1750 Euro, erläuterte VG-Geschäftsführer Thomas Natter. Allerdings sei der Fördertopf begrenzt, das heißt: Sind alle Gelder vergeben, kann es sein, dass man keinen Zuschuss erhält, auch wenn man die Rechnung vor dem 31. März einreicht.

Wenn, dann nur mit Gewebefilter

Dass Luftfiltergeräte nur eine ergänzende Maßnahme seien, betonte Dr. Stefan Schnack: „Sie ersetzen weder das Stoßlüften, noch die Maske und auch nicht das Abstandhalten.“

Luftreinigungsgeräte, die mit hocheffizienten Gewebefiltern arbeiten, seien laut dem Mediziner am sinnvollsten – allerdings auch am lautesten. Er selbst habe sich durch das konstante Surren beispielsweise sehr gestört gefühlt – „aber das ist eine subjektive Wahrnehmung – man muss es ausprobieren“, fand Schnack und schlug vor, einen Schulraum mit einem mobilen Luftreinigungsgerät auszustatten, um zu sehen, wie Lehrer und Schüler damit zurecht kommen. Auch Susanne Berchtold sprach sich dafür aus.

Karl Schuster schlug vor, eine Ortsbegehung mit einem Fachmann zu vereinbaren, wie es vom Kultusministerium empfohlen wird. So könne man auch die Kosten besser einschätzen. Mit 2700 bis 3200 Euro sei pro Gerät zu rechnen, erklärte Thomas Natter. Er gab zu Bedenken, dass durch jährliche Wartung (circa 200 Euro pro Gerät) und Filteraustausch weitere Kosten auf die Gemeinde zukommen, die nicht gefördert werden können.

Schulleiter lehnt Anschaffung ab

Ob man durch Luftreinigungsgeräte eine Schulschließung hinauszögern könne, wollte Richard Lang wissen. „Nein. Wenn die Regierung sagt, die Schulen werden geschlossen, ist zu – Filtergerät hin oder her“, erklärte Natter. Mit dieser Antwort sah Lang keinen Grund für eine Anschaffung. Er könne sich vorstellen, dass es im Herbst noch einmal einen Fördertopf gibt, falls die Geräte sich tatsächlich als hilfreich entpuppen. Dann könnte man noch einmal über das Thema nachdenken. Jetzt seien die Geräte nicht notwendig.

Ob die Luftreinigungsgeräte überhaupt zum Einsatz kommen würden, hinterfragte Thomas Kirchhofer. Im Vorfeld der Sitzung hatte Schulleiter Rafael Saidl erklärt, dass er auf regelmäßiges Stoßlüften setze und auch aus Kostengründen auf den Einsatz von Luftreinigungsgeräten verzichten könne. Die regelmäßige Kontrolle der Filter sowie die Geräuschkulisse sprächen für ihn ebenfalls gegen eine Anschaffung.

Acht Räte stimmten für eine Ortsbegehung durch eine entsprechende Firma und die Aufstellung eines Testgerätes. Elternbeirat und Gemeinde wollen bei der Organisation zusammenarbeiten. Vier Räte waren gegen die Anschaffung von Luftfiltern.

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