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Geballte Frauenpower: Die Motorsägen-Kurs-Teilnehmerinnen mit Forstwirtschaftsmeister Manfred Bader und Revierförsterin Silvia Thien (rechts).

Motorsägenkurs für Frauen

Mit Köpfchen und Technik

„Was der Mann mit Kraft macht, macht die Frau mit Technik und Köpfchen“, sagt Manfred Bader, freiberuflicher Forstwirtschaftsmeister aus Schongau. Unter seiner Anleitung haben jetzt sechs interessierte Frauen den Umgang mit der Motorsäge erlernt.

Burggen – Der erste von zwei Kurs-Tagen war ganz der Theorie gewidmet: Um Fälltechniken ging es dabei ebenso wie um Aufbau, Wartung und Pflege der Motorsäge, auch ein Erste-Hilfe-Kurs stand auf dem Programm.

In Sicherheitskleidung und mit einer Motorsäge bewaffnet, ging es am zweiten Tag dann in den Schorenwald bei Burggen. An einem gefällten Baum übten die Frauen – sie stammten zumeist aus umliegenden Gemeinden – zunächst Schnitttechniken, bevor es dann ans Fällen selbst ging.

Auf die Frage, warum es einen extra Motorsägen-Kurs für Frauen gibt und die Anfrage nach solchen auch immer weiter steigt, war vom Experten zu erfahren, dass es immer mehr Frauen gibt, die ein Waldstück besitzen. Doch das sei nicht unbedingt der ausschlaggebende Grund. Sondern vielmehr die Tatsache, dass es unter Frauen einfach lustiger sei und sie offener Fragen stellen können. Und: Bei einem gemischten Kurs würden sie mitunter von den teilnehmenden Männern behandelt, „als wären wir für den Job nicht gemacht und zuhause durften wir bisher eben nur die Zuarbeiten erledigen“, sagte eine Teilnehmerin.

Ausbilder Bader ist in seinem Kurs speziell darauf eingegangen, dass Frauen den Umgang mit der Motorsäge anders als Männer angehen müssen und beantwortet deren Fragen gerne. Dabei sei der Kurs keinesfalls einfacher oder die Arbeit im Wald ungefährlicher, betont Bader.

Das bestätigt auch Revierleiterin Silvia Thien vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten: „Die Waldarbeit ist einer der gefährlichsten Jobs, weshalb man dafür immer mindestens zu zweit im Wald sein muss“, sagte Thien. Doch Baumfällarbeiten seien nicht nur für die Arbeitenden gefährlich. Auch Spaziergänger missachteten immer wieder die Absperrungen und begeben sich damit in Lebensgefahr. „Abgesperrte Wege dürfen unter gar keinen Umständen betreten werden“, mahnte Thien.

Denn ein umfallender Baum könne einen anderen mit umreißen. Dies sei Wanderern nicht immer bewusst. Immer wieder gebe es tödliche Unfälle wie der einer Radfahrerin in Bad Tölz, die die Absperrung missachtete und von einem Baum erschlagen worden sei, so Thien.

Da im Laufe der Zeit immer neue Methoden und Techniken zum Baumfällen entwickelt werden, empfahl Bader, alle paar Jahre einen solchen Kurs zu besuchen, nicht nur, um Neues zu lernen, sondern auch um Gelerntes aufzufrischen.

Marlene Trunk

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