Die Kosten für den Planer sorgten im Burggener Gemeinderat für Diskussionen.
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Die Kosten für den Planer sorgten im Burggener Gemeinderat für Diskussionen.

„Hoher Stundenlohn“

Burggen: Diskussionen um Planungskosten für neues Feuerwehrauto

  • Elena Siegl
    vonElena Siegl
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Ein neues Fahrzeug ist dringender Wunsch der Feuerwehr Burggen. Mit einem Angebot für die Ausschreibung beschäftigte sich nun der Gemeinderat, der sich allerdings an den „schwammig“ formulierten Kosten störte.

Burggen – Die Feuerwehr Burggen benötigt ein neues Feuerwehrfahrzeug: Das schilderte Kommandant Hermann Lang in der jüngsten Sitzung des Burggener Gemeinderats. Um die Dringlichkeit zu unterstreichen, berichtete er von Schwierigkeiten bei einem Einsatz in Tannenberg.

Das jetzige Gefährt, das mittlerweile schon 38 Jahre auf dem Buckel hat, sei zunächst nicht angesprungen. Auch wenn das ohne schlimmere Konsequenzen blieb, kommt es im Ernstfall freilich auf jede Minute an.

Damit die Feuerwehr in Zukunft wieder zuverlässig einsatzbereit ist, soll nach Wunsch der Rettungskräfte ein ähnliches Fahrzeug, nämlich ein sogenanntes TLF 3000, angeschafft werden. Dieses decke den Bedarf am besten ab. „Von der Kreisbrandinspektion wurde uns ein teureres Fahrzeug vorgeschlagen – die Ausrüstung brauchen wir aber gar nicht“, so Lang.

Burggener Gemeinderäte diskutieren über Planer-Kosten

Der Kommandant hat bereits Kontakt mit Konrad Bischel aus Weilheim aufgenommen, der die Zusammenstellung des Fahrzeuges sowie die Beantragung von Fördermitteln übernehmen könnte. Ein Angebot seines Planungsbüros für Bau- und Brandschutz wurde nun vom Gemeinderat diskutiert. „Das Ganze muss zwingend extern vergeben werden“, erläuterte Lang.

Grundsätzlich sprachen sich die Räte für ein neues Fahrzeug aus – allerdings sahen einige Probleme bei den Planer-Kosten. Die würden durch das Angebot nämlich nur sehr „schwammig“ formuliert, kritisierte Gabriele Höfler. Auch, dass es immer noch keinen Haushalt für heuer gibt, mache ihr die Zustimmung unmöglich.

Tatsächlich hängt der endgültige Preis von vielen Faktoren ab, eine konkrete Summe wurde nicht genannt. Bischel hat sein Angebot in fünf Phasen gegliedert: Die Auswahlphase variiere stark beim Aufwand – deshalb wird pro Stunde abgerechnet. Der Stundenlohn liegt bei 95 Euro. Ob eine Markterkundungsphase nötig ist, entscheidet der Auftraggeber. Es folgt die Ausschreibungsphase, die pauschal mit 3600 Euro verbucht wird – erforderliche Besprechungen vor Ort werden zusätzlich nach Stundenaufwand abgerechnet.

Das gilt auch für die Prüfung der Angebote, die ansonsten pauschal mit 1800 Euro zu Buche schlage. Der Aufwand der Fertigstellungsphase variiere, und ein Hersteller steht noch nicht fest, darum wird wieder pro Stunde abgerechnet.

95 Euro pro Stunde, das erschien Dr. Stefan Schnack überzogen. „Der Stundenlohn ist höher als meiner, wenn ich rausfahre“, so der Arzt. Dass man ein neues Fahrzeug brauche und dafür Geld in die Hand nimmt, stehe außer Frage – ob man dem Planer aber so viel zahlen müsse, bezweifelte Schnack. Er hätte gerne noch ein anderes Angebot zum Vergleich.

„Bei Architekten beschweren wir uns auch nicht über den Stundenlohn“, sagte Richard Lang. Allerdings sprach auch er sich für ein konkreteres Angebot aus.

Fehlender Haushalt wird bemängelt

Der von Höfler erwähnte noch fehlende Haushalt machte auch anderen zu schaffen. Wie der zeitliche Rahmen aussehe, wollte Thomas Kirchhofer wissen. „Wir haben in den nächsten Jahren einiges vor uns.“ Auch beim Dorfgemeinschaftshaus wisse man noch nicht, bei welchen Kosten man letztendlich rauskomme. „Wie stehen wir insgesamt da?“

Bürgermeister Josef Schuster sah da keine Probleme. Ein neues Feuerwehrfahrzeug stehe ohnehin im Finanzplan 2021. Außerdem gehöre der Brandschutz zur Pflichtaufgabe der Gemeinde.

Helge Mandak schlug vor, den Planer um einen Pauschalpreis zu bitten. Das könne er machen, meinte der Feuerwehrkommandant. „Das kann aber nach hinten los gehen.“ Die Feuerwehrler wollen nämlich viel selbst vorbereiten, um die Arbeit von Bischel kurz zu halten.

Acht Gemeinderatsmitglieder stimmten dafür, zunächst ein Alternativangebot einzuholen. Außerdem solle die Feuerwehr ein ausführliches Infogespräch mit Konrad Bischel nachholen. Vier Gemeinderatsmitglieder waren dagegen. Der nächste Planer sei in München, so der Feuerwehrkommandant. Ihn möchte er nun um ein Angebot bitten. Dass es billiger wird, bezweifelte er aber.

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