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Auch König Ludwig II. (Michael Eiband) mit Sissi (Manuela Höfler) gab sich beim Burggener Rosstag die Ehre.

Rosstag Burggen

Die gute alte Zeit aufleben lassen

Das ländliche Leben von anno dazumal dargestellt, haben die Protagonisten des Burggener Rosstages mit ihren Motivwagen und 300 festlich geschmückten Pferden.

Burggen – Die wochenlange Vorbereitungen hätten eigentlich ein besseres Wetter verdient, aber der Draht nach oben von Schirmherr Pfarrer Joachim Schnitzer half am Ende zumindest, dass es trocken blieb. In seinen Grußworten sprach der Geistliche davon, dass „sich der Burggener Rosstag in die Schöpfung Gottes einbindet“ und die Zuschauer beim Festzug die mühevolle Arbeit der Vorfahren bestaunen könnten.

Lustige Gesellschaft auf dem Heuwagen, der von Kaltblut-Pferden gezogen wurde. Fotos: zillenbiehler

Die Organisatoren verzögerten den Start um eine halbe Stunde, weil sie hofften, dass sich das Wetter noch bessern würde. Tausende Zuschauer säumten die Straßen, applaudierten den Protagonisten auf den Motivwagen und bewunderten die festlich geschmückten 300 Pferde. Mit von der Partie selbstverständlich auch wieder König Ludwig II, dargestellt von Michael Eiband, und Sissi (Manuela Höfler).

Am Festplatz bzw. an der Eligiuskapelle sagten Georg Kirchhofer, Johanna Eiler und Anneliese Götze die verschiedenen Gruppen und Gefährte an. Ein echter Hufschmied aus dem Schwarzwald war ebenso vertreten wie Sattler, Zimmerer oder Bäcker.

Mit solchen Gsodmaschinen wurde früher das Stroh gehäckselt.

In den Landauern fuhren Landrätin Andrea Jochner-Weiß, Pfarrer Schnitzer, die Bürgermeister der umliegenden Gemeinden oder auch verdiente Mitglieder des Reit- und Fahrvereins mit. Im Fußvolk vertreten war Roland Knopp aus Hohenfurch als Klosterbruder, und Franz Seitz aus Holzhausen hatte als Hausierer keinerlei Hemmungen, lauthals dem Publikum Schuhe, Hosengummis oder sonstigen Kruscht anzudrehen.

Durch die Gerätschaften und Tätigkeiten auf den Wagen kamen immer wieder Gespräche mit den Darstellern zustande. Die Männer auf dem historischen Feuerwehrfahrzeug (um 1890) wurden nicht müde, mit Wasser auf die Gäste zu zielen, und auf dem Wagen des Baders ging es beim Zähneziehen äußerst rabiat zur Sache. Viele Kinder wirkten auf dem Kindergartenwagen, in der Schule, als Schutzengel oder sogar im Handwerksbereich mit, und dass sie darauf sehr stolz waren, konnte man ihnen an der Nasenspitze ansehen.

Der Müllerwagen im Anmarsch. Da sind gleich fünf Rösser vorgespannt, dfie schwer zu ziehen haben.

Neu dabei waren heuer die Korbflechterei, die Rückepferde oder die Käseküche. Musikalisch durchzogen wurde der lange Zug von neun Musikkapellen, den Jagdhornbläsern und dem gemischten Musikantenwagen. Die Bundesmusikkapelle Bruck am Ziller hatte hierbei die längste Anreise.

Das Ochsengespann von Leonhard Steidl, sowie Leitkuh Rafaela, welche von Hans Baumer drei Kilometer durch das Dorf geführt wurde, bildeten einen Kontrast zu den vielen Haflingern, Ponys, Kalt- und Warmblutpferden, die für Pferdeliebhaber eine wahre Wonne gewesen sein dürften.

Das ländliche Leben um 1900 wurde wie immer so authentisch und stilsicher präsentiert, dass es natürlich viel Lob von den Zuschauern gab, die großteils mit Bewunderung die viele Arbeit der Dorfgemeinschaft würdigten.

Die Abteilung Rosstag & Brauchtum zeigte sich ebenfalls sehr zufrieden, da alles unfallfrei und ohne größere Probleme abgelaufen ist, was bei Veranstaltungen dieser Größenordnung der Verdienst aller Verantwortlichen, Mitwirkenden und fleißigen Helfer ist. Die Geschichtsexkursion in Form eines „fahrenden Museums“ dürfte alle Anwesenden wieder in besonderer Weise beeindruckt haben.

Der nächste Rosstag ist derzeit übrigens für den 13. September 2020 geplant, da in diesem Jahr der Reit- und Fahrverein sein 50. Gründungsjubiläum feiert.

Mehr Fotos gibt es hier in der Bilderstrecke

Von Kathrin Zillenbiehler

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