Unbekannter schändet trächtige Stute: Pferd muss eingeschläfert werden - auch Fohlen tot (Symbolbild)
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Unbekannter schändet trächtige Stute: Pferd muss eingeschläfert werden - auch Fohlen tot (Symbolbild)

Grausame Tierquälerei

Unbekannter schändet trächtige Stute: Pferd muss eingeschläfert werden - Jetzt spricht der Tierarzt

  • Jörg von Rohland
    vonJörg von Rohland
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Mit unfassbarer Grausamkeit hat ein Unbekannter im Schongauer Land eine trächtige Pferdestute derart gequält, dass sie eingeschläfert werden musste. Auch das ungeborene Fohlen ist tot.

  • Ein Tierquäler hat im Schongauer Land eine Stute gequält.
  • Das trächtige Tier musste eingeschläfert werden.
  • Mit ihr starb noch ein ungeborenes Fohlen.
  • Achtung! Möglicherweise verstörendes Foto am Ende des Artikels

Update vom 24. März 2020: 

Noch ist völlig unklar, wer am Dienstag vor einer Woche auf einem Pferdehof am Lechstausee in der Rossau eine Stute derart misshandelte, dass sie später eingeschläfert werden musste. Dass sich das Pferd die schweren Verletzungen möglicherweise selbst zugefügt haben könnte, schließt der behandelnde Tierarzt Hans-Peter Muell aus Stötten aus. Der Veterinär geht davon aus, dass ein Unbekannter einen stumpfen Gegenstand in die Scheide des Pferdes einführte und den Harnleiter zerstörte. 

Dass sich Stute Eskada den Gegenstand überhaupt habe einführen lassen, ist nach Meinung des Tierarztes nicht verwunderlich. Diese Manipulation sei das Pferd gewöhnt gewesen, sagt er mit Blick auf die vielen Untersuchungen, die er in der Vergangenheit selbst schon an der 20-jährigen Zuchtstute vorgenommen hatte; elf Fohlen hatte das brave Tier bereits zur Welt gebracht. Für die letztlich tödlichen Verletzungen, die dem unschuldigen Tier nach dem Einführen des Gegenstandes zugefügt wurden, „reicht ein Stoß“, weiß Muell. 

Wie der Tierarzt berichtet, wurden die sterblichen Überreste des Pferds am vergangenen Mittwoch ins Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) nach Oberschleißheim gebracht. In dessen Pathologie wird nun auch nach Spuren gesucht, die der Tierquäler im Pferd hinterlassen haben könnte. Veterinär Muell, der den Fall zunächst bei der Polizei in Marktoberdorf zur Anzeige gebracht hatte, betont einmal mehr, dass es sich bei der Misshandlung „um eine Straftat handelt“. 

Die Ermittlungen hat mittlerweile die zuständige Polizei in Schongau übernommen. Zum Stand und ob schon Vernehmungen und Befragungen durch die Beamten vorgenommen worden sind, äußert sich Inspektionsleiter Herbert Kieweg nicht. Tierarzt Muell will sein Protokoll den Beamten in Schongau übergeben, sobald die Untersuchungsergebnisse vom LGL vorliegen. Er rechnete damit im Laufe der Woche.

Erstmeldung:

Burggen– Er habe geheult wie ein Schlosshund, gibt Manfred Ullmann unumwunden zu. Die 20-jährige Eskada war wahrlich eines seiner besten Pferde im Stall. Elf Fohlen hatte sie schon auf die Welt gebracht, „sie war eine hocherfolgreiche Zuchtstute“, sagt er. Und nicht nur das: Sehr brav sei das Pferd gewesen. Eskada war mit der Flasche aufgezogen worden, weil ihre Mutter nach der Geburt gestorben war. Das große Vertrauen, dass das Reitpferd bei seiner Aufzucht in den Menschen gewann, „das wurde ihm nun zum Verhängnis“, sagt der Burggener traurig.

Tierquäler im Schongau: Trächtige Stute gequält

Die unfassbare Tat ereignete sich am vergangenen Dienstag auf dem Pferdehof am Lechstausee in der Rossau bei Burggen. Architekt Manfred Ullmann betreibt dort schon seit Jahren gemeinsam mit seiner Frau eine Sportpferdezucht. Während sich ein Unbekannter zwischen 17 und 19 Uhr auf die Koppel zu den Pferden schlich, war der 61-Jährige gerade dabei, Stallarbeiten zu verrichten. Als Ullmann damit fertig war, sah er Eskada am Boden liegen. „Sie hatte Schmerzen und Koliken.“ Der Architekt rief seinen Tierarzt an. Der Veterinär war sofort zur Stelle, versorgte das Pferd und legte eine Infusion.

Nach Tod von missbrauchtem Pferd: Fohlen muss ebenfalls sterben

Doch am Abend ging es Eskada immer schlechter. „Sie hatte nur noch eine Körpertemperatur von 32 Grad“, so Ullmann, der erneut den Tierarzt zu Hilfe rief. Doch Eskada war nicht mehr zu retten. Dem Veterinär blieb nichts anderes übrig, als die Stute von ihrem Leid zu erlösen. Als Letztes habe noch das Fohlen im Bauch gezuckt, erinnert sich Ullmann mit Grausen. Sieben Wochen vor dem Geburtstermin hätte es keinen Sinn gemacht, das Fohlen zu holen. Es wäre nicht überlebensfähig gewesen.

Grausame Tierquälerei: Täter zerstörte Harnleiter der Stute

Noch viel unfassbarer als der plötzliche Tod von der Zuchtstute und dem Nachwuchs war für die Beteiligten die Ursache. Wie sich herausstellte, hatte der Tierquäler einen stumpfen Gegenstand in die Scheide des Pferdes eingeführt und damit den Harnleiter zerstört. Wahrscheinlich habe er auch noch versucht, an den Muttermund zu gelangen, „aber der war unversehrt“, sagt der Architekt, der auch zwei Tage nach der schrecklichen Tat noch mit seiner Fassung ring: „Wie kann ein Mensch nur so etwas machen, sie war eine so brave Zuchtstute.“

Tierquälerei im Schongau: Tierarzt muss Stute einschläfern

Der Tierarzt hatte noch am späten Abend Anzeige gegen Unbekannt bei der Polizei in Marktoberdorf erstattet. „Die Ermittlungen sind noch am Anfang“, erklärt Inspektionschef Helmut Maucher, der den Fall am Donnerstag den zuständigen Kollegen in Schongau übergeben wollte. Der Fall sei „sehr tragisch“, findet der Marktoberdorfer Polizeichef auch mit Blick auf den materiellen Verlust, den Pferde-Besitzer Ullmann mit 15 000 bis 20 000 Euro beziffert.

Nach tödlicher Tierquälerei: Suche nach dem Täter

Der Beamte befürchtet, dass sich kein schneller Ermittlungserfolg einstellen wird. Stark an dem Fall interessiert ist laut Ullmann aber auch das Veterinäramt. Mit seiner Zustimmung habe das Amt die betreffenden Körperteile der Stute in die Pathologie der Ludwig-Maximilian-Universität (LMU) nach München bringen lassen. Dort werden die sterblichen Überreste jetzt akribisch untersucht. Denn der Täter könnte genetische Abstriche in der Stute hinterlassen haben, weiß der 61-Jährige.

Schutz der Tiere: Hofbesitzer verstärkt die Kameraüberwachung

Ullmann quälen jetzt die Sorgen, dass noch einmal etwas ähnliche Schlimmes passieren könnte. Eindringlich mahnt er alle Pferdebesitzer in der Umgebung, auf ihre Tiere acht zu geben „und auch nach den anderen zu schauen“. Als Sofortmaßnahme hat der Architekt auf seinem Hof jetzt die Kameraüberwachung ausgeweitet. In den Bereichen, die nicht mit dem Internet verbunden sind, hat er Wildkameras aufgestellt. Von dort bekomme man die Bilder aber leider erst, „wenn es zu spät ist.“

Bitte beachten Sie: Der Inhalt des folgenden Bildes kann verstörend wirken:

Stute Eskada musste von ihrem Leid erlöst werden. Ein Unbekannter hatte einen Gegenstand in ihre Scheide eingeführt und den Harnleiter zerstört. 

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Auf einem Acker wurde am Wochenende eine Tod gequälte Katze gefunden. Das Tier wurde als Fußball missbraucht und mit Bier übergossen bis es starb. Die Polizei sucht nun nach den Tierquälern. 

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