+
Der Biber ist auch in Burggen schon heimisch geworden. Dort soll er jetzt allerdings verschwinden. 

Wegen großer Schäden

Der Biber soll aus Burggen verschwinden

Der Biber bereitet in der Gemeinde Burggen zunehmend Probleme. Vor allem am Hochwasserrückhaltebecken und am Löschwasserteich sind mittlerweile erhebliche Schäden angerichtet worden. Deshalb sieht sich die Gemeinde zum Handeln gezwungen.

Burggen – „Wir haben beim Landratsamt eine Entnahmegenehmigung für den Biber beantragt“, teilte Bürgermeister Joseph Schuster bei der jüngsten Gemeinderatssitzung mit. Im Klartext heißt das: die Biber sollen eingefangen und getötet werden.

Ist es in Burggen wirklich so schlimm mit dem Biber? „Leider ja“, bestätigt der zuständige Biberberater Gerhard Schauberger aus Steingaden. Er überwacht den Bereich zwischen Ammer und Ostallgäu, und da ist der Biber nicht nur in Burggen, sondern auch in anderen Orten wie Bernbeuren, Schwabbruck und Steingaden recht aktiv.

In Burggen hat sich Schauberger schon fast ein Dutzend mal umgesehen und die angerichteten Schäden in Augenschein genommen. Dort richtete der Biber am Hochwasserrückhaltebecken und im Löschwasserteich sein Revier ein. Die fleißigen Nager sind über den Lech und seine Zuflüsse nach Burggen „eingewandert“. Dass sie die Rinde von den Bäumen fressen, liegt in der Natur der Sache, denn das ist ihre Nahrung. Aber wenn Dämme untergraben und ausgehöhlt sowie Abflüsse verstopft werden, dann hört für die Gemeinde Burggen der Spaß auf. Den bisher angerichteten Schaden schätzt Bürgermeister Joseph Schuster auf immerhin 10 000 Euro.

Damit die Biber nicht noch mehr Unheil anrichten, sollen sie jetzt aus Burggen verschwinden – und zwar so bald wie möglich, damit weitere Schäden abgewendet werden.

Wieviele dieser Nagetiere sich im Bereich des Hochwasserrückhaltebeckens und des Löschwasserteichs aufhalten, darüber gehen die Meinungen auseinander. Die einen sprechen gleich von einem halben Dutzend Biber, doch das kann Gerhard Schauberger nicht so recht glauben. Der Biberberater geht davon aus, dass nur ein Biberpärchen sich dort aufhält, möglicherweise mit ein bis zwei kleinen Biberlein.

Biber bekommen alle zwei Jahre Nachwuchs, mit ein bis zwei Jungen. Nach zwei Jahren werden die jungen Biber aus dem Revier gejagt und müssen sich woanders eine Bleibe suchen.

Dass die Biber im Bereich des Hochwasserrückhaltebeckens und im Löschwasserteich nicht geduldet werden können, ist für Bürgermeister Joseph Schuster auch eine Sicherheitsfrage. Deshalb wird jetzt zu der drastischen Maßnahme einer „Entnahme“ gegriffen. Dazu muss die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt eine Genehmigung erteilen, denn nach wie vor stehen Biber unter Naturschutz. Nur in Ausnahmefällen dürfen sie bejagt werden. Diese Entscheidung muss jetzt das Landratsamt treffen. Sobald die Entnahmegenehmigung vorliegt, können Fallen aufgestellt werden. Die gefangenen Tiere werden dann von einem Jäger erschossen.

In Steingaden machen sich die Biber derzeit im Dorfbach neben der Kläranlage breit. Auch dort hat sich Biberberater Gerhard Schauberger schon umgesehen. Eine „Entnahme“ ist dort offenbar aber noch nicht akut.

Michael Gretschmann

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Zwei Rehkitze getötet: 2400 Euro Geldstrafe
Weil er beim Mähen seiner Wiese zwei Rehkitze getötet hat, stand jetzt ein Landwirt aus der Ammersee-Region vor dem Amtsgericht Landsberg. Und er muss büßen.
Zwei Rehkitze getötet: 2400 Euro Geldstrafe
Erlebnisse von couragierten Schülern
Seit gut einem Jahr trägt das Welfen-Gymnasium Schongau den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Über die Umsetzung des Projekts an ihrer Schule haben …
Erlebnisse von couragierten Schülern
150 Apfel- und 32 Birnensorten zum 110-jährigen Jubiläum
150 Apfel- und 32 Birnensorten hat der Wildsteiger Obst- und Gartenbauverein anlässlich seines 110-jährigen Bestehens auf seiner zweitägigen Ausstellung aufgeboten. …
150 Apfel- und 32 Birnensorten zum 110-jährigen Jubiläum
SPD setzt mit dem Landratskandidaten auf Kraft der Jugend
Dass der Kandidat sehr jung ist, sieht Friedrich Zeller als Vorteil. In diesem Alter könne man noch etwas bewegen, so der Landrat a. D., der selbst im Alter von 29 …
SPD setzt mit dem Landratskandidaten auf Kraft der Jugend

Kommentare