Wie hier am Beichtstuhl in der Burggener Pfarrkirche lassen sich in der ganzen Kirche zahlreiche Bohrlöcher des Holzwurms im Inventar finden.
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Wie hier am Beichtstuhl in der Burggener Pfarrkirche lassen sich in der ganzen Kirche zahlreiche Bohrlöcher des Holzwurms im Inventar finden.

Sperrung vom 15. bis 22. Juni – Kosten von rund 36 000 Euro – Spenden erbeten

Wegen Holzwurm: Burggener Gotteshäuser werden begast

Der Holzwurm hat ganze Arbeit geleistet: Sieht man sich in der Burggener Pfarrkirche St. Stephan genauer um, findet man kaum einen Gegenstand, der keine millimetergroßen Bohrlöcher des Wurmes aufweist. Vom Beichtstuhl über Heiligenfiguren, Hoch- und Seitenaltäre, Kreuze und Kerzenständer sowie die Sitzbänke ist alles befallen. Besonders an den Sitzbänken sind schon ganze Rundungen weggenagt.

Burggen - Die Holzwurm-Larven befallen kein frisches, sondern verbautes Holz, was ihr erhöhtes Auftreten im Mobiliar erklärt. Neben der Pfarrkirche gibt es auch in der St. Annakirche am westlichen Ortseingang von Burggen Probleme. Ein Gutachten ergab, dass sich dort ebenfalls der Holzwurm die Kirchenbänke schmecken lässt. „Zum Glück ist dort die wertvolle Kassettendecke aus dem späten 17. Jahrhundert noch nicht betroffen“, sagt Kirchenpfleger Peter Hofmann und kann dafür Entwarnung geben.

Aber um größeren Schaden zu verhindern, ist auch dort eine Bekämpfung der ungebetenen Gäste nötig. Vom 15. bis 22. Juni werden von der Spezialfirma Groli aus Dresden nun von innen in beiden Gotteshäusern die Fenster und Türen mit Folien abgedichtet, bevor am Ende sogar das Schlüsselloch zugeklebt wird. Danach findet eine zwei- bis dreitägige Begasung der Kirchen statt, und abschließend wird kräftig durchgelüftet, damit für die Gottesdienstbesucher keine Gefahr besteht.

Burggens Kirchenpfleger Peter Hofmann zeigt, wie besonders an den Sitzbänken unübersehbare Schäden entstanden sind.

Während der Sperrung der beiden Gotteshäuser werden die Gebäude laut Hofmann auch mit einem Absperrband eingezäunt, um die Gläubigen auf die Aktion hinzuweisen. Pro Kirche belaufen sich die Kosten auf rund 18 000 Euro, die nur zur Hälfte von der Diözese Augsburg übernommen werden. Die katholische Kirchenstiftung Burggen bittet daher alle Unterstützer der Pfarrkirche und der Filialkirche St. Anna um Spenden für die so dringende Erhaltungsmaßnahme: IBAN DE56701695090003331784 bei der Raiffeisenbank Burggen.

Um in der Zeit der Sperrung trotzdem eine Heilige Messe feiern zu können, ist am 20. Juni um 9.30 Uhr eine Feldmesse an der Kinkerkapelle bei Burggen geplant, die bei schönem Wetter hoffentlich stattfinden kann.

KATHRIN ZILLENBIEHLER

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