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Strahlende Kinderaugen, wohin man auch schaut: Cäcilia Gindhart aus Peiting verbringt ihr Anerkennungsjahr an der Deutschen Schule in Bilbao.

Cäcilia Gindhart aus Peiting absolviert Anerkennungsjahr in Bilbao

"Ich kann nur jedem raten, sich zu trauen"

Peiting - Aus dem beschaulichen Peiting hinaus in die Welt: Cäcilia Gindhart wollte etwas Neues erleben und machte sich daher nach Bilbao auf. Dort arbeitet sie im Kindergarten der Deutschen Schule und absolviert im Zuge ihrer Ausbildung zur Erzieherin das sogenannte Anerkennungsjahr.

Das Anerkennungsjahr ist der Abschluss der Erzieherausbildung. Es kann in jeder sozialpädagogischen Einrichtung abgeleistet werden, in der Kinder und Jugendliche zwischen 0 und 18 Jahren betreut werden. Normalerweise suchen sich die Auszubildenden dafür Institutionen in ihrer Umgebung aus, nicht aber Cäcilia Gindhart aus Peiting, die an der Fachakademie für Sozialpädagogik in Rottenbuch ihre Ausbildung begonnen hat.

Sie arbeitet seit September im Kindergarten des Colegio Alemán in Bilbao. „Ich wollte raus aus Peiting und hinaus in die Welt. Einfach mal etwas Neues sehen und erleben.“

Auf die Stelle in Bilbao wurde sie schon im ersten Ausbildungsjahr aufmerksam, in der Fachzeitschrift „klein&groß“ war zufällig ein Artikel darüber erschienen. „Die Idee hatte ich seitdem immer im Hinterkopf, im Frühling 2015 habe ich mich dann auf gut Glück beworben und wurde gleich an der Deutschen Schule Bilbao angenommen“, erklärt die 21- Jährige.

Dem Kindergarten des Colegio Alemán kommt eine große Bedeutung zu. Dort wird der Grundstock dafür gelegt, dass die Kindergartenkinder, die bis zum Eintritt in den Kindergarten eigentlich ausschließlich mit der Muttersprache Spanisch aufwachsen, am Ende ihrer Schullaufbahn an der Deutschen Schule die Deutsche Abiturprüfung ablegen können. Eben das sollen die Erzieherinnen gewährleisten, die allesamt aus Deutschland kommen.

„Durch das Sprechen der deutschen Sprache als Umgebungssprache lernen die Mädchen und Jungen ganz unbewusst. Klar muss man sich da am Anfang mit Händen und Füßen verständigen, aber mit der Zeit verstehen sie das Deutsche, dann beginnen sie, nach und nach selbst Deutsch zu sprechen.“

Die Kinder sollen spielerisch und ohne Druck an die neue Sprache herangeführt werden. Dabei hilft auch das Kon-Lab-Sprachförderprogramm, das in der Gruppe, die Cäcilia Gindhart betreut, mehrmals die Woche zum Einsatz kommt. Kon-Lab steht dabei für Konstanzer Labor und wurde an der gleichnamigen Universität entwickelt.

Das Programm mit Materialpaketen und Bildkarten vermittelt auf einfache Art beispielsweise sprachrhythmische Regeln wie Pluralbildung und die Verwendung der richtigen Artikel und natürlich die Erweiterung des Wortschatzes.

Obwohl im Kindergarten fleißig gelehrt und ebenso fleißig gelernt wird, weiß die Peitingerin von lustigen Missverständissen zu berichten, was aber in Anbetracht der Unterschiede der beiden Sprachen nicht verwunderlich ist: „Zum Abschlussritual gehört, dass wir gemeinsam mit den Kindern sagen: „Und jetzt gehen wir nach Hause“, erklärt Gindhart. „In einer Malstunde kommt einmal ein Junge zu mir mit einem Bild von einem schönen großen Haus und meint: ,Schau, Cäcilia, mein Nachhause.’ Das klingt im ersten Moment sicher witzig, aber es ist gar nicht so einfach, so einen leichten Fehler wieder zu korrigieren.“

Noch bis Juli dieses Jahres hat Cäcilia Gindhart dazu in ihrem Berufspraktikum Zeit, dann möchte sie sich in der Heimat eine Stelle in einer Einrichtung suchen, die Behinderte betreut, um auch noch in ihrem Berufsfeld neue Eindrücke sammeln zu können. Aber bis es soweit ist, genießt sie noch das Leben in der spanischen Metropole.

Die hat natürlich auch für die Freizeitgestaltung einiges zu bieten: „Ich war schon mehrmals surfen, da bin ich ganz stolz drauf, und natürlich mache ich viel mit meinen Mitbewohnern. Wir wohnen in der Altstadt, da sind viele Plätze, Bars, Cafés und Restaurants, da lernt man ständig neue Leute kennen.“

Auch wenn sie sich freut, bald wieder nach Deutschland und in ihre Heimat zu kommen, etwas Wehmut schwingt schon mit bei ihrem abschließenden Resümee: „Ich kann nur jedem empfehlen, sich zu trauen und einfach mal etwas anderes zu versuchen. Ich bin sehr froh, diese Erfahrungen gemacht haben zu können. Und abgesehen von den blonden Haaren und den blauen Augen fühle ich mich jetzt wie eine echte Spanierin."

Franziskus Reich

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