Extrem gut gelaunt – auch mit Acht-Monats-Bauch: Claudia Koreck begeisterte im Kulze in Schwabniederhofen zusammen mit ihrem musikalischen Begleiter Luke Cyrus Goetze. Foto: rwg

Claudia Koreck begeistert mit Babybauch im Kulze

Schwabniederhofen - „Wieso Trio?“ Das fragten sich einige Zuhörer im Kulze in Schwabniederhofen, als Claudia Koreck und ein Kollege auf die Bühne kamen - Koreck und ihr Unplugged Trio waren angekündigt.

Da tat Aufklärung Not: Die sympathische Sängerin klärt die Differenz zwischen den drei angekündigten Künstlern und den beiden auf der Bühne Stehenden sofort auf: „Das dritte Bandmitglied ist hier“, sagt sie lachend und zeigt auf ihren stattlichen Acht-Monats-Bauch. Sie könne singen, tanzen, aber nicht hüpfen, da habe sie doch zu viel Angst vor einer Live-Geburt.

So viel dazu, soviel zur Natürlichkeit, zur Authentizität einer hervorragenden Sängerin, die es geschafft hat, die nicht nur bekannt ist in der Branche, die sich mit ihren erst 27 Jahren einen Namen gemacht hat als Liedermacherin, die es eigentlich gar nicht nötig hätte, in einem Stadl in einem kleinen Dorf wie Schwabniederhofen aufzutreten - und es dennoch mit Begeisterung tut. Da zeigt sich wahre Größe, da wird die Liebe zur Musik, zum Publikum vor künstlerische Ambitionen gestellt, da sind keine Allüren spürbar, und damit wird der gesamte Auftritt unglaublich entspannend - noch dazu bei exzellent dargebotener Leistung.

Claudia Koreck ist eine Vollblutmusikerin, sie textet und komponiert ihre Lieder, seitdem sie zwölf ist. Mit dem Renner „Fliagn“ gelang ihr 2007 der Durchbruch, und sie ist seither eine der gefragtesten deutschen Liedermacherinnen. Die Texte von Claudia Koreck sind durchwachsen, mal fröhlich-unbeschwert wie in dem Lied „Danzn“, in dem sich jeder wiederfinden kann, der sich schon einmal so richtig der Musik hingegeben hat, mit geschlossenen Augen und völlig versunken. Oder in dem Stück „I geb di nimmer her“, das von ihrem dreijährigen Sohn Timmy handelt.

Dann gibt es aber auch die nachdenklichen Lieder, die so richtig unter die Haut gehen, wie „s‘ewige Lem“, das vom Tod und dem Leben danach handelt, und das als Titellied zu Joseph Vilsmaiers Neuverfilmung vom „Brandner Kasper“ berühmt wurde.

Ihr musikalischer Begleiter an diesem Abend, der Gitarrist Luke Cyrus Goetze, glänzt durch solistische Einlagen, und die beiden ergänzen sich instrumental perfekt. Und Claudia Koreck‘s Stimme? Sie ist einfach unbeschreiblich, mal jazzig, mal rauchig, mal fein, eigen irgendwie und auch auf das Schnacksen von der Tiefe zur Höhe, das sie so perfekt drauf hat wartet man - und wird nicht enttäuscht.

In Hawaii ist sie längere Zeit gewesen, mit Kind und Kegel. Dort hat sie schreiben können, täglich neue Songs, da alles gepasst hat, die Umgebung, das ganze Feeling eben. „Alloa“ ist da entstanden, und die Doppeldeutigkeit dieses Titels mit multilingualer Bedeutung bringt sie zum Lachen. Und überhaupt sprüht sie vor Witz.

Ihr Sohn hat durch Zufall eine Mundharmonika in die Hände bekommen und darauf herumgetrötet, was Koreck sofort zu einem Lied inspiriert habe. Einen von ihrem Sohn daraufhin geplanten gemeinsamen Auftritt hat sie dem Sprössling aber verweigert. „Wir sind doch hier nicht die Kelly-Family, habe ich zu meinem Sohn gesagt“, erzählt Korek. Und den Kleinen wie üblich beim Opa gelassen, wenn sie auf der Bühne steht. Soviel zur erfrischenden Natürlichkeit eines berühmten Stars.

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