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Letzte Maßnahmen am Claudius-Paternus-Weg, wo inzwischen auch das Geländer montiert ist: Tiefbauer bei der Arbeit, wobei der Minibagger zum Einsatz kommt. 

Claudius-Paternus-Weg in Epfach

Hangsanierung in Epfach  so gut wie fertig

Die Arbeiten sind nahezu abgeschlossen, jetzt geht es darum, letzte Mängel zu beseitigen: Die aufwändige Hangsicherung am Claudius-Paternus-Weg in Epfach neigt sich dem Ende zu. Sie ist mit Kosten von mehr als einer halben Million Euro für die Gemeinde Denklingen eine der großen Maßnahmen des Jahres 2017.

Denklingen/Epfach – Anfang bis Mitte der Woche war ein Mitarbeiter vom Tiefbautrupp einer Marktoberdorfer Firma nochmals zusammen mit zwei Handwerkern vor Ort. Unter anderem musste das Fundament neu gesetzt werden für das historische Fenster, das hinter dem neuen Geländer gesetzt werden soll. Dieses soll nun weiter südlich installiert werden, erklärt der Mitarbeiter. Der Standort befindet sich zwischen zwei Birken.

Zunächst war das Fenster zur Geschichte, wie die beschriftete, transparente Tafel mit der Landschaft am Lech im Hintergrund genannt wird, weiter nördlich vorgesehen. Doch da gab es leichte Abstimmungsprobleme. Die will Ivica Kovacevik, der im Büro WipflerPlan für die Bauüberwachung zuständig war, nicht überbewerten. Die Mehrkosten würden bei dem Gesamtpaket nicht ins Gewicht fallen.

Vor einigen Wochen hatten die Handwerker das Fundament dafür, das als Ring ausgeführt wird, weiter nördlich gesetzt. Doch weiter südlich sei die Aussicht hinunter zur Lorenzkirche und hinüber zum Steilhang am Lech besser, heißt es. Für die Installation des Fensters zur Vergangenheit hat sich auch der Historische Verein in Epfach mit seinem Vorsitzenden Markus Martin eingesetzt. Ursprünglich war sogar geplant, für ein historisches Fenster am Geländer eine Ausbuchtung nach Osten zu machen und über dem steilen Abhang eine Plattform zu errichten. Doch dieses Vorhaben wurde – auch aufgrund der Kosten – schon letztes Jahr wieder fallengelassen.

Das historische Fenster wird als letztes angebracht. Es soll durchsichtig ausgeführt werden. Darauf werden einige Sätze zur Bedeutung des Lechs und Epfachs seit der Römerzeit stehen. Das Fenster wurde von einer Firma aus Darmstadt gestaltet. Es wird noch im September montiert, wie Ivica Kovacevik vorausblickt. Das Geländer ist knapp 120 Meter lang. Es wurde von einer Firma aus Peiting montiert.

Froh darüber, dass die Baumaßnahme nun fast abgeschlossen ist, zeigt sich Johann Hartmann, der Geschäftsstellenleiter bei der Gemeinde. Mit der aufwändigen Maßnahme sei die Gefahr des Hangrutsches „auf Jahrzehnte hinweg beseitigt“, erklärt Hartmann, der selbst in Epfach wohnt.

Wie berichtet, wurden im Frühjahr und Sommer auf mehr als 100 Metern Länge so genannte Mikro-Bohrpfähle ins Erdreich eingebracht. Es sind jeweils drei Stück nebeneinander; zwei stehen vertikal, einer in Schräglage in Richtung Hang. Alle drei Meter wurden solche Pfähle gesetzt, die zwischen fünf und acht Meter lang sind. Im Boden wurden diese Eisenpfähle, die außen angerauht sind, wie Dübel in einer Wand stabilisiert. Darauf kam eine Betonplatte. Die Spezialtiefbauer sprechen vom Kopfbalken. Auf der Ostseite des Claudius-Paternus-Weges wurde zudem eine Stützwand errichtet.

Nach Abschluss der Baumaßnahme ist nunmehr lediglich der obere Bereich dieser Kante zu sehen, wo auch das Geländer befestigt worden ist. Die Risse im Erdreich mit dem Abrutschen des Hanges sollen damit endgültig der Vergangenheit angehören. Das Material ist dort im Bereich bis zur Kirche und zur Gaststätte Sonne lehmig und felsig. Weiter westlich in der Ortschaft nimmt der Kiesanteil deutlich zu.

Schon in den 90er-Jahren gab es, wie Hartmann zurückblickt, Maßnahmen im nördlichen Bereich. Damals wurden beim Kanalbau Einlaufschächte gesetzt. Doch vor drei Jahren kam es weiter südlich erneut zu einem Hangrutsch. Die Kosten für die Hangstabilisierung betragen über eine halbe Million Euro.

Johannes Jais

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