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Langjährige Mitglieder und fleißige Helfer wurden geehrt: Von links Tierheimleiterin Elke Keller, Katja Stolz und Max Keller (Helfer), Tierschutzverein-Vorsitzende Janine Weigelt, Antonie Grabenstätter (30 Jahre Mitglied) und Peter Bittl (35 Jahre Mitglied).

Tierheim Schongau

Dach-Sanierung kostet 80 000 Euro

Peiting - Große Sorgen beim Tierschutzverein: Das Tierheim-Dach ist marode und muss saniert werden. Die Maßnahme soll 80 000 Euro kosten. Tierschutzverein-Vorsitzende Janine Weigelt rief bei der Jahreshauptversammlung deshalb verzweifelt zu Spenden auf.

Tiere in Not sind im Tierheim des Tierschutzvereins im Landkreis Weilheim-Schongau gut aufgehoben. Um die gute Versorgung weiterhin gewährleisten und gesetzlichen Auflagen gerecht werden zu können, sind aber auch in diesem Jahr diverse Baumaßnahmen nötig. Hinzu kommt, dass das Dach des Tierheims dringend saniert werden muss. Der Kostenvoranschlag liegt bei 80 000 Euro. Ein harter Schlag für den Tierschutzverein, der bereits das vergangene Jahr mit einem Fehlbetrag in Höhe von 10 232,76 Euro abschloss. Und das trotz Spenden von 77 224,65 Euro und einer Erbschaft von 8000 Euro.

 Die Finanzmisere wäre längst nicht so bitter, wenn alle Gemeinden die Fundtierkosten erstatten würden. Nur 17 der 31 Landkreis-Gemeinden halten es für notwendig, einen Beitrag zur Verwahrung der Fundtiere zu leisten. „Laut Gesetzgeber ist jede Kommune verpflichtet, im Gemeindegebiet aufgefundene Tiere zu verwahren. Meist steht den Gemeinden aber keine eigene Einrichtung dafür zur Verfügung. Daher werden die Tiere im Tierheim untergebracht und betreut. Es handelt sich dabei um eine Dienstleistung, die der Tierschutzverein erbringt und die auch kostendeckend erstattet werden sollte“, erklärte Janine Weigelt.

 Der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt, im Jahr einen Euro pro Einwohner pauschal an den Tierschutzverein zu zahlen. Derzeit zahlen 17 Gemeinden Pauschalen zwischen 10 und 20 Cent. Nur eine davon 50 Cent. „Wenn alle Gemeinden eine Erstattung von wenigstens 50 Cent zahlen würden, könnten wir kostendeckend arbeiten“, so Janine Weigelt, die vorrechnete, dass allein die Aufnahme einer Katze im Tierheim mit Futter- und Tierarztkosten über 200 Euro verschlingt. Zudem landeten im vergangenen Jahr zunehmend kranke Tiere im Tierheim, was die Tierarztkosten, die vergangenes Jahr 38 030,40 Euro betrugen, im Vergleich zu den Vorjahren um rund 16 000 Euro ansteigen ließ. 

Auch bei den Personalkosten wurde aufgestockt, um den Aufgaben besser gerecht zu werden. Diese betrugen im vergangenen Jahr insgesamt 62 734,64 Euro und somit über 13 000 Euro mehr als in den Vorjahren. Erfreulich war zu verbuchen, dass die erneuerte Heizung komplett aus einer Spende finanziert werden konnte.Weiter wurde die Katzen-Quarantänestation komplett renoviert und mit neuen Boxen ausgestattet und eine Neugestaltung der Außenanlagen begonnen. Insgesamt wurden 176 Fundtiere, davon 18 Hunde, 103 Katzen, acht Hasen, drei Meerschweinchen, fünf Schildkröten, drei Ratten und Mäuse, zwei Frettchen, sieben Vögel sowie zehn Reptilien aufgenommen. 

Die Zahl der Tiere, die aus den verschiedensten Gründen (zum Beispiel Umzug, Krankheit oder Tod der Halter) abgegeben wurden, lag bei 181. Davon waren 86 Hunde, 61 Katzen, 12 Hasen, sechs Meerschweinchen, sechs Schildkröten, zwei Ratten und Mäuse, sieben Vögel und eine Echse. 

In diesem Zusammenhang appellierte Janine Weigelt an Tierhalter und solche, die es werden wollen, sich vorab gut zu überlegen, was das gewünschte Tier für Lebensbedingungen benötigt und welche Kosten dadurch entstehen. Oftmals lande ein Tier im Tierheim, weil die Halter überfordert sind. Von den aufgenommenen Tieren konnten immerhin 248 in ein neues Zuhause vermittelt werden. 

„Oft ging das ganz schnell über unsere Homepage oder Facebook“, so Janine Weigelt. Seit vergangenem Jahr besteht eine Kooperation mit der Tiernotfallrettung Oberland, die Einsätze zwischen 20 Uhr und sieben Uhr übernimmt. Auch personelle Änderungen gab es im vergangenen Jahr. So trat die zweite Vorsitzende Denise Eckstein aus beruflichen Gründen zurück und wurde in Abwesenheit verabschiedet. Die Jugendgruppe des Tierheims steht unter der neuen Leitung von Daniela Scheppers und Benjamin Schmidt. Spenden für das Tierheim sind auf das Konto des Tierschutzvereins im Landkreis Weilheim-Schongau bei der VR Bank Kaufbeuren-Ostallgäu eG möglich. IBAN DE37 7346 0046 0006 7058 80, BIC-Code GENODEF1KFB.

Ursula Fröhlich 

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