"Das ganze Dorf Schwabsoien ist ein Museum"

Schwabsoien - Zahlreiche Besucher sind am Pfingstmontag nach Schwabsoien gekommen, um sich beim Mühlentag ein Bild davon zu machen, wie in dem Mühlendorf früher gearbeitet wurde.

Hammerschmieden, Mahl- und Sägemühlen, Pumpenhaus, Kohlenmeiler und das Minikraftwerk: Beim 19. Mühlentag in Schwabsoien konnten sich am gestrigen Pfingstmontag die Besucher in beeindruckender Weise davon überzeugen, wie schwer die Dorfbewohner früher im Mühlendorf schuften mussten.

Von der kostenlosen Werbung für das Dorf einmal ganz abgesehen, ist für Schwabsoiens Bürgermeister Konrad Sepp der Mühlentag „der Beweis einer lebendigen Dorfgemeinschaft“. Es sei immer wieder schön zu erleben, wie sich die örtlichen Vereine und deren Mitglieder für das Mühlendorf engagieren. Damit einher gehe außerdem eine geistige Erneuerung.

Mühlentag in Schwabsoien - das Dorf als Museum

Mühlentag in Schwabsoien - das Dorf als Museum

Alfons Schmid, der die Besuchergruppen heuer bereits das 16. Mal durch den Ort führte, macht es immer wieder Spaß, dabei zu sehen, mit welcher Begeisterung die Besucher das Dorf und seine Einrichtungen erleben. Neben dem „Stamm“ der Mitstreiter aus dem Dorf haben sich auch Besucher zum Mühlentag geäußert.

Georg und Ulrike Kölbl interessierte die umfangreiche Vergangenheit Schwabsoiens. Die beiden Apfeldorfer waren beeindruckt von dem, „was die Leute damals geleistet haben“. Hochachtung haben sie aber auch vor den Menschen im Dorf heute, die diesen Nachlass pflegen. Für Georg Kölbl „ist das ganze Dorf ein Museum“.

Günter Würll aus Augsburg wollte bei seinem Besuch in Schwabsoien einfach wissen, was im Mühlendorf produziert worden ist und wie die Menschen dort gelebt haben. Neben den „Profis“ um die Führer Helmut Lahner und Alfons Schmid - sieben waren es insgesamt - vermittelten auch die Besitzer der Schmieden und Mühlen anschaulich Geschichte, Arbeit und Funktion ihrer Anlagen, die früher das Dorf wirtschaftlich und strukturell geprägt hatten.

Beispielsweise die Mahlmühle „Beim Schmiedfranzer“ von Georg Pröbstl. Gemahlen wird dort heute zwar nicht mehr, aber das „Kraftwerk“, ein Herford Einzylinder Schiffsmotor mit 75 PS, der früher Mühle und Sägewerk angetrieben hat, funktioniert immer noch.

Stroh gedroschen wie in alten Zeiten haben gestern für die Besucher Robert Düringer und Georg Heiland. In der ehemaligen Hammerschmiede „Beim Schmiedjörgler“ zeigte dagegen Sigi Lohwasser sein Minikraftwerk, das immer noch 60 000 Kilowattstunden Strom für insgesamt 20 Haushalte erzeugen kann. Hermann Müller demonstrierte derweil die beschwerliche Arbeit des Deichselbohrens, während Xaver Sailer und Jonas Möhrle in der Hammerschmiede „Beim Lazar“ von Peter Götz hohe Schmiedekunst zeigten.

Zum umfangreichen Programm beim Mühlentag gehörten zudem das Kutschenmuseum von Johann Hartmann, die Gemäldeausstellung des Malers Hans Herrmannsdörfer, die Ausstellung des Obst- und Gartenbauvereins mit der Vorsitzenden Ida Jahl, Hannelore Hartmann und Zenta Seelos.

Kirchenführungen wurden ebenso angeboten, ein üppiges Programm bot zudem der Förderverein Kindergarten. Besitzer alter Bulldogs zeigten ihre automobilen Veteranen, die meisten waren gepflegt. Für das leibliche Wohl war zudem den ganzen Tag über gesorgt. Für Rathauschef Konrad Sepp ist der Mühlentag mittlerweile zu einem beeindruckenden „Selbstläufer“ geworden.

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