„Fang!“: Den obligatorischen Blumenstrauß gab es für den CSU-Bundestagsabgeordneten Michael Kießling (r., früher aus Denklingen) nach seiner Nominierung aus sicherer Entfernung. Wahlleiter Oliver Simon hatte seine Freude daran.
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„Fang!“: Den obligatorischen Blumenstrauß gab es für den CSU-Bundestagsabgeordneten Michael Kießling (r., früher aus Denklingen) nach seiner Nominierung aus sicherer Entfernung. Wahlleiter Oliver Simon hatte seine Freude daran.

Ex-Denklinger wieder CSU-Direktkandidat des Bundeswahlkreises Starnberg-Landsberg-Germering – 145 Delegierte in der Arena

140 Ja-Stimmen für Michael Kießling

Vor einer ungewöhnlichen Kulisse haben sich die CSU-Delegierten des Bundeswahlkreises Starnberg-Landsberg-Germering getroffen, um ihren Direktkandidaten für die Bundestagswahl aufzustellen. In der Arena von Schloss Kaltenberg war das Spannende weniger die Wahl selbst – Michael Kießling galt von vornherein als gesetzt – als vielmehr die Frage, wie die Veranstaltung mit über 100 Teilnehmern im mittelalterlichen Ambiente über die Bühne gehen würde.

Lechrain - Gut 150 Personen sind in Corona-Zeiten schon fast eine Massenansammlung – zu viel auf jeden Fall für einen geschlossenen Raum, selbst wenn es, wie ursprünglich geplant, die Germeringer Stadthalle gewesen wäre. In der Kaltenberger Arena, wo sich in normalen Zeiten beim Ritterturnier tollkühne Reiter gegenseitig aus dem Sattel werfen, haben 10 000 Zuschauer Platz. Und so wirkten die CSU-Vertreter fast ein bisschen verloren in dem weiten Oval, wo sie mit Maske und mehreren Plätzen Abstand zueinander saßen.

„Wie kommen wir aus der Pandemie? Wie schützen wir das Klima? Und wie finanzieren wir das?“: Zum Thema Corona forderte der 47-jährige Michael Kießling neben Impfen und Testen auch „Öffnungsperspektiven, um die Menschen mehr mitzunehmen“. Er will Unternehmen stärken, in Familien und Ehrenamt investieren und das Klima mit „Anreizen, nicht Verboten“ schützen.

In der Frage der Kanzlerkandidatur vermied Kießling allzu kämpferische Töne an die Adresse der Schwesterpartei CDU. Man habe ihr mit Markus Söder „ein Angebot gemacht“ und sei „gespannt“, ob sie es annehmen werde. Söder habe die besseren Ausgangschancen. „Gute Umfragewerte sind ein Pfund, das man mitnehmen kann.“

In Richtung der politischen Mitbewerber wurde der Ton rauer. Noch-Koalitionspartner SPD sieht Kießling vor einem Links-Ruck. „Alles, was die SPD vorhat, wird zu Steuererhöhungen führen.“ Auch den Grünen warf er vor, „auf breiter Front“ Steuern anheben zu wollen und eine neue Gesellschaftsordnung anzustreben.

Bei der abschließenden Wahl wurde Kießling mit 140 Stimmen als Bundestags-Direktkandidat nominiert. Gegenkandidaten gab es nicht. Corona-konform verzichtete Wahlleiter Oliver Simon darauf, Kießling den vorbereiteten Blumenstrauß zu überreichen – lieber warf er ihn dem frisch gekürten Kandidaten zu.

ULRIKE OSMAN

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