Ein Sirius-Leichtfluggerät.
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So sieht ein Sirius-Leichtfluggerät aus, mit dem die zwei befreundeten Unternehmer auf einem Feld nahe Denklingen starten und landen möchten.

Start- und Landeerlaubnis

Geschäftsmann beantragt privaten Flugplatz in Denklingen

Eine Start- und Landeerlaubnis für Ultraleichtflugzeuge in Denklingen hat Anton Eirenschmalz, Unternehmer aus Schwabsoien (58) beantragt. Zusammen mit seinem Freund Michael Riedle (52), der in Weilheim wohnt und aus Epfach stammt, will er auf einem Flurstreifen in der Denklinger Flur, den Eirenschmalz vergangenes Jahr von einer Frau aus Denklingen erworben hatte, abheben.

Denklingen - Die Räte der Gemeinde Denklingen haben diesen „Antrag auf Außenstart- und Landeerlaubnis“, wie es im Behördendeutsch heißt, in der ersten Sitzung nach den Sommerferien befürwortet. Zwölf Räte stimmten mit Ja, zwei (Michaela Killmann und Wolfgang Martin) waren dagegen.

Nun hat das Luftamt Südbayern über den Antrag zu befinden. Beim Landratsamt Landsberg ist bisher die Untere Naturschutzbehörde, als Träger öffentlicher Belange, im Verfahren der Regierung beteiligt. Die Naturschutzbehörde habe gegenüber der Regierung eine artenschutzrechtliche Untersuchung gefordert, da in diesem Gebiet der Uhu vorkommt und dieser besonders und streng geschützt ist. Diese Untersuchung liege dem Landratsamt bisher nicht vor, sagte Pressesprecher Wolfgang Müller.

300 Meter langes Feld auf Denklinger Flur

„Wir fliegen schon länger“, sagt Eirenschmalz auf Nachfrage. Bisher geht er mit dem Ultraleichtflugzeug in Bad Wörishofen in die Luft. Riedle, Architekt in Hohenfurch und ehemaliger Landsberger Kreishandwerksmeister, startet und landet in Kurzenried bei Peiting. Die Absicht der beiden ist nun, das etwa 300 Meter lange und 30 Meter breite Feld in der Denklinger Flur zu nutzen.

Riedle habe bereits ein Ultraleichtflugzeug, sagte Eirenschmalz. Falls die Genehmigung erteilt wird, wolle er auch ein Fluggerät des Herstellers Sirius (TL-3000) erwerben. Dieses wiegt leer bis zu 400 Kilogramm. Das Gesamtgewicht darf 600 Kilogramm nicht überschreiten. Eine oder zwei Personen können darin fliegen.

Höchstens 100 Starts und Landungen pro Jahr

Eirenschmalz erklärt, dass ein Flugbuch geführt werden muss. Daraus lässt sich ersehen, wie viele Flüge es sind und was das Ziel ist. In einem Schreiben der Regierung von Oberbayern, dort ist das Luftamt Südbayern angegliedert, ist von höchstens 100 Starts und Landungen pro Jahr die Rede.

Gemeinderätin Michaela Killmann (Epfach) hinterfragte in der Sitzung im Denklinger Rathaus, wie sich das Vorhaben „mit dem Gemeinwohl“ vereinbaren lasse und wer die Zahl der Starts und Landungen kontrolliere. Es sei doch allgemein das Bestreben, von Inlandsflügen wegzukommen.

Südlich von Denklingen sind auch die Modellflieger unterwegs

Mit Inlandsflügen seien die Bewegungen der Ultraleichtflugzeuge nicht zu vergleichen, entgegnete Bürgermeister Andreas Braunegger. Außerdem wies er darauf hin, dass südlich von Denklingen seit Jahren auch Modellflieger draußen seien. Gemeinderat Stephan Egner sah das Ganze aus einer völlig anderen Perspektive: „Mir ist der Flugplatz da draußen lieber als noch ‘ne Reihe Mais.“

Auf das Thema angesprochen, ob Freizeitfliegen oder der Luftweg zu Kunden noch zeitgemäß seien, antwortet Eirenschmalz mit einem Vergleich: Mit dem Flugzeug benötige man im Vergleich zum Auto oft viel weniger Kilometer bis zum Ziel, weil man die direkte Luftlinie nehme. Genauso gut ließen sich auch Mountainbikes mit E-Motor hinterfragen, sagte er.

JOHANNES JAIS

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