Beziehen Position gegen den Flugplatz: Bauern und Jagdgenossen aus Denklingen. Von links Ludwig Preisinger (BBV-Ortsobmann und Jagdvorstand), der stellvertretende Obmann Jakob Steer, Ortsbäuerin Ingrid Steer, Max Heiß (Jagdgenossenschaft), Christian Negele (Jäger und Landwirt) und Christoph Rathmann (Jagdpächter) sowie Manuela und Robert Maier (Landwirt und Pferdehofbetreiber).
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Beziehen Position gegen den Flugplatz: Bauern und Jagdgenossen aus Denklingen. Von links Ludwig Preisinger (BBV-Ortsobmann und Jagdvorstand), der stellvertretende Obmann Jakob Steer, Ortsbäuerin Ingrid Steer, Max Heiß (Jagdgenossenschaft), Christian Negele (Jäger und Landwirt) und Christoph Rathmann (Jagdpächter) sowie Manuela und Robert Maier (Landwirt und Pferdehofbetreiber).

Es regt sich Protest in Denklingen gegen geplante Start- und Landebahn

Bauern und Jagdgenossen gegen Flugbetrieb

Bauern und Jagdgenossen wehren sich: Sie sind gegen das Vorhaben, dass südlich von Denklingen ein Flugplatz errichtet wird. Wie berichtet, möchten Grundstückseigentümer Anton Eirenschmalz aus Schwabsoien und sein Freund Michael Riedle, der aus Epfach stammt, dort eine Start- und Landeerlaubnis für Ultraleichtflugzeuge.

  • Bauern und Jagdgenossen sind gegen geplante Start- und Landebahn bei Denklingen
  • In Presseerklärung fünf Punkte aufgelistet
  • Sorge und Tiere und Natur

Denklingen – Das Thema kocht hoch: Auch Bestrebungen an anderen Standorten in der Denklinger Flur lehnen die örtliche Jagdgenossenschaft und der Bayerische Bauernverband (BBV) kategorisch ab. „Es kann und darf nicht sein, dass unsere Natur und Landschaft hinter das Luxusdenken einzelner Personen oder Gruppierungen angestellt wird“, spricht Ludwig Preisinger Klartext.

Der Landwirt ist Jagdvorstand und zugleich Ortsobmann des BBVs. Die Vorstandschaft beider Verbände sehen es als ihre Pflicht an, ein strenges Augenmerk auf Natur und Flächen zu haben beziehungsweise diese zu schützen, fügt Preisinger hinzu.

BBV und Jagdgenossenschaft würden es sich nicht anmaßen, die Antragsteller zu verurteilen. Doch sie verdeutlichen ihr Ziel: Tiere, Landschaft und Natur im Einklang mit dem Menschen zu erhalten. In einer Presseerklärung haben Landwirte und Jagdgenossen fünf Punkte aufgelistet, die gegen einen Flugplatz mit Start- und Landeerlaubnis für Ultraleichtflugzeuge sprechen.

Fünf Punkte aufgelistet

Erstens sei es aus Sicht der Landwirte „ein nicht hinnehmbarer Flächenverbrauch“, der mit einem kleinen Flugplatz aus der landwirtschaftlichen Produktion herausgenommen werde. Wie solle in Zukunft das Wichtigste, nämlich die Ernährung der Bevölkerung, gesichert werden, wenn solche Flächen unnötig der Landwirtschaft entzogen würden? „Gerade in der Zeit von Corona sieht man, wie wichtig es ist, unabhängig vom Ausland zu sein“, sagen die Landwirte und Jagdgenossen.

Zweitens wird darauf verwiesen, dass durch Flugbetrieb das Wild gestört werde, was zu Panikverhalten führe. Es sei mit erhöhten Wildunfällen an den anliegenden Straßen bis hin zur B 17 zu rechnen.

Das dritte Argument: Wild könne sich in Zäunen verfangen, auch sei mit erhöhten Verbissschäden im Wald zu rechnen. Nicht auszuschließen sei der Abzug des Wildes in andere Gebiete. Das bedeute eine Schädigung des Jagdbogens und führe zu einer erhöhten Schadensforderung an die Jagdgenossenschaft. Ertragsausfälle könnten soweit führen, dass man jagdrechtlich letztlich ein nutzloses Gebiet habe.

Auch Betreiber der Reitanlage haben Bedenken

Zum vierten verweisen die Landwirte auf das Weidegebiet, das im Westen an das 300 Meter lange und 30 Meter breite Feld angrenzt, wo Eirenschmalz und Riedle starten und landen möchten. Die Fläche am Hang und darunter sei besonders schützenswert.

Auch die Betreiber der südlich gelegenen Reitanlage bei Epfach-Neuhof haben Bedenken: Sie sehen im Fall von Flugbetrieb eine große Gefahr für Ross und Reiter, wie Manuela und Robert Maier vom Pferdehof betonen.

Schließlich verweisen die Flugplatz-Gegner auf den Lärm. Den solle man doch in einem Gebiet vermeiden, wo Menschen Erholung suchen und finden.

Denklinger Gemeinderat hat es befürwortet

Einen anderen Aspekt greift Christoph Rathmann auf, der im Lengenfeld südöstlich von Denklingen den Jagdbogen gepachtet hat. „Das Schlimme ist, dass da keine offene Kommunikation stattfindet.“

Zur Erinnerung: Der Denklinger Gemeinderat hat mit zwölf zu zwei Stimmen die beantragte Start- und Landeerlaubnis auf dem Grundstück befürwortet. Das Thema wurde zuvor schon mal in nicht-öffentlicher Sitzung vorberaten. „Herr“ des Genehmigungsverfahrens ist das Luftamt Südbayern, das bei der Regierung von Oberbayern angegliedert ist.

Eingebunden in das Verfahren ist die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Landsberg. Die Naturschutzbehörde verlangt eine artenschutzrechtliche Untersuchung. Ihr Beweggrund: In diesem Gebiet kommt der Uhu vor, und dieser sei streng geschützt.

Johannes Jais

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