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Am Wahlabend: (v.l.) Zweiter Bürgermeister Norbert Walter, Andreas und Heidi Braunegger, der frühere Bürgermeister Michael Kießling und MdL Dorow.

Andreas Braunegger gewählt

Bürgermeisterwahl Denklingen: Einziger Kandidat holt nur 60 Prozent

Noch nie haben bei einer Bürgermeisterwahl in Denklingen so wenige Stimmen ausgereicht, um gewählt zu werden. Bei einer niedrigen Beteiligung von knapp 50 Prozent entfielen auf den einzigen offiziellen Bewerber Andreas Braunegger (CSU/Freie Bürgerliste/Wählergemeinschaft Denklingen) 591 der 977 gültigen Stimmen (60,5 Prozent).

Denklingen Kein großer Jubel, sondern verhaltene Freude war kennzeichnend für die Stimmung und für die Reaktionen im Rathaus, nachdem Wahlleiter Johann Hartmann kurz vor 19 Uhr das Ergebnis auf dem schmalen Flur zwischen den Amtszimmern im Denklinger Rathaus verkündet hatte. Das Votum für Andreas Braunegger sei „ausreichend“, kommentierte Regina Wölfl von der Wählergemeinschaft Denklingen, die es ein „zielführendes Ergebnis“ nannte.

Andreas Braunegger (50) wird bereits in der Sitzung am Mittwochabend vereidigt. Diese Aufgabe wird Anita Gropp (54), die Gemeinderatsälteste, vornehmen. Sie gehört seit 2002 dem Gremium an. Braunegger selbst, der zusammen mit seiner Frau Heidi um 18.50 Uhr ins Rathaus gekommen war, wertete den Ausgang am Sonntagabend alles anderes als ein gutes Abschneiden. Dies habe auch an der niedrigen Wahlbeteiligung gelegen. Freilich sei dies, wenn man einen Vergleich mit früheren Urnengängen in Kommunen mit nur einem Bewerber anstelle, kein untypisches Ergebnis. Eine Stimmung in der Bevölkerung nach dem Motto, da brauche man nicht hinzugehen, wenn es eh nur einen offiziellen Kandidaten gebe, habe er schon beim Verteilen der Flyer im Gespräch mit einigen Leuten schon zu spüren bekommen.

Michael Kießling, der von Mai 2014 bis September 2017 Rathauschef in Denklingen war und nun Bundestagsabgeordneter für den Stimmkreis Starnberg-Landsberg ist, zeigte sich am Sonntagabend mit dem Ergebnis für Braunegger „zufrieden“. Allerdings hätte er sich eine höhere Wahlbeteiligung gewünscht. Der Landsberger CSU-Kreisvorsitzende Alex Dorow, der bereits um 18.30 Uhr ins Denklinger Rathaus kam, freut sich auf die Zusammenarbeit mit Braunegger, der seit November 2017 auch CSU-Mitglied ist. Das Resultat von 60 Prozent, das Braunegger in Denklingen eingefahren habe, sei ein „Wunschergebnis“ für die CSU bei der Landtagswahl im Oktober, fügte er mit einem verschmitzten Lächeln hinzu.

Die zweitmeisten Stimmen entfielen bei der Bürgermeisterwahl auf Meinrad Klein (60) aus Epfach. Für ihn votierten 152 Bürger, obwohl er nicht offiziell kandidierte. Zweiter Bürgermeister Norbert Walter, der seit Oktober vorübergehend die Amtsgeschäfte geführt hat, bekam 95 Stimmen – das sind knapp zehn Prozent. Insgesamt wurden 41 verschiedene Namen auf die leere Zeile auf dem Stimmzettel eingetragen. Viele davon erhielten nur eine Stimme. Kurios: Einer davon war der Schongauer Ex-Landrat und ehemalige Bürgermeister Friedrich Zeller. Dieser Vorschlag wurde als gültig anerkannt, weil auch auswärtige Nennungen zulässig waren.

Nach 20.30 Uhr ging es für Braunegger, der übrigens zum ersten Mal im Leben per Briefwahl die Stimme abgegeben hatte, zu einem Umtrunk mit Freunden und Helfern ins Pfarrheim.

Johannes Jais

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