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Für ihn war der Bericht zur Bürgerversammlung ein Novum: der kommissarische Bürgermeister Norbert Walter (re.).

Baumaßnahmen vorgestellt

Bürgerversammlung in Denklingen: Neue Trinkwasserversorgung wird teuer

Die Trinkwasserversorgung war das zentrale Thema auf der Denklinger Bürgerversammlung. Kein Wunder: Immerhin investiert die Gemeinde satte acht Millionen Euro in die neue Versorgung für Denklingen, Dienhausen und Epfach.

Denklingen – Die Bauwerke mit dem Brunnen im Stubental (südlich der Straße nach Osterzell) und der Hochbehälter sind mit 1,7 Millionen Euro veranschlagt. Noch mehr Geld muss für den Bau der Wasserleitungen in die Hand genommen werden; 3,2 Millionen Euro. Der kommissarische Rathauschef Norbert Walter stellte vor den 80 Besuchern der Bürgerversammlung die Maßnahmen vor.

Berücksichtigt werden müssen neben Bauwerk und kilometerlangen Rohren auch die technische Ausrüstung (284 000 Euro), die Steuerungstechnik (452 000 Euro) und der Rückbau bisheriger Anlagen (150 000 Euro). Dazu kommen noch die Nebenkosten von 881 000 Euro. Dieser Betrag ist für Ingenieursleistungen eingeplant.

Walter erklärte, dass auch mit einer staatlichen Förderung zu rechnen ist. „Aktuell gehen wir von einer Million Euro Zuschuss aus.“ Doch kündigte er an, dass mit den Investitionen der Wasserpreis – derzeit bei einem Euro und 15 Cent je Kubikmeter - steigen wird. Offen sei noch, ob dies über eine Gebührenerhöhung verrechnet wird oder über einen Einmalbetrag, der auch in Raten verlangt werden kann, oder gar in einer Mischkalkulation von beidem. In dieses Thema wird der neue Bürgermeister der Gemeinde mit eingebunden, der im Januar gewählt wird.

Denklingen gehört im Landkreis Landsberg zu den Gebieten, wo die Versorgungssicherheit als „stark eingeschränkt“ bewertet wird, erklärte der Bürgermeister. Darum seien die Investitionen notwendig, zumal Auflagen und Ausdehnung im Wasserschutzgebiet für den Denklinger Brunnen problematisch seien, weil im Süden die Ortschaft Dienhausen in die äußere Zone 3 falle.

Die Wasserversorgung in Denklingen wird ab dem Jahr 2019/2020 auf zwei Beinen stehen. Im Stubental – zwischen den Ortschaften Osterzell, Sachsenried und Dienhausen gelegen – wird die neue Quellfassung entstehen. Zudem bezieht die Gemeinde von den Stadtwerken Schongau, die einen neuen Brunnen im Heilig-Geist-Wald südlich von Denklingen erschließt, das kostbare Nass. Mit Schongau sei ein Vertrag geschlossen worden, dass die Gemeinde jährlich mindestens 40 000 Kubikmeter abnimmt – zu einem Preis von 61 Cent je Kubikmeter. Für diesen Übergabeschacht muss ebenso wie für den Hochbehälter östlich des Stubental-Brunnens, der zwei Kammern mit je tausend Kubikmeter erhält, ein Anschluss an das bestehende Netz geschaffen werden (siehe dazu die rot markierten Linien in der Grafik).

Vom künftigen Brunnen im Stubental und vom Hochbehälter müssen wie vom Heiliggeistbrunnen und vom Übergabeschacht der Stadtwerke Leitungen Richtung Dienhausen und Denklingen verlegt werden. Nach Epfach fließt das Wasser in den bisherigen Rohren.

Notwendig wird, obwohl vor Dienhausen und Denklingen ein Regler eingebaut wird, für die meisten Privathaushalte zusätzlich noch ein Druckminderer. Den Baukosten und der Preiserhöhung stellte Bürgermeister Walter in seinem Bericht jedoch viele Pro-Argumenten gegenüber. Diese seien die hohe Wasserqualität, eine zukunftssichere Versorgung für mehr als 30 Jahre dank des Ringschlusses, keine Einschränkungen in Dienhausen und geringere Kosten im Unterhalt.

Für Denklingen wird bei leicht steigender Bevölkerung bis zum Jahr 2047 ein Verbrauch bis zu 247 000 Kubikmeter pro Jahr errechnet. Zum Vergleich: Die Stadtwerke Schongau haben einen Jahresbedarf von 1,2 Millionen Euro.

Johannes Jais

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