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Vor 150 geladenen Gästen blickte Denklingens Bürgermeister Andreas Braunegger (li.) auf den Umbau zurück.

Tag der offenen Tür im neuen Rathaus

Markante Mitte in Denklingen lockt 1000 Besucher

Gut 1000 Besucher lockte der Tag der offenen Tür im neuen Denklinger Rathaus an. Aus gutem Grund: Das alte Gebäude ist reich an Geschichte.

Denklingen – Das neue Rathaus im früheren Gasthof Hirsch ist mit seinem hohen Giebel die markante Mitte in Denklingen, die nach der aufwändigen Sanierung und durch den Einzug der Gemeindeverwaltung wieder mit Leben erfüllt wird. Darauf ist beim Tag der offenen Tür, zu dem geschätzt gut 1000 Besucher gekommen sind mehrfach hingewiesen worden. Architekt Benedikt Sunder-Plassmann sagte, so ein altes Gebäude „bringt Geschichte mit“.

Im Mai 2017 ist mit den Arbeiten zum Umbau des früheren Gasthofes zum neuen Rathaus begonnen worden. Zwei Jahre und drei Monate betrug die Bauzeit, wie Bürgermeister Andreas Braunegger beim Festakt vor 150 geladenen Gästen im Bürgersaal unterm Dach erklärte. Der ursprüngliche Bestand und der moderne Anbau auf der Nordseite würden dem Gebäude „einen besonderen Charme verleihen“, so der Rathauschef.

Gesamtkosten liegen bei 5,02 Millionen Euro

Die Innengestaltung sei schlicht und mit langlebigen Materialien ausgeführt. Für die gesamte EDV-Technik wurden 75 000 Euro aufgewendet. Die gesamten Kosten liegen bei 5,02 Millionen Euro. Davon übernimmt die Gemeinde 3,8 Millionen Euro. Aus dem Topf der Städtebauförderung flossen 1,08 Millionen Euro. Die Bayerische Landesstiftung gab einen Zuschuss von 109 000 Euro. Und vom Bezirk Oberbayern kamen 13 000 Euro.

Beim Blick in die Historie erinnerte Bürgermeister Braunegger daran, dass dieses Gebäude schon zwei Brände überstanden hat: im Jahr 1688 und nochmals 1974. Seit 1786 war die Ökonomie im Besitz der Familie Geiger. An die ehemalige Besitzerin des Gasthofs Hirsch, an die 80-jährige Sofie Geiger, überreichte der Bürgermeister einen Blumenstrauß.

Gemeinde zahlt 3,8 Millionen Euro Eigenanteil

Michael Kießling war, bevor er im Herbst 2017 in den Bundestag einzog, dreieinhalb Jahre Bürgermeister von Denklingen. Er freute sich, dass nach der Eröffnung des Dorfladens im Sommer 2017 nun im Herbst 2019 mit dem neuen Rathaus im denkmalgeschützten Gasthof Hirsch ein wesentlicher Baustein dafür geleistet worden sei, das Dorfleben „aktiv zu gestalten“. Für den Eigenanteil der Gemeinde, also für 3,8 Millionen Euro, wäre es wohl schwierig geworden, „woanders ein neues Gebäude zu kriegen“.

Hell, modern und großzügig sind die neuen Räumlichkeiten des Denklinger Rathauses.

Landrat Thomas Eichinger münzte den Text eines alten Kirchenliedes auf das markante weltliche Gebäude um: „Ein Haus voll Glorie schauet weit über alle Land.“ Es sei wichtig „Gesicht und Identität zu erhalten“ in einer Zeit, in der sich so viel so rasch ändere.

Architekt erinnert an „schwarze Küche“

Architekt Benedikt Sunder-Plassmann erinnerte an die „schwarze Küche“. Der Schlot sei bis unters Dach gegangen; dort hätten sich Rauch und Ruß verflüchtigt. Heute sei an gleicher Stelle die Küche für die Mitarbeiter. Besonders freute er sich darüber, dass aus dem früheren Lagerraum der Wirtschaft nun ein Saal entstanden sei, den die Gemeinde, aber auch Vereine und Privatpersonen, nutzen können.

Pater Joseph von der Pfarreiengemeinschaft Fuchstal ging im Anschluss an den Festakt beim Tag der offenen Tür durch die Räume und spendete den kirchlichen Segen. Mehrere 100 Besucher aus Denklingen, Epfach und Dienhausen, aber auch bis aus Hohenfurch und aus Landsberg, machten sich beim Tag der offenen Tür einen Eindruck von den Räumen im neuen Rathaus, das barrierefrei ausgebaut ist und in dem die neun Mitarbeiter großzügige Platzverhältnisse vorfinden.

Was als nächstes ansteht, ist 2019 und 2020 die Gestaltung des Rathausplatzes und der Dorfmitte. Da wird im Gegensatz zu den ersten Überlegungen das Baufenster verkleinert, um Kosten zu verringern. Zugleich muss die Gemeinde die Räume über der Raiffeisenbank-Filiale entrümpeln, renovieren, umbauen und einen Aufzug installieren, damit sie an eine Arztpraxis vermietet werden können. Allein dafür wird noch mehr als eine Million Euro fällig. 

JOHANNES JAIS

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