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Gemeinderat Denklingen

Abspecken beim Dorfzentrum

Eine Kostendeckelung streben die Denklinger Gemeinderäte beim geplanten Bürger- und Vereinezentrum an. Darum kommt es Mitte 2017 zu einem Schnitt in der Vorplanung. Die Architekten müssen einen neuen Entwurf für den Hochbau vorlegen. Die Obergrenze liegt nun bei zehn Millionen Euro brutto für das große Haus und für die Sportanlagen.

DenklingenDamit heißt es nach mehreren Sparrunden und nach einer Klausur im Mai, vom jetzigen Kostenstand von 12,3 Millionen Euro brutto weiter massiv abspecken. Wenn die Gemeinde einen Betrieb gewerblicher Art gründet und von den Vereinen eine vom Finanzamt anerkannte monatliche Miete kassiert, braucht sie die Umsatzsteuer nicht zu bezahlen. Dann wären es netto 10,3 Millionen. Zunächst lagen die Kosten nach Informationen unserer Redaktion gar bei ungefähr 15 Millionen Euro brutto.

„Wir fangen nochmals bei Null an“, kommentiert Burkhard Basner vom Gautinger Büro Köhler Architekten im Gespräch mit unserer Redaktion die Ausgangslage im Juni 2017. Er war auch bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Denklingen anwesend. Da wurde beschlossen, die Leistungsphase II zu wiederholen. Die beteiligten Architekten und Ingenieure für den Hochbau müssen also eine Umplanung vornehmen.

Der zweite Beschluss war, alle betroffenen Grundstücke zu erwerben. Für diese Felder besteht bereits ein Ankaufsrecht der Gemeinde. Dafür sind Ausgaben in Höhe von knapp 1,6 Millionen Euro vorgesehen. Dieser Betrag ist separat vom Bürger- und Vereinezentrum; er ist im Haushaltsplan der Gemeinde so vorgesehen. Das Areal ist ungefähr zwölf Hektar groß.

Es sei momentan eine „schwierige Situation“, räumt Architekt Basner ein. Auf der einen Seite seien die Planer bemüht, das Raumprogramm, das schon im Architektenwettbewerb vor zwei Jahren „dezidiert“ vorgegeben worden sei, entsprechend umzusetzen. Auf der anderen Seite stünde neben den Raumwünschen die klare Ansage der Gemeinderäte, dass die Kosten, wie sie bislang in der Vorplanung errechnet worden sind, politisch nicht zu vertreten seien. Dabei sei in Sparrunden schon einiges weggefallen. Dazu zählt die Lüftung im Saal, der auch kleiner werde als im ursprünglich Entwurf. In der Länge des rechteckigen Gebäudes – zunächst 115 Meter – sei man mittlerweile bei 85 Metern angelangt, nachdem um „zwei Achsen“ gekürzt wurde. Verzichtet werde auf das Foyer.

Eine Auswirkung davon ist laut Basner, dass die Gastronomie eine Küche erhalte, die für 80 Plätze im Restaurant, im Nebenzimmer und auf weitere Gäste auf der Terrasse ausgelegt sei. Für Großveranstaltungen sei daher ein Catering erforderlich. Ursprünglich war vorgesehen, dass ein Gastronom die technischen Voraussetzungen hat, eine Bewirtung für 350 bis 400 Gäste im Foyer vorzubereiten, wenn im Saal eine große Veranstaltung stattfindet.

Auf den Bereich Hochbau (Bürger- und Vereinehaus) entfallen nach jetzigem Stand drei Viertel der Kosten. Ungefähr ein Viertel der Summe betrifft die Außenanlagen und die Sportplätze. Dafür ist das Büro „Die Grille“ aus Penzberg zuständig, die mit den Köhler-Architekten eine Arbeitsgemeinschaft gebildet hat. Fakt ist, dass mit der Wiederholung der Leistungsphase II (Entwurfsplanung mit Kostenschätzung) die Planungskosten steigen. Fakt ist auch, dass sich das Projekt zeitlich verschiebt. War man bisher davon ausgegangen, dass ab Frühjahr 2019 die Sportanlagen genutzt werden können und dass Ostern 2019 das Bürger- und Vereinehaus in Betrieb gehen kann, so wird es zu einer Verzögerung kommen. Das mache „mindestens ein halbes Jahr aus“, sagt Architekt Basner.

Am Raumprogramm für die Vereine soll indes festgehalten werden, wie Bürgermeister Michael Kießling im Wahlkampf betonte. So sind eine Kegelbahn, ein Proberaum für die Musikkapelle mit einem Zimmer für Registerproben, ein Schützenheim und Räume für Sportabteilungen vorgesehen. Doch ist davon auszugehen, dass der Keller kleiner und mehr Technik in den Bühnenbereich verlagert wird, und das Gebäude insgesamt weiter schrumpft. Freilich: Am Ende der neuen Vorplanung steht erst eine Kostenschätzung. Erst dann geht’s in die nächste Phase, und es kommt zu einer Kostenberechnung. Als nächstes folgen die Ausschreibungen. Doch da sind angesichts der aktuellen Konjunktur gewaltige Differenzen möglich – siehe Auftragsvergaben für das neue Rathaus im Gasthof Hirsch.

Johannes Jais

Rubriklistenbild: © dpa

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