1. Startseite
  2. Lokales
  3. Schongau
  4. Denklingen

Bürgerzentrum kostet 13,4 Millionen Euro

Erstellt:

Kommentare

Schick: So soll der Saal des neuen Denklinger Bürger- und Vereinezentrums aussehen.
Schick: So soll der Saal des neuen Denklinger Bürger- und Vereinezentrums aussehen. © Visualisierung: Ingenieurbüro Michael Riedle

Ein Bürger- und Vereinezentrum, das 13,4 Millionen Euro kostet: Leisten kann sich so etwas nur die finanzstarke Gemeinde Denklingen. Diese Kosten nannte Bürgermeister Andreas Braunegger, als der Gemeinderat in der letzten Sitzung 2018 sich mit der Entwurfsplanung einverstanden zeigte.

Denklingen – Noch auf der Bürgerversammlung, die Ende November im Gasthof Sonne in Epfach stattfand, sprach der Rathauschef davon, dass die Kosten auf zirka zehn Millionen Euro gedrückt werden können, nachdem ursprünglich von knapp 20 Millionen Euro die Rede war und in weiteren Umplanungen seit 2016 immer Kosten zwischen zwölf und 16 Millionen Euro genannt wurden. Noch Mitte 2017 war im Denklinger Gemeinderat die Devise zum „Abspecken“ bei diesem Großprojekt ausgegeben worden. Im Gemeinderat hieß es damals, als Obergrenze wolle man zehn Millionen Euro fixieren. Doch das ist nun Schnee von gestern. Die Kostenberechnung zu der Entwurfsplanung, die Architekt Michael Riedle (Hohenfurch) am Mittwochabend im Gemeinderat vorstellte, sieht laut Bürgermeister Braunegger ein Kostenvolumen von 13,4 Millionen Euro vor.

Es seien „alle Wünsche“ eingearbeitet worden, schilderte Riedle im Gespräch mit der Redaktion. Acht verschiedene Nutzungen würden unter ein Dach gebracht. Das Gebäude sei „mulitfunktionell“. Es gebe freilich Bereiche, wo man Kompromisse eingehen musste.

„Das Ganze lebt und stirbt mit dem Wirt“, bekundete der Architekt am Mittwochabend im Gemeinderat. Doch das Bürger- und Vereinezentrum sei „eine Investition für die Zukunft“. Ausdrücklich wies Riedle darauf hin, dass es auf dem Bausektor – auf Oberbayern bezogen – in den letzten zwei Jahren zu Kostensteigerungen bis 20 Prozent gekommen sei.

So soll das Gebäude ausschauen:

Die Fassade des 95 Meter langen Gebäudes sei größtenteils gemauert und mit Natursteinen versehen. Im Westen befindet sich der Saal mit Bühne, der bei Konzertbestuhlung bis zu 400 Besucher fasst. Er kann auch geteilt werden. Südlich daran schließt die Gaststätte mit Küchenbereich an. Auch eine Terrasse nach Süden zu den Fußballplätzen ist berücksichtigt. Nördlich des Saales befinden sich eine Bar und der Landjugendraum. Östlich der Bühne und der Toiletten sind der Probenraum für die Musikkapelle, der Schießstand für die Schützen und der Bereich für die Sportler mit Kabinen und Duschen. Am Ende – hinter einer Durchfahrt – werden Stauräume für Vereine und Garagen platziert.

Elektro-Fachplaner Armin Stich erwähnte, dass zur Bühnentechnik, Mikros, Beamer, Leinwand und Strahler gehören. Auch werde für ein Datennetz im Haus gesorgt. Zwei der drei Trainingsplätze erhalten laut Stich Flutlicht. Auf eine Anfrage von Gemeinderat Martin Ahmon zur Akustik der nicht offenen Bühne meinte Fachplaner Eckhart Mommertz, dass eine ausreichende Höhe vorhanden sei, sodass eine größere Besetzung gut musizieren könne. Die Glaswand an der Rückseite sei eine Herausforderung; aber ein Vorhang verbessere die Situation bei Konzerten. Einen erheblichen baulichen Aufwand bringe es mit sich, das Probelokal und den benachbarten Schießstand akustisch abzuschirmen. Dies wird laut Frommertz, fast, aber nicht ganz gelingen. Bei Wettkämpfen sollten sich die Schützen mit den Musikern terminlich abstimmen, damit nicht zeitgleich eine Probe abgehalten wird.

Bei der Heizung, wo zunächst Wärmepumpe und Gaskessel vorgesehen waren, will man auf Hackschnitzel setzen, zumal in der waldreichen Gemeinde Denklingen in der Nähe viel Abfallholz anfalle. Alle Räume erhalten eine Fußbodenheizung.

Ende 2019 soll das Großprojekt starten

Bei den detaillierten Kosten, die für das Architekturbüro Riedle von Planerin Juliane Grund aus München ermittelt wurden, ist die Mehrwertsteuer inklusive. Der Grunderwerb für das Bürger- und Vereinezentrum sowie für die Sportflächen im Süden ist separat veranschlagt. Nach den Worten von Riedle kann im Anschluss an Werkplanung, Ausschreibung und Vergabe Ende 2019 mit dem Großprojekt begonnen werden.

Bürgermeister Braunegger hatte Riedle als verantwortlichen Architekten heuer ins Boot genommen, nachdem es mit dem bisherigen Büro Köhler-Architekten aus Gauting Unzufriedenheit gab. Riedle hat für das Projekt in Denklingen einen Vertrag mit dem Büro Köhler-Architekten.

JOHANNES JAIS

Auch interessant

Kommentare