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Die Fertigstellung rückt näher: Das künftige Denklinger Rathaus im früheren Gasthof Hirsch. Letzte Arbeitsaufträge sind im Gemeinderat nun vergeben worden. 

Teure Medientechnik

Gemeinde Denklingen kauft fahrbaren Bildschirm für den Sitzungssaal - der Preis hat es in sich

Weitere Vergaben fürs neue Rathaus im früheren Gasthof Hirsch haben die Denklinger Gemeinderäte vorgenommen. Das reicht von der Medientechnik bis zur Baureinigung. Im Sommer soll die Gemeindeverwaltung von den bisherigen Räumen über der Raiffeisenbank in das denkmalgeschützte Gebäude umziehen.

Denklingen – Ein stationärer Beamer, mit dem Dateien oder Bilder an die Leinwand projiziert werden können – das ist in vielen Rathäusern Stand der Dinge. In Denklingen geht man künftig einen Schritt weiter: Statt eines Beamers wird für den Sitzungssaal ein großer Bildschirm angeschafft, der fahrbar ist und bei Präsentationen auch zu den Besucherreihen verschoben werden kann.

Bürgermeister Andreas Braunegger lege, wie er in der jüngsten Gemeinderatssitzung bekundete, Wert auf eine zeitgemäße Technik. Es sei in Denklingen ja schon bemängelt worden, dass die bisherige Kommunikation gegenüber den Zuhörern auf den Besucherstühlen unzureichend sei, weil bislang nur in Ausnahmefällen Inhalte visualisiert worden seien. „Das wollen wir ändern“, so der Rathauschef.

Das teuerste Bildschirm-Angebot lag bei 160 000 Euro

Freilich hat die moderne Medientechnik ihren Preis. Die Gemeinde hat dafür fünf Angebote eingeholt. Das preislich Günstigste hat eine Firma aus Heising bei Straubing abgegeben. Kostenpunkt: 75 300 Euro. Drei weitere Firmen hatten zwischen 84 000 und 93 000 Euro kalkuliert, eine sogar deutlich höher mit knapp 160 000 Euro.

Gemeinderat Stephan Egner kamen schon die 75 000 Euro teuer vor. Stutzig machte ihn vor allem der große Preisunterschied zwischen den fünf Angeboten. Er könne aus den Unterlagen nicht herauslesen, ob der eine „einen Fiat“ und der andere „einen Mercedes“ liefere.

„Qualitätsunterschiede gibt es nicht“, machte Denklingens Geschäftsleiter Johann Hartmann klar. In einem anderen Angebot zur Medientechnik war von 62 000 Euro die Rede. Doch diese Variante sei noch mit Beamer statt mit fahrbarem Flachbildschirm gewesen, erklärte Braunegger.

Thema Innengestaltung im neuen Denklinger Rathaus: Eine Malerfirma aus Dillingen wird für 10 300 Euro die Beschriftung im Rathaus vornehmen. Gemeinderat Anton Stahl empfand die Kosten als zu hoch, er konnte sich eine nochmalige Ausschreibung gut vorstellen. „Ich glaube nicht, dass es günstiger wird“, sagte dazu Geschäftsleiter Hartmann. Das Risiko sei „sehr groß“, dass die Gemeinde dann am Ende bei 16 000 Euro lande, wie es ein zweiter Bieter kalkuliert habe.

Die Gemeinde brauche, weil sie vom Staat auch Zuschüsse bekommt, einen Maler, der die Arbeiten im Sinne des Denkmalschutzes ausführe. Einfache Beschriftung neben der Tür auf einem Schild mit Namen und Zuständigkeit sei nicht möglich.

Gemeinderat Martin Ahmon wunderte sich über die strenge Vorgabe. Schließlich sei oberlagig „kein Quadratzentimeter“ Putz an den Wänden, der historisch sei. Bürgermeister Braunegger erklärte dazu, ab einem gewissen Alter des Gebäudes müsste die Kennzeichnung per Handschrift erfolgen, Schilder seien nicht erlaubt.

Einheimische Firma für Fundamente

Fundamente für Geräte der Wärmepumpe wird im Rathaus die heimische Firma Schießl setzen. Und zur kompletten Baureinigung vom Dachstuhl bis zum Keller werden Mitarbeiter einer Firma aus München anrücken, die mit 7600 Euro unter vier Angeboten preislich am günstigsten war. Auch dazu gab es eine Anmerkung. Regina Wölfl sagte, in der Kostenübersicht des Architekten seien dazu 2500 Euro aufgeführt. Nun sei es der dreifache Betrag. Wölfl: „Es ist einfach nur ärgerlich.“ Sie votierte bei dieser Vergabe mit Nein, der restliche Gemeinderat gab sein grünes Licht.

JOHANNES JAIS

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