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Veranschaulichte auf der farbigen Skizze, welche Datenraten mit dem neuen Mast künftig in Denklingen in den verschiedenen Ortsbereichen möglich sind: Wilhelm Kielmann von der Deutschen Funkturm GmbH.

Im Gewerbegebiet

Denklingen: Hoher Mobilfunkmast kommt doch

Im Dezember 2019 war der hohe Mobilfunkmast im Denklinger Gemeinderat mit knapper Mehrheit abgelehnt worden. Jetzt schaute die Sache ganz anders aus: Es waren nur noch zwei Gegenstimmen.  Errichtet wird der Mast im Gewerbegebiet an der Epfacher Straße am Bahngleis.

Denklingen – Bürgermeister Andreas Braunegger brachte das heikle Thema in der jüngsten Gemeinderatssitzung erneut aufs Tablett. Hintergrund: Mit dem ablehnenden Beschluss vom Dezember 2019 wäre die Gemeinde in der Zwickmühle gewesen. Denn schon im Mai vergangenen Jahres hatten die Räte ihre Zustimmung dafür gegeben, dass die Gemeinde im Gewerbegebiet eine kleine Fläche an eine Firma verpachtet, die dort einen Mobilfunkmast erstellen möchte. Der Mietvertrag ist längst unter Dach und Fach.

Wäre nun das Ansinnen der Funkturm GmbH abgelehnt worden, dann hätte das durchaus Folgen haben können. Gemeinderat Martin Steger hakte nach: „Wenn wir den Mast überhaupt nicht wollen, dann verklagen Sie uns!“ Steger votierte schließlich ebenso wie Reinhard Megele, dem das 28 Meter hohe technische Bauwerk am Ortseingang nicht gefällt, gegen das Bauvorhaben. Megele schlug als Standort den Hochbehälter auf der Anhöhe im Westen vor.

Ein zweiter Grund für die nochmalige Behandlung war: Die maximale Höhe des freistehenden Antennenträgers wird von bisher 26 Meter auf maximal 28 Meter geändert. Das wird im Mietvertrag zwischen der Gemeinde Denklingen und der Deutschen Funkturm GmbH als Nachtrag fixiert.

Neuer Mast schlank aber stabil

Errichtet werden soll ein Schleuderbetonmast. Der hat 22 Meter. Darauf kommt ein Aufsatz mit sechs Metern. Funkmasten aus Schleuderbeton sind prädestiniert für enge Grundstücksflächen. Sie sind schlank, und trotz der schlanken Bauweise beschreiben sie Bautechniker als sehr stabil. Außerdem heißt es, dass sie langlebig sind.

Auch zweiter Anbieter kann auf Mast seine Antenne montieren

Wilhelm Kielmann aus Krumbach ist bei der Funkturm GmbH Physiker. Er schilderte im Denklinger Gemeinderat, dass es bei einem Aufsatz, der bis 28 Meter reicht, möglich sei, unterhalb der Richtfunktechnik der Telekom noch die Antenne eines zweiten Betreibers zu installieren. Als potenziellen Interessenten nannte er den Mobilfunkanbieter Telefónica (O2) .

Vodafone pachtet Fläche im Süden

Vor den Gemeinderäten und einigen Zuhörern schilderte Kielmann zudem, dass ein anderer Mobilfunkbetreiber (Vodafone) im Süden Denklingens eine Fläche „Im Eschle“ anpachtet. Dort soll ein zehn Meter hoher Mast für Datentechnik aufgerichtet werden. Ideal sei ein Standort mitten im Ort, um möglichst geringe Entfernungen zu den Endgeräten zu haben, erklärte Kielmann. Doch er fügte hinzu, dass die kleine Fläche im neuen Gewerbegebiet beim künftigen Wertstoffhof, die von der Gemeinde angeboten worden sei, bei wenigen Abstrichen auch gute Voraussetzungen biete.

Verbindungen werden um ein Vielfaches schneller

Die Verbindungen würden um ein Vielfaches schneller, und auch das Gewerbegebiet im Osten Denklingens sei ausreichend versorgt. Der starke Netzausbau sei sowohl privat als auch im geschäftlichen Bereich von Vorteil.

„Grundsätzlich wird die Versorgung überall um ein Vielfaches besser“, befand zweiter Bürgermeister Norbert Walter. Bürgermeister Braunegger betonte, dass ein lückenloser, guter Empfang auch Sicherheit bedeute, falls sich jemand verletze oder ein schwer Erkrankter schnell Hilfe benötige. Anita Gropp fasste nach, ob mit der Technik im Gewerbegebiet Egart der Mast zwischen B 17 und Firma Hirschvogel dann wegkomme. Kielmanns Antwort: „Das halte ich für ein Gerücht.“

Notwenigkeit mit mit rasant gestiegenen Datenmengen begründet

Die Notwendigkeit des neuen Mastens begründete der Vertreter der Deutschen Funkturm GmbH mit den rasant gestiegenen Datenmengen und nicht nur mit dem klassischen Mobilfunk. Inzwischen seien die Datenmengen mehr als 20 Mal so hoch als im Jahr 2014, stellte Kielmann einen Vergleich an.

Die Strahlenbelastung nahe der Antenne sei wesentlich geringer als bei einem Handy, das man lange am Ohr halte. Eine geringe Entfernung zur Antenne wirke sich am Endgerät positiv aus, weil es weniger Leistung benötige. Kielmanns Kommentar: „Sie schonen die Gesundheit mit einem besseren Empfang.“

JOHANNES JAIS

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