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Für strahlende Gesichter sorgten die Weihnachtsgeschenke, die zum Großteil von der Grundschule in Schwabsoien und den Pfarrgemeindegremien in Schwabbruck und Schwabsoien gesammelt wurden.

Aktivisten waren vor Ort

Rumänienhilfe Dienhausen so wichtig wie eh und je

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Der Rumänienhilfe Dienhausen geht die ehrenamtliche Arbeit nicht aus. Die Armut im Südwesten des Landes ist nach wie vor gewaltig. Im November war das Aktivisten-Team wieder vor Ort.

Dienhausen Satte fünf Tonnen Hilfsgüter hatten die Helfer schon im Frühjahr über eine Spedition zur Caritas in der Stadt Caransebes transportieren lassen. Weitere drei Tonnen kamen jetzt dazu. Darunter 180 Weihnachtspakete, die zum Großteil von der Grundschule in Schwabsoien und den Pfarrgemeindegremien in Schwabbruck und Schwabsoien gesammelt wurden.

Die Geschenke sorgten für strahlende Gesichter bei den Mädchen und Buben im örtlichen Kindergarten und den zwei Suppenküchen der Caritas in Rumänien. Von ihr werden die bedürftigen Kinder aus Caransebes nach der Schule mit Essen versorgt. Zudem bekommen sie dort Hilfe bei den Hausaufgaben.

Natürlich war das Aktivisten-Team auch wieder im Dorf Zagujeni zu Werke, in dem alles begann. Helga und Rudolf Lang aus Altenstadt hatten 28 Jahre lang Hilfstransporte dorthin organisiert, zusammen mit ihren Helfern ein Kinderheim erweitert und Suppenküchen finanziert. Die Nachfolgertruppe unterstützt diese weiterhin und bietet zusätzlich jetzt auch Essen auf Rädern für Senioren. 2018 hatte das Ehepaar sein Lebenswerk in jüngere Hände übergeben, die aber teils auch schon seit Jahrzehnten mit an Bord der Rumänienhilfe waren.

Team der Rumänienhilfe Dienhausen erfährt viel Dankbarkeit

Die Federführung liegt seitdem bei Hias Unsin in Dienhausen. Nach wie vor reisen er und seine Mitstreiter Mike Kögel, Anton Stühle, Hermann Hartmann und Beppo Miller in die 1200 Kilometer entfernte Region, um vor Ort Häuser und Installationen in Schuss zu halten, die die Rumänienhilfe dort von 1995 bis 2010 verwirklichte.

Besprechung der fünf Aktivisten mit dem Caritasdirektor vor Ort: Anton Stühle, Mike Kögel, Caritasdirektor Ludovic Mleziwa, Beppo Miller, Hermann Hartmann und Hias Unsin (v.l.).

Dafür erfuhr das Team auch diesmal wieder viel Dankbarkeit. Bürgermeister Daniel Boambes lobte bei einer kleinen Feier im Kinderheim nicht nur die finanzielle, sondern vor allem die bauliche aktive Hilfe, die die Anwesenden für das Kinderheim immer wieder bereit seien, aufzubringen.

Hias Unsin bedankte sich beim Rathauschef für die ehrenden Worte, die man gerne auch für alle anderen Helfer entgegennehme, die in all den Jahren Urlaub genommen hatten, um bei anstehenden Baumaßnahmen vor Ort ihren wichtigen Beitrag leisten zu können. Unsin lobte aber auch die Angestellten im Kinderheim für ihren unermüdlichen Einsatz für die ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen. Wie immer zu Weihnachten, überreichte die Rumänienhilfe Dienhausen ihnen ein Geldkuvert. Die Caritasangestellten sowie die Lehrerinnen der Hausaufgabenhilfe bekamen auch eins.

Helfer schildern bedrückende Erlebnisse in Rumänien

Ein bedrückendes Erlebnis war für die Helfer heuer der Besuch von zwei Familien in einem der Wohnblocks, in denen die Ärmsten der Stadt Caransebes notdürftig untergekommen sind. „Einige Kinder von ihnen werden Gott sei Dank in unseren Suppenküchen und Lernhilfen unterstützt“, weiß Aktivist Beppo Miller zu berichten. Ein bis zwei Zimmer ohne Heizung und Warmwasser würden sich in den Blocks bis zu neun Personen teilen. Den Umständen entsprechend seien die Räume zwar in ordentlichem Zustand. Auf einer Couch müssten aber bis zu drei Kinder schlafen. Ihre Eltern und älteren Geschwister versuchten meist als Tagelöhner das tägliche Überleben zu sichern.

Einer von zehn Wohnblöcken: In den 50 Ein- und Zweizimmerwohnungen ohne Heizung und Warmwasser wohnen Familien mit bis zu zehn Personen.

Und noch etwas haben die Aktivisten von ihrer fünftägigen Reise nach Rumänien mitgenommen: Die Hoffnung, die die Bürger jetzt in die Politik des Landes gesetzt. Vor Monaten wurde erstmals die sozialistische Partei abgewählt und durch die liberale Partei PNL ersetzt, die sich der Korruptionsbekämpfung verschrieben hat.

Rumänienhilfe Dienhausen hat sich ein neues Ziel gesteckt

Die Rumänienhilfe hat sich derweil ein neues Ziel gesetzt. Nachdem in den ersten 20 Jahren mit den Spendengeldern mehrere größere Baumaßnahmen gestemmt werden konnten, will sie das eingehende Geld in Zukunft unmittelbar Kindern, Jugendlichen und älteren armen Menschen zukommen lassen. Nach dem Motto: „Von der Hand in den Mund.“

Im kommenden Jahre wird wieder ein Transport organisiert. Im Mai oder Juni werden die Helfer selbst wieder nach Rumänien fahren, um Reparaturarbeiten zu erledigen. Übernachtungs- und Verpflegungskosten tragen sie wie immer selbst, betonen die Verantwortlichen. Lediglich Fahrtkosten und Mautgebühren werden über das Spendenkonto abgerechnet.

Infos zur nächsten Sammlung der Rumänienhilfe Dienhausen

Für den nächsten Hilfstransport wird wieder um Sachspenden gebeten. Infos dazu gibt es bei Hermann Hartmann aus Bernbeuren unter Telefon 08860/8185 und Beppo Miller aus Altenstadt unter Telefon 08861/20220.

Aus Altersgründen haben sich die Initiatoren der Rumänienhilfe Altenstadt-Denklingen, Helga und Rudolf Lang, nach 28 Jahren aus der Organisation zurückgezogen. Zum Dank für die jahrelange Hilfe wurde dem Ehepaar aus Altenstadt die Ehrenbürgerschaft verliehen. Und hier gibt es weitere Nachrichten aus Schongau und Umgebung

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