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Mit Urkunde und Plakette der Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände: (v.l.) Denklingens Musikerchef Jürgen Waldhör, Vereinschronist Horst Raabe, Bezirksleiter Bernhard Weinberger, Landrat Thomas Eichinger und der Schirmherr/Bürgermeister Michael Kießling. Rechts Moderator Johannes Hitzelberger neben der weißen Couch. 

Festabend zum Bezirksmusikfest

Lockerer Talk zur Blasmusik in Denklingen

Kein steifer Festakt, sondern eine lockere Talkrunde, kein Rednerpult, sondern Interviews am Stehtisch und auf der weißen Ledercouch: Der Auftakt zum Bezirksmusikfest in Denklingen ist ein kurzweiliger und informativer Abend geworden.

Denklingen – Wesentlichen Anteil daran hatte Johannes Hitzelberger vom Bayerischen Rundfunk, der als Moderator fungierte. Für die Musik sorgte natürlich der Musikverein Denklingen, dirigiert von Wolfgang Wagner mit einem Repertoire, das vom Frühjahrskonzert bekannt war.

Neu war hingegen die Art der Präsentation. Dass ein Conférencier wie Hitzelberger durch den Abend führte, empfanden viele Gäste als belebendes Element. In der Talkrunde dabei waren Musiker-Chef Jürgen Waldhör und dessen Stellvertreter Andreas Frieß. Zur Geschichte des Vereins holte der Moderator dann Horst Raabe auf die Bühne: Der 76-Jährige weiß alles aus der Musiker-Historie. 1957, so blickte er zurück, habe alles „mit 25 Mann“ begonnen.

Das ist 60 Jahre her. Schon 1963 habe Denklingen sein erstes Musikfest ausgetragen. Weitere Großereignisse folgten 1982 – auch damals waren es laut Raabe schon mehr als 40 Kapellen bei den Wertungsspielen – und 1997.

Ein ergreifender Höhepunkt sei 2008 die Romfahrt mit dem Musizieren mehrerer bayerischer Kapellen im Petersdom gewesen. Dass Denklingen aber auf 275 Jahre Musikgeschichte verweisen kann, wurde ebenfalls thematisiert. Ein aufgefundener Brief an das Bistum sowie eine Rechnung im Archiv belegen, dass 1740 ein gewisser Lehrer Niggl eine angemessene Bezahlung für die Musiker gefordert hatte.

Auf der weißen Ledercouch hatten anschließend Landrat Thomas Eichinger, Bürgermeister Michael Kießling als Schirmherr und Bezirksleiter Bernhard Weinberger vom Bereich Lech-Ammersee Platz genommen. Eichinger bezeichnete die Blasmusik als „unglaublichen Schatz, den wir pflegen müssen“. Weinberger betonte den Kontakt der Denklinger zu anderen Kapellen, auch zum Allgäu-Schwäbischen Musikbund und zum Bezirk Oberland. Dies sei ein gutes Beispiel „für die Pflege der Nachbarschaft“.

In einer zweiten Runde bat Moderator Hitzelberger noch Kommandant Herbert Negele von der Feuerwehr sowie Walter Eglhofer und Hias Schelkle vom Trachtenverein Epfach auf die Bühne. Negele bekundete, die Musiker hätten mit Blick auf das Großereignis Musikfest, das am Sonntag, 25. Juni, den Höhepunkt erlebt, gleichsam „ein Feuer entfacht“. In diesem Fall wolle man es „am Brennen halten“. Eglhofer schilderte, dass die Denklinger Musik auch in den Ortschaften wie Epfach und Dienhausen gefordert sei. Die Trachtler von Epfach sind ein Patenverein.

Die meisten Gespräche gab’s an diesem Abend also am Stehtisch und auf der Couch. Dazwischen war ein kleines Podest. Darauf nahmen Vorstand Jürgen Waldhör und Chronist Horst Raabe aus den Händen von Bezirksleiter Weinberger die Goldene Plakette der Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände entgegen. Sie ist die Anerkennung für 275 Jahre Musikgeschichte im Dorf. 

Johannes Jais

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