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Ein Güterzug schleuderte ein Auto in ein Maisfeld.

Heftiger Aufprall

Unglaublich: Güterzug kracht gegen Auto und schleudert es in Maisfeld - Fahrer nahezu unverletzt

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Schlimmes Unglück bei der Fuchstalbahn: An der Grenze zum Landkreis Weilheim-Schongau ist ein Güterzug mit einem Auto kollidiert. Der Fahrer hatte unglaubliches Glück.

Leeder – Warum der 83-jährige Denklinger den aus Schongau kommenden Zug übersehen hat, kann sich die zuständige Polizei in Landsberg nicht erklären. Es könnte mit seinem Alter zusammenhängen, mutmaßen die Beamten. 

Der Denklinger war um 10.55 Uhr mit seinem Audi Q 3 auf dem Hartwiesenweg in Richtung Leeder unterwegs, als er den Bahnübergang passieren wollte. 10 bis 15 Stundenkilometer war das Auto schnell, der Fahrer hatte ein freies Sichtfeld auf den herannahenden Zug. Der 29-jährige Lokführer stellte das laute Pfeifsignal auf Dauerton und leitete eine Vollbremsung ein. Der Rentner reagierte nicht, der Zusammenstoß war nicht zu verhindern. 

Güterzug kollidiert mit Auto - Fotos

Der Triebwagen erwischte das Auto an der Fahrerseite. Zum Glück verfehlte die Stoßstange der Lok dabei den Rentner und schlug in die sogenannte A-Säule des Wagens ein. Der Audi wurde durch die Wucht in ein Maisfeld geschleudert. Der Rentner hatte Riesenglück. Er klagte lediglich über eine Verletzung am Oberarm. Der 83-Jährige wurde dennoch mit dem Rettungshubschrauber in die Unfallklinik nach Murnau geflogen. Bei solchen Unfalllagen werde generell ein Hubschrauber angefordert, erklärt dazu die Polizei. 

Ein Stein vom Herzen dürfte auch dem 29-jährigen Lokführer gefallen sein, der nach dem Unfall „etwas zittrig“ gewesen sei und abgelöst wurde, berichtet Localbahn-Betriebsleiter Jürgen Privinsky von der enormen psychischen Belastung. Der Grund: „Der Triebfahrzeugführer hat keine Chance, er weiß genau, es wird krachen“, sagt Privinsky zu dem langen Bremsweg. Die Züge der Lokalbahn sind auf den 30 Kilometern zwischen Schongau und Landsberg höchstens mit 50 Stundenkilometern unterwegs und brauchen dennoch bis zu 400 Meter, bis sie stoppen. 

Der Unfall am Freitag bedeutet das Ende einer längeren unfallfreien Zeit auf der Fuchstalbahn. Früher war es auf der Bahnstrecke, die nur von Güterzügen genutzt wird, häufiger zu Unfällen auf Bahnübergängen gekommen. Ein besonders schwarzes Jahr war 2011, als es in Denklingen, Leeder und Unterdießen innerhalb von drei Monaten dreimal krachte. Zum Glück blieb es auch damals meist bei Sachschäden, nur eine junge Frau wurde leicht verletzt. Den Rückgang der Unfälle führt der Betriebsleiter auch auf das umsichtige Verhalten der Lokführer zurück: „Sie wissen, wo es gefährlich ist, fahren langsamer und pfeifen auch an Stellen, wo es gar nicht vorgeschrieben ist.“ Und die Deutsche Bahn setzt auf der Fuchstalbahn ihr Ziel um, möglichst viele Bahnübergänge zu tilgen. 

Die „Initiative Fuchstalbahn“ zählte 2015 noch 45 Übergänge zwischen Schongau und Landsberg, Anfang 2018 waren es laut Bahn nur noch 36. Mit Schranken sind aber die wenigsten gesichert, meist nur mit Andreaskreuzen. Das Andreaskreuz bei Leeder muss nun repariert werden, es wurde bei dem Unfall am Freitag ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Der Audi des 83-Jährigen ist ein wirtschaftlicher Totalschaden in Höhe von 25 000 Euro. Die Reparatur an der Lok kostet laut Polizei 5000 Euro.

Im Mai war es in Seeshaupt im Landkreis Weilheim-Schongau ebenfalls an einem unbeschrankten Bahnübergang zu einem Bahnunglück gekommen. Zwei Frauen starben.

jvr

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