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Der Lustberghof an der B 17 bei Denklingen.

Aus dem Gemeinderat Denklingen

Lustberghof steht zum Verkauf

Verkaufsabsichten hegt der Eigentümer des Lustberghofes: Er hat die Gaststätte an der B 17 auf Denklinger Flur inseriert und möchte den Markt sondieren. Ungeachtet dessen soll die Tankstelle beim Lustberghof verwirklicht werden.

Denklingen – Die Entscheidung ist gefallen: Die Denklinger Gemeinderäte haben den Bebauungsplan „Tankstelle Lustberghof“ an der B 17 gebilligt. Er wird nun ausgelegt. Bürger, Behörden und Träger öffentlicher Belange haben dann noch einmal Gelegenheit, Einwände vorzubringen.

Einer, der die endgültige Genehmigung und die Fertigstellung der neuen Tankstelle an der B 17 herbeisehnt, ist der Besitzer des Lustberghofes. Denn in der Gastronomie seien die Umsätze in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Ein Grund dafür sei, dass mit dem dreistreifigen Ausbau der B 17 zwischen Landsberg und Schongau der Verkehr schneller fließe und kaum noch ein Autofahrer rechts auf den Hof abbiege.

Ein anderer Grund sei das Verhalten vieler Ausflügler, die auf der B 17 unterwegs sind. Da nehme sich kaum noch einer Zeit für eine längere Pause – sei es für ein Mittagessen, für eine Kaffeepause oder für eine Brotzeit. Dies bedeute erhebliche Einbußen in der Gastronomie.

Mehr als fünf Jahre sind von den ersten Überlegungen für eine Tankstelle bis jetzt schon vergangen. Der Besitzer des Lustberghofes hofft, dass es nicht noch einmal so lange dauere, bis sie endgültig genehmigt und gebaut wird. Der Besitzer des Lokals stellt für die Tankstelle nördlich des Gasthofs das Gelände zur Verfügung. Auf 12 000 Quadratmetern gilt der vorhabenbezogene Bebauungsplan mit dem Namen Tankstelle Lustberg. Davon ist gut die Hälfte als Verkehrsfläche vorgesehen.

Dort soll nach dem Willen der Gemeinde Denklingen eine JET-Station errichtet werden. Die Kommune verhandelt freilich nicht mit dem Konzern, sondern mit einem Investor aus Franken.

Bevor jetzt der Billigungs- und Auslegungsbeschluss gefasst wurde, erklärte Bürgermeister Michael Kießling, dass die Ausfahrt vom Weiler Guttenstall zur B 17 Richtung Schongau erhalten bleibt und nicht verändert werde. Es käme auf der dreispurigen Straße zu keiner Fahrbahntrennung. Verlängert werden dafür die Abbiegespur aus Richtung Landsberg und die Einfädelspur Richtung Schongau.

Es bleibt also bei der Festlegung: Nutzer der Tankstelle können, wenn sie aus dem Fuchstal oder aus Landsberg kommend die Zapfsäulen anfahren, nur in Richtung Süden auf die B 17 einbiegen. Wer wieder in Richtung Landsberg möchte, muss zunächst einen Kilometer weiter fahren, bei Epfach-Neuhof die B 17 unterqueren und auf der anderen Seite wieder auffahren.

Freilich ist unverändert festzuhalten: Das Staatliche Bauamt misst der Leichtigkeit des Verkehrs eine hohe Bedeutung zu. Daraus ergibt sich, dass die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometern als Maßstab für alle Maßnahmen gilt, die mit der Tankstelle in Zusammenhang stehen. Oberste Priorität hat jedoch die Verkehrssicherheit. Auch künftige von den Fachbehörden für notwendig erachtete Maßnahmen (bauliche Korrekturen, Beschilderung und Markierung sowie sonstige Absicherungen) gehen zu Lasten des Tankstellenbetreibers.

Die Behörde in Weilheim weist nach wie vor darauf hin, dass kein Anspruch darauf bestehe, „alle momentan vorgesehenen Fahrbeziehungen aufrechtzuerhalten“. Sollte es – nach Feststellung der örtlich zuständigen Unfallkommission – zu Beeinträchtigungen der Verkehrssicherheit kommen, „müssen wir uns die Option der kompletten Richtungstrennung des Nord-Süd- und Süd-Nord-Verkehrs vorbehalten“.

Diese Einschätzung des Staatlichen Bauamtes wird die Bewohner von Guttenstall hellhörig werden lassen. Quintessenz: Die Fahrbahnteilung auf der B 17 ist zwar unwahrscheinlich. Aber sie ist keinesfalls ganz vom Tisch.

Johannes Jais 

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