Auf einer der vielen großen Baustellen in Denklingen: Bürgermeister Andreas Braunegger am Rathausplatz.
+
Auf einer der vielen großen Baustellen in Denklingen: Bürgermeister Andreas Braunegger am Rathausplatz.

INTERVIEW - Denklingens Bürgermeister Andreas Braunegger im „Baustellenreport“

„Grundsatz der Kosteneinsparung beibehalten“

Von den Städten mal abgesehen, gibt es im Bereich Landsberg und Schongau nirgendwo so viele und so große gemeindliche Baustellen wie in Denklingen. Das gesamte Volumen für die aktuellen Vorhaben beträgt über 25 Millionen Euro. Bürgermeister Andreas Braunegger schildert im Interview, was nach Plan verläuft und wo es zu Verzögerungen kommt.

Wie oft sind Sie derzeit auf Baustellenterminen? Wie viel Stunden sind dafür in der Woche anzusetzen?

Je nach Bauabschnitt zwischen einer und zwei Stunden am Tag.

Wenn Sie draußen sind: Mit Gummistiefeln oder mit Halbschuhen?

Zu den meisten Terminen trage ich Sicherheitsschuhe und einen Helm. Eine Kontrolle und Überwachung, soweit es meinen Möglichkeiten entspricht, halte ich als Bürgermeister für sinnvoll. Sowohl ich als auch Vereinsmitglieder sind präsent, und wir wollen durch unsere Präsenz und neben einer Überwachung der Bauvorgänge eine konstruktive Projektdynamik positiv beeinflussen.

Wie ist das zu verstehen?

Nur was uns wichtig ist, kann auch anderen wichtig sein.

Ein Blick aus dem Fenster genügt, und Sie haben die Baustelle Rathausplatz vom Büro aus im Blick. Wie geht’s da voran, und wann wird die Ortsmitte wieder für den Verkehr freigegeben?

Die Baustelle schreitet gut voran, und in absehbarer Zeit kehren wir zur Normalität zurück. Dass durch die Kanalprüfung die erforderliche Sanierung erkannt wurde, ist sehr gut. Im Zuge der baulichen Maßnahmen, den Platz rund um unser Rathaus zu gestalten, kann die Kanalsanierung ebenfalls erfolgen.

Welche Verzögerung bringen die Schäden am Kanal mit sich, die beim Aufbaggern zu Tage getreten sind?

Es kommt zu zeitlichen Verzögerungen, so wie wir das jetzt erleben. Die Abwicklung dieser Baustelle verlängert sich.

Zur nächsten Baustelle, der Wasserversorgung. Was ist da der aktuelle Stand?

Die Arbeiten verlaufen nach Plan. Die Halle für den Hochbehälter ist soweit fertiggestellt, und wir beginnen mit dem Ausbau (Behälter, Elektrik usw.) Beim Leitungsbau läuft auch alles nach Plan. Der Leitungsbau hat die Ortschaft Dienhausen erreicht und geht schon in Richtung Denklingen.

Wann kann die Straße zwischen Dienhausen und Osterzell, die deswegen seit Mai gesperrt ist, wieder geöffnet werden?

Nach heutigem Stand wird die Sperre im Oktober aufgehoben.

Ein Blick ins alte Rathaus: Wie lange wird es dauern, bis dort die Arztpraxis einziehen kann?

Die Arztpraxis sollte im Zeitraum Mai bis Juni kommenden Jahres bezugsfertig sein.

Die Gemeinde geht finanziell bei den Umbauarbeiten an der Immobilie mit 1,3 Millionen Euro in Vorleistung und bekommt von der Ärztin Miete. Wie rechnet sich dieses Modell?

In vielen Gemeinden ist die ärztliche Versorgung ein großes Problem. Deshalb haben wir uns für dieses Modell entschieden.

Zum neuen Bürger- und Vereinezentrum: Da läuft auch alles nach Plan, oder?

Ja, beim Bürger- und Vereinezentrum läuft alles nach Plan, die Baumeisterarbeiten stehen kurz vor dem Abschluss. Die Dachdeckerarbeiten sind im Gange, und in Kürze kommen die Fensterbauer.

Haben Sie Sorgen, dass sich die Kosten von 12,5 Millionen Euro noch erhöhen?

Da wir bei der Ausschreibung einen perfekten Zeitpunkt gewählt haben, konnten wir bereits zirka eine Million Euro einsparen, und ich möchte diesen Grundsatz der Kosteneinsparung so beibehalten.

Kritik an den Kosten fürs Bürger- und Vereinezentrum in Zeiten zurückgehender Steuereinnahmen ist in Denklingen, Epfach und Dienhausen regelmäßig zu hören. Wie gehen Sie damit und mit dem Schuldenmachen um?

Zum Zeitpunkt der Auftragsvergaben war von einer Corona-Krise und ihren Folgen noch nichts bekannt. Nach Beginn der Krise hätte eine Stornierung der Aufträge uns sehr viel Geld gekostet, und wir würden mit leeren Händen dastehen. Die Kritiken sind Gerüchte, die durch fälschliche Presseartikel geschürt werden.

Sie sprechen das Verhältnis zur Presse an.

Eine objektive und den Tatsachen entsprechende Berichterstattung erachte ich als sinnvoll. Der Aufwand, Fehlmeldungen wieder in unserem Gemeindeblatt kommentieren zu müssen, ist nicht sinnvoll. Ich verschwende unnötige Zeit in meinem Amt, die ich sinnvoll mit meinen Aufgaben ausfüllen sollte und möchte.

Wie schaut es denn aus bei der Suche nach einem Gastronomen fürs Bürger- und Vereinezentrum?

Die ersten Gespräche haben bereits stattgefunden und waren sehr vielversprechend. Unser professionell erarbeitetes Gastronomiekonzept hat viele Anreize und ist eine der wichtigsten Voraussetzungen, um hier einen gut geeigneten Betreiber für die Gastronomie auswählen zu können.

Zum Schluss der Blick auf ein Thema, wo Gemeinderäte, Eltern und Erzieher liebend gern längst eine weitere Baustelle sehen würden, wo sich aber immer noch nicht’s tut: Was ist mit dem Widerspruch zum Zuschussbescheid? Wann geht da endlich was voran?

Nach dem negativen Zuschussbescheid haben wir sofort Widerspruch eingelegt. Bis dato haben wir aber noch keine Antwort erhalten. Sobald wir weitere Informationen hierzu haben, werden wir das Thema nochmals behandeln. Unsere gute und verantwortungsvolle Haushaltsplanung führt immer dazu, dass wir zum richtigen Zeitpunkt unsere Projekte starten, und dann sind unsere Projekte für uns auch realisierbar. So werden wir unser geplantes Kindergartenprojekt, das für uns nach Fertigstellung der laufenden Projekte oberste Priorität hat, auch umsetzen.

Das Gespräch führte Johannes Jais

Auch interessant

Kommentare